Fr., 15.03.2019

Schloß Hamborn setzt Busse ein – andere Schüler müssen mit Konsequenzen rechnen – mit Video 1200 fordern konsequente Klimapolitik

Auf dem Domplatz waren es laut Polizei schon 1100 Teilnehmer am Klimaaktionstag, bei der anschließenden Demo durch die Westernstraße und über den Liboriberg wurden es noch deutlich mehr, die eine bessere Zukunft fordern.

Auf dem Domplatz waren es laut Polizei schon 1100 Teilnehmer am Klimaaktionstag, bei der anschließenden Demo durch die Westernstraße und über den Liboriberg wurden es noch deutlich mehr, die eine bessere Zukunft fordern. Foto: Lukas Brekenkamp

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Dass sie lieber in Wasser als in Microplastik surfen möchte, hat die 17-jährige Hannah in bunten Buchstaben auf ein großes Pappsurfbrett gepinselt, das sie entschlossen in die Höhe reckt. Sie ist zusammen mit 110 Mitschüler von Schloß Hamborn im Bus nach Paderborn gekommen, um für eine bessere Zukunft zu demonstrieren.

1200 Schüler, Eltern, Lehrer und andere Unterstützer haben sich am Freitagmittag unter dem Motto »Fridays for Future« auf dem Domplatz versammelt, um sich am globalen Klimastreik zu beteiligen. So bequem wie für Hanna und die anderen Waldorfschüler, war das nicht für alle zu bewerkstelligen. »Tja, für mich wird das wohl auf unentschuldigtes Fehlen hinauslaufen«, sagt Malte Schaper, der das Gymnasium Antonianum in Geseke besucht. Der 16-Jährige hält auch eine Ansprache am Neptunbrunnen. »Die Politiker sollten sich lieber mit wirksamen Klimaschutzmaßnahmen beschäftigen als mit Repressalien gegen uns!«, fordert er unter dem Jubel der versammelten Schüler.

Aber nicht nur Schüler fordern wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz. Die beiden Mütter Mariana und Katja haben fünf Kinder im Schlepptau – alle mit bunten Plakaten ausgestattet. »Die Kinder können sich gar nicht früh genug mit diesen Themen auseinandersetzen, schließlich geht es um ihre Zukunft«, sagen sie. Die achtjährige Sophie besucht die Grundschule Schlangen und ist für die Demo beurlaubt worden. »Das war kein Problem. Sie soll Montag davon berichten«, erzählt ihre Mutter. Auch Roland Bauer (72) ist dem Aufruf der »Parents for Future« gefolgt und unterstützt den Protest. »Als Erwachsener muss man sich zu solchen drängenden Fragen bemerkbar machen«, sagt er.

»Wenn die Politik ihre Hausaufgaben macht, machen wir sie auch«

Andere Besucher der Kundgebung, die das Gespräch mit den Jugendlichen suchen und kritische Fragen zu deren Konsumverhalten und die Wirkung auf das Klima stellen, sind hingegen nicht so gern gesehen. »Lasst euch von diesen Leugnern des Klimawandels nicht verunsichern«, sagt Mitorganisatorin Katharina Müller und stimmt noch einmal ein »Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!« an. 

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Ein Grußwort kommt von Fernando Manuel Renderos Arrué, der als Gast der Misereor-Hilfswerks gerade in Paderborn weilt. Von den Klimaprotesten hat er schon in El Salvador gehört, für ihn ist es selbstverständlich, an dem globalen Aktionstag teilzunehmen, der in 123 Ländern stattfand. »Heute ist der Tag, an dem wir uns alle zusammenschließen«, freut ihn die wachsende Bewegung.

Mitorganisatorin Laetitia Wendt, Schülersprecherin des Theodorianums, nimmt die Vorwürfe bezüglich des Schulschwänzens auf. »Wenn die Politiker ihre Hausaufgaben machen, machen wir unsere auch«, versprach sie. Aber ohne massiven Druck passiere nichts. Deshalb sei es wichtig, laut zu sein, damit die Politik endlich wach werde.

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