Mi., 20.03.2019

Hauptkommissar (53) suspendiert Kinderpornos: Polizist aus Paderborn unter Verdacht

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Von Christian Althoff

Paderborn (WB). Gegen einen Polizisten der Kreispolizeibehörde Paderborn wird, wie berichtet, wegen Besitzes von Kinderpornographie ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft aus Limburg an der Lahn (Hessen) war 2018 bei Ermittlungen gegen einen Pädokriminellen auf etliche mutmaßliche Abnehmer von Kinderpornographie gestoßen, unter ihnen auch der Polizist aus NRW.

Beamte des Polizeipräsidiums Bielefeld, zentral zuständig für strafrechtliche Ermittlungen gegen Polizisten in Ostwestfalen-Lippe, durchsuchten daraufhin bei ihrem Berufskollegen. Sie nahmen Handys und einen Computer mit und fanden Kinderpornofotos.

Manfred Müller (CDU), Landrat des Kreises Paderborn: »Wir wurden am Freitag von der Bielefelder Polizei informiert. Ich habe umgehend die vorläufige Suspendierung des Beamten veranlasst.«

»Er hatte beruflich nichts mit Ermittlungen in Sexualstrafverfahren zu tun«

Gestern wurde zudem ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Ob am Ende eine Entfernung aus dem Dienst stehen werde, könne man noch nicht sagen, erklärte der Landrat. »Wir müssen das Ergebnis des strafrechtlichen Verfahrens abwarten, um die Schwere der Tat beurteilen zu können.« Der Beamte bekam Hausverbot bei der Polizei. Er musste seine Waffe und den Dienstausweis abgeben.

Der Beschuldigte ist 53 Jahre alt und arbeitete zuletzt als Hauptkommissar bei der Schutzpolizei. »Er hatte beruflich nichts mit Ermittlungen in Sexualstrafverfahren zu tun«, sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums. Es gebe auch keinen Hinweis darauf, dass der Polizist in irgendeinem Zusammenhang mit dem aktuellen Missbrauchsfall in Lügde stehe.

18 Fällen gegen Polizisten aus NRW

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte gegenüber RTL, er habe sich nicht vorstellen können, dass Kinderpornographie und Missbrauch von Kindern in der Gesellschaft so verbreitet seien.

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums wurde in den vergangenen zehn Jahren in 18 Fällen gegen Polizisten aus NRW wegen Besitzes von Kinderpornographie oder Kindesmissbrauchs ermittelt. Unter den abgeschlossenen Fällen gebe es nur einen, in dem der Beamte nicht entlassen worden sei. Der Beamte arbeitet heute bei der Polizei im Kreis Lippe.

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