Fr., 15.03.2019

Gewerkschaft will »Teachers for Future« mobilisieren – Demo am Freitag in Paderborn Lehrer unterstützen Klimastreik

Schüler streiken in Paderborn für das Klima.

Schüler streiken in Paderborn für das Klima. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn (WB/mai). Mit 500 Teilnehmern zählte die »Fridays for Future«-Demonstration in Paderborn zu den größten in Deutschland. Wenn heute um 13 Uhr Schüler, Studenten und Unterstützer für eine wirksamere Klimapolitik auf die Straße gehen, werden diese allerdings voraussichtlich mit den Unbilden des Wetters zu kämpfen haben.

»Deshalb ist es schwer abzuschätzen, wie viele kommen werden«, sagt Mitorganisatorin Laetitia Wendt, Schülersprecherin am Theodorianum. Unterstützung werden die Schüler bei ihrem Klimastreik auf jeden Fall von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erhalten.

Ministerin müsse nachsitzen

Der Kreisverband beteiligt sich an der Demo und kritisiert im Vorfeld die »unnötige Pädagogisierung« der Proteste durch NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. »Hast du Ärger vor dem Haus, mach ein Schulprojekt daraus! Das scheint das Motto der Schulministerin zu sein.«, so Jörg Schroeder, Mitglied im GEW-Kreisvorstand. »Jetzt darf man am 15. März als Schulprojekt einmalig auf die Demo gehen. Wie soll das aussehen? Die mutigen jungen Leute protestieren vorne, und den Schülergruppen drumherum erklären die Sozialkundelehrkräfte, was da gerade passiert!? Das ist absurd.« Was politischen Protest angehe, müsse die Ministerin offenbar nachsitzen. Die Schüler seien ihr da weit voraus.

Die erneuten Ankündigungen von Repressalien gegen Protestierende sind nach Auffassung der GEW unangebracht. »Die einzigen, die hier schwänzen, sind die Klimapolitiker. Frau Gebauer sollte den schulrechtlichen Spielraum nutzen, um das selbstbewusste soziale Engagement endlich zu fördern. Die GEW wird als ‘Teachers for Future’ mit dabei sein«, meint Schroeder.

Unterstützung von der Politik

Der SPD-Kreisvorsitzende Burkhard Blienert unterstützt ebenfalls die Klimaproteste. »Fridays for future ist die größte politische Jugendbewegung der letzten Jahrzehnte«, sagt er. »Der von uns verursachte Klimawandel verändert alles.« Die Auswirkungen seien verheerend für die Lebenssituation auf der Erde. »Ich unterstütze daher die Demonstrationen der Schülerinnen und Schüler und habe ihnen persönlich meine Solidarität im Namen der Sozialdemokratie in Paderborn ausgesprochen«, sagt Blienert. »Lasst uns gemeinsam über die Zukunft reden und endlich handeln!«

Auch der Linke-Stadtverband unterstützt die heutigen Proteste. Meinungsfreiheit müsse auch mal weh tun, sonst bewege sich nichts. Das hätten die protestierenden Schüler sehr gut verstanden. »Jetzt nutzen diese sehr schlau die Projekttag-Idee der Schulministerin, um zu mobilisieren. Aber erst der Streik streut so viel Sand ins Schulgetriebe, dass die Botschaften auch ankommen«, sagt Roswitha Köllner, Stadtverbands-Sprecherin.

Weitere Demos in Bielefeld und Gütersloh

1200 Schüler-Demonstrationen sind weltweit geplant – 180 davon in Deutschland. In der Janusz-Korczak-Gesamtschule entstand der Gedanke zum K limaschutz-Protest in Gütersloh . Hunderte werden erwartet. Auch Bielefeld ist mit dabei. Das Organisationsteam von »Fridays For Future Bielefeld« plant für den Streiktag einen Demonstrationszug durch die Bielefelder Innenstadt. Dabei soll um 12 Uhr am Bahnhofsplatz gestartet und über den Jahnplatz bis zum Rathaus gezogen werden.

Kommentare

Der Links-Rot-Grüne Schwachsinn bahnt sich seinen Lauf.

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