Mi., 13.03.2019

Finke-Betriebsrat: »Die meisten Mitarbeiter haben die Nase voll« Kritik an Krieger-Gruppe

Das Finke-Möbelhaus in direkter Nähe zum Stadion wird abgerissen, aber auf dem Gelände wollen die neuen Eigentümer möglichst schnell eine Höffner-Filiale bauen.

Das Finke-Möbelhaus in direkter Nähe zum Stadion wird abgerissen, aber auf dem Gelände wollen die neuen Eigentümer möglichst schnell eine Höffner-Filiale bauen. Foto: Jörn Hannemann

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Der Finke-Betriebsrat in Paderborn wirft der Krieger-Unternehmensgruppe (Möbel Höffner) ein abgekartetes Spiel vor. »Es kann uns keiner erzählen, dass die Entscheidung, auf dem Finke-Gelände ein neues Möbelhaus zu bauen, erst kurzfristig getroffen worden sei«, hieß es am Dienstag aus Betriebsratskreisen.

»Im Schnitt 900 Euro unter Tarif«

Die Krieger-Gruppe habe schon vorher gewusst, dass Paderborn ein guter Standort für ein eigenes Möbelhaus sei. Der Betriebsrat ist überzeugt: Ziel der Gruppe sei es gewesen, die »teureren« Finke-Mitarbeiter durch die Ankündigung, dass das Haus an der Paderborner Straße geschlossen und anschließend abgerissen werde, loszuwerden, um im neuen Möbelhaus »Mitarbeiter knapp über dem Mindestlohn einzustellen«. Die Löhne der Angestellten in den Höffner-Einrichtungshäusern lägen »im Schnitt 900 Euro unter Tarif«.

Krieger-Geschäftsführerin Edda Metz sagte dieser Zeitung: »Dazu kann ich Ihnen nichts sagen, dafür bin ich nicht zuständig.« Der Finke-Geschäftsführer Franz-Josef Golüke war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Unternehmensgruppe Krieger hatte am Montag mitgeteilt, dass der Standort in Paderborn doch erhalten werde und nach dem Abriss des Finke-Möbelhauses im Sommer schnell neu gebaut werden solle. Die Entscheidung sei kurzfristig gefallen.

Inhaber Kurt Krieger wird in der Pressemitteilung mit den Sätzen zitiert: »Wir haben den Markt genau analysiert mit dem Ergebnis, dass ein modernes Möbelhaus in Paderborn sehr gut funktionieren kann. Der Standort ist etabliert und sehr gut geeignet.«

Betriebsversammlung abgehalten

Die Mitarbeiter wurden am Dienstag in einer Versammlung informiert; so wie der Betriebsrat erfuhren sie die neue Entwicklung aus der Zeitung. Den noch verbliebenen Mitarbeitern stehe es frei, sich für den künftigen Höffner-Markt zu bewerben, heißt es. Laut Golüke waren Ende Februar noch 140 Männer und Frauen im Verkauf tätig. »Die meisten haben die Nase voll«, erklärte der Betriebsrat gestern. Viele Personen aus Verkauf und Verwaltung würden in eine Transfergesellschaft wechseln.

FDP erwartet mehr Lieferverkehr

Auch die Paderborner FDP kritisierte das Verhalten der neuen Eigentümer. Der Stadtverbandsvorsitzende Michael Hadaschik sagte: »Im Übrigen finden wir es bedauerlich, dass die Krieger-Gruppe ihr Möbelhandelskonzept auf dem Rücken der bisherigen Belegschaft ausgetragen hat. Hier hätten wir mehr Rücksichtnahme und partnerschaftliches Verhalten erwartet.«

Die Ankündigung, einen Markt zu bauen, begrüßt die Partei. Dass die Krieger-Gruppe nicht mehr Platz als das bisherige Finke-Gebäude bebauen, aber den Logistik-Bereich verstärken wolle, zeuge von »Realitätssinn« und werde für Paderborn mehr hochwertige Angebote, aber auch mehr Lieferverkehr bedeuten.

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