Fr., 15.03.2019

Neubau der Bahnhofsbrücke verzögert sich – mit Video Vollsperrung kommt erst 2022

Variante 1 ist im Vordergrund zu sehen. Variante 2 hätte eine deutliche Steigung zur Folge und kostet mehr Geld.

Variante 1 ist im Vordergrund zu sehen. Variante 2 hätte eine deutliche Steigung zur Folge und kostet mehr Geld. Foto: Stadt Paderborn

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Eine Sperrung der Bahnhofstraße hat maximale Auswirkungen. 19.000 Fahrzeuge fahren hier täglich. Eigentlich sollte mit dem Neubau der Bahnhofsbrücke schon im kommenden Jahr begonnen werden. Das Projekt samt Vollsperrung beginnt nun aber erst frühestens 2022. Das hat die Verwaltung am Freitag mitgeteilt. Jetzt steht auch fest, wie lange die Straßensperrung notwendig sein soll.

Bislang gab es nur Entwürfe für die neue Brücke, deren Bestand gefährdet ist. Nach 70 Jahren und der großen Belastung muss die Konstruktion erneuert werden. Die Zeit drängt.

Schon seit einigen Jahren laufen daher die Überlegungen , wie das Problem gelöst werden soll. In den vergangenen Monaten sind nun die Entwürfe deutlich konkretisiert worden. Verantwortlich dafür ist Projektsteuerer Thomas Wühle (Höcker Project Management), der im Auftrag der Stadt tätig ist. Stadt und Bahn bauen hier gemeinsam. Die Gespräche mit der Bahn hätten Anfang des Jahres gezeigt, so die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke, dass der Baubeginn um zwei Jahre verschoben werden muss. Vorher passe die Maßnahme nicht in den DB-Streckenplan.

Politik muss bis Ende April abstimmen

Bis Ende April muss nun die Politik über das Projekt abstimmen, damit die Verwaltung die Anträge bei der Bahn stellen kann. Sollte sich das politische Votum verzögern, könnte dies Auswirkungen auf den gesamten Zeitplan haben, sagte Wühle.

In der Vorplanung sind zwei Varianten untersucht worden. Die erste Variante entspricht in etwa einem 1:1-Austausch der jetzigen Brücke an der jetzigen Stelle. Der Trassenverlauf bliebe in etwa bestehen. Aufgrund geänderter Rahmenbedingungen würde das Bauwerk allerdings 1,20 Meter höher werden, was auf der Bahnhofstraße eine Steigung von 2,5 Prozent zur Folge hätte. »Das ist für Radfahrer und Fußgänger gut zu schaffen«, sagte Wühle. Kostenpunkt: 7,2 Millionen Euro bei einer Bauzeit und Vollsperrung von 22 Monaten. Nachteil: Bei dieser Variante müssten 27 Bäume gefällt werden.

Zweite Variante mit kürzerer Vollsperrung

Bei der zweiten Variante, die ebenfalls im Detail untersucht wurde, würde die neue Brücke östlich neben der jetzigen errichtet. Durch die Veränderung des Trassenverlaufs würde die Brücke um insgesamt 2,70 Meter höher werden – was einer Steigung von vier bis fünf Prozent entspräche.

15 Bäume müssten auch hier gefällt werden. Dafür dauerte die Baumaßnahme mit 26 Monaten insgesamt aber länger. Die Vollsperrung der Bahnhofstraße wird allerdings mit nur 14 Monaten angegeben, da einige Arbeiten parallel laufen könnten. Wühle gab zu bedenken: »Auch 14 Monate sind für eine Vollsperrung eine lange Zeit.« In die Kalkulation fallen zudem die höheren Baukosten rein: Die Planer gehen von 7,9 Millionen Euro aus, die sich in beiden Fällen Stadt und Bahn teilen. Die Stadt bekommt zusätzlich noch Fördergelder vom Land und muss voraussichtlich rund zwei Millionen Euro selbst aufbringen.

Nach der Bewertung der beiden Varianten unter Einbeziehung aller Vor- und Nachteile kommt die Stadtverwaltung zu dem Ergebnis, dass Variante eins (22 Monate Bauzeit) den Vorzug bekommen soll. Das schlägt sie nun auch der Politik vor, die sich im Bauausschuss am 26. März mit dem Thema befassen wird.

Kommentare

Bleibt zu hoffen, daß die Planer jetzt noch intelligent und einsichtig genug sind, im Zuge dieser Baumaßnahme die Kreuzung Bahnhofstraße / Frankfurter Weg durch einen Kreisverkehr zu ersetzen. Dann wird sich nicht nur die Umwelt und die Benutzer der angrenzenden Kleingartenanlage über die Reduktion der Abgase im Standbetrieb der vielen Fahrzeuge vor den roten Ampeln freuen, sondern auch die Bewohner der Riemekestraße und der Wollmarktstraße werden erleichtert sein, denn dann muss sich der Verkehr, der vom Heinz-Nixdorf-Ring stadteinwärts fahren will, nicht mehr durch diese beiden Straßen quälen, weil links nicht abgebogen werden darf.

Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntermaßen zuletzt...

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