Urteil wegen Mordes durch Unterlassen ist rechtskräftig
»Horror-Haus«: Angelika Wagener verzichtet auf Revision

Paderborn/Höxter (dpa). Nach der Verurteilung zu 13 Jahren Haft im Prozess um das sogenannte »Horror-Haus« von Höxter verzichtet Angelika Wagener auf eine Revision. Das sagte ihr Anwalt Peter Wüller am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Dienstag, 05.03.2019, 12:29 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 19:22 Uhr
Das Urteil gegen Angelika Wagener ist damit rechtskräftig. Foto: Christian Althoff
Das Urteil gegen Angelika Wagener ist damit rechtskräftig. Foto: Christian Althoff

Er werde in Absprache mit seiner Mandantin noch in dieser Woche die Revision am Landgericht Paderborn widerrufen. Damit wäre auch das zweite Urteil in dem Verfahren rechtskräftig.

Das Gericht hatte die heute 50-Jährige wegen Mordes durch Unterlassen verurteilt. Strafmildernd wurde bei ihr die Kronzeugenregelung angewandt. Durch ihre Aussage wurde der Tod eines zweiten Opfers aufgeklärt, obwohl es keine Leiche gab.

Wilfried Wagener hat Urteil bereits akzeptiert

Wüller hatte zuerst fristwahrend Rechtsmittel eingelegt , sich aber nach Studium der jetzt vorliegenden schriftlichen Urteilsbegründung gegen die Überprüfung des Urteils durch den Bundesgerichtshof entschieden.

Die Anwälte von Wilfried Wagener hatten bereits beim Prozessende ankündigt, das Urteil zu akzeptieren. Der 48-Jährige wurde vom Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren wegen Mordes durch Unterlassen verurteilt. Da er vermindert schuldfähig ist, kam eine lebenslange Freiheitsstrafe nicht infrage.

Über Jahre hinweg hatte das deutsche Paar Frauen mit Kontaktanzeigen in das Haus nach Höxter-Bosseborn gelockt und dort seelisch und körperlich schwer misshandelt. Zwei Frauen aus Niedersachsen überlebten die Quälereien nicht.

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