Fr., 15.03.2019

Für Sauberkeit in städtischen Gebäuden sorgen 355 Reinigungskräfte 794 Putzstunden täglich

Die Reinigung der 266 städtischen Gebäude ist an einen externen Dienstleister übertragen. Der beschäftigt dafür 333 Reinigungskräfte, die 794 Putzstunden pro Tag leisten.

Die Reinigung der 266 städtischen Gebäude ist an einen externen Dienstleister übertragen. Der beschäftigt dafür 333 Reinigungskräfte, die 794 Putzstunden pro Tag leisten. Foto: dpa

Von Maike Stahl

Paderborn (WV). Fast 5 Millionen Euro hat die Stadt Paderborn in diesem Jahr für die Gebäudereinigung, die öffentlichen Toilettenanlagen und Brunnen sowie die Beschaffung von Putzmitteln, Klopapier, Servietten und Wickelauflagen zur Verfügung. »Die Kosten steigen stetig«, weiß der zuständige Sachgebietsleiter beim städtischen Gebäudemanagement, Siegfried Wils.

Das liege zum einen daran, dass der Mindestlohn für Reinigungskräfte seit 2008 von 8,15 Euro pro Stunde auf 10,55 Euro gestiegen ist, zum anderen aber auch daran, dass die Ansprüche kontinuierlich wachsen. »Vor 15 Jahren gab es in den Klassenräumen noch Stoffhandtücher und Seifenstücke, heute sind die hygienischen Anforderungen sehr viel höher«, berichtete Wils am Donnerstag dem Betriebsausschuss Gebäudemanagement.

22 eigene Reinigungskräfte

Der Großteil des Etats werde für die laufende Reinigung der Schulen, Sporthallen, Verwaltungsgebäude, Kitas und Flüchtlingsunterkünfte verwendet. Die Stadt beschäftigt laut Wils 22 eigene Reinigungskräfte. »Mehr als 90 Prozent der Arbeiten werden aber von einem Fremdanbieter übernommen«, berichtete er. »Wir müssen die Gebäudereinigung europaweit ausschreiben.« Zuletzt habe im August 2017 ein Anbieter aus Steinhagen den Zuschlag für alle acht Lose erhalten. Dieser beschäftige 333 Reinigungskräfte, um 465.000 Quadratmeter in 266 Gebäuden sauber zu halten. »Dafür werden 794 Reinigungsstunden pro Tag benötigt«, erläuterte Wils. Reinigungskräfte seien derzeit nur schwer zu bekommen. »Viele von ihnen wollen zudem nur auf 450 Euro-Basis arbeiten.«

Fensterputzen einmal im Jahr

Zu den Aufgaben des infrastrukturellen Gebäudemanagements zählen neben der normalen Reinigung auch Sonderreinigungen, beispielsweise der Parkett- und Steinböden, sowie die Beseitigung von Verschmutzungen und Graffiti und die Glasreinigung. In der Regel werden die Fenster der städtischen Gebäude einmal pro Jahr geputzt. »Für die 91.000 Quadratmeter Fensterfläche fallen Kosten von 128.205 Euro pro Jahr an«, berichtete Wils. Auch die elf öffentlichen Brunnen werden zweimal pro Woche gereinigt. Die elf öffentlichen Toilettenanlagen werden sogar bis zu dreimal pro Tag sauber gemacht. Zusätzlich gibt es inzwischen in Kooperation mit Geschäftsleuten 24 »nette Toiletten«. Die jeweiligen Partner erhalten dafür monatlich 100 Euro von der Stadt. »Die Rückmeldungen sind ausschließlich positiv«, berichtete der Sachgebietsleiter. Das gelte insbesondere auch für die häufigere Reinigung der öffentlichen Toiletten.

Toilettenpapier mit Enzymen

Auch für den Einkauf von Toilettenpapier, Papierhandtüchern, Wickelauflagen aus Papier für die Kitas, Putzmittel, Einmalhandschuhe und Servietten ist die Abteilung von Siegfried Wils zuständig. 106.325 Euro gibt die Stadt jährlich für Hygienepapiere aus, 152.082 für Reinigungsmittel und -geräte. »Wir verwenden inzwischen ein Toilettenpapier, das Enzyme freisetzt, wenn es mit Wasser in Berührung kommt, die organische Ablagerungen in den Rohren abbauen«, berichtete Wils. Damit habe die Stadt sehr gute Erfahrungen gemacht.

Tariftreue einhalten

Die Politiker interessierten sich vor allem dafür, wie die Stadt sicherstelle, dass der Dienstleister die Tariftreue einhält. »Wir bestehen darauf, dass die für das jeweilige Gebäude von uns kalkulierten Stunden eingehalten werden«, erläuterte Wils. Zusätzlich lasse sich das GMP regelmäßig anonymisierte Lohnabrechnungen vorlegen und frage bei Reinigungskräften nach, ob sie vereinbarte Zuschläge auch erhalten. »Wir haben keine Angst vor dem Zoll«, sagte er. Generell sei es ihm wichtig, sauber abzurechnen. »Für Extrareinigungen erteilen wir auch Sonderaufträge, damit es klare Verhältnisse gibt.«

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