Mi., 20.03.2019

Industrie- und Handelskammer stellt Konjunkturumfrage vor Noch überwiegt die Zufriedenheit

Gabriele Schäfers, Claudia Auinger und Jürgen Behlke (von links) halten die Wirtschaftslage weiterhin für erfreulich.

Gabriele Schäfers, Claudia Auinger und Jürgen Behlke (von links) halten die Wirtschaftslage weiterhin für erfreulich. Foto: Dietmar Kemper

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Die Unternehmen im Kreis Paderborn sehen die Zukunft nicht mehr ganz so rosig wie zuletzt, ihre wirtschaftliche Situation ist aber trotzdem gut. Das ist das Ergebnis der Frühjahrskonjunkturumfrage der IHK.

Die Industrie- und Handelskammer hörte sich zwischen Dezember 2018 und Februar 2019 bei 285 Firmen mit 27.620 Beschäftigten nach der aktuellen Lage und den Erwartungen für die kommenden Monate um. Die weltweite Abschottungspolitik, die Unsicherheiten rund um den Brexit und der Fachkräftemangel vor allem in der IT-Branche trüben die Stimmung ein wenig.

Dem stehen nach Angaben des IHK-Geschäftsführers für Paderborn und Höxter, Jürgen Behlke, ein »Allzeithoch bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten« (fast 118.400), die niedrige Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent im Februar 2019 und die sinkende Zahl der Anträge auf Insolvenzgeld gegenüber.

Produktion gut ausgelastet

Eine weitere positive Kennziffer: Die Industrie im Kreis Paderborn erwirtschaftete im vergangenen Jahr 7,5 Prozent mehr Umsatz (5,43 Milliarden Euro) als 2017. Das war der stärkste Zuwachs im gesamten IHK-Bezirk Ostwestfalen. »Die momentane Lage der Industrie ist noch sehr auskömmlich, die Produktionsauslastung klasse«, bilanzierte Behlke am Mittwoch. Nur vier Prozent der befragten Unternehmen hätten eine Auslastung von weniger als 80 Prozent. Laut Umfrage erwartet in der Industrie ein Viertel der Firmen, dass sich die Geschäftslage verschlechtert.

Dagegen sei die Lage für das Dienstleistungsgewerbe (zum Beispiel Zeitarbeit, Werbung und Gesundheitswesen) »spitzenmäßig«, erläuterte Behlke. Auch der Handel stehe dank der Kaufkraft der Menschen »gut da«. Bedenklich findet Behlke, dass noch immer 58 Prozent der Händler allein auf die stationäre Karte setzen.

IHK: Glasfaser sehr wichtig

Dass die Stadt Paderborn die Digitalisierung vorantreiben will, begrüßt die IHK. »Der Trend geht zu digitalen Geschäftsmodellen«, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin Claudia Auinger. Eine gute Ausstattung mit Glasfaser sei ein wichtiger Standortfaktor. Die Stadt solle beispielsweise Genehmigungsverfahren digitalisieren, forderte die IHK-Vizepräsidentin Gabriele Schäfers. In ihrem Bauunternehmen seien die Maschinen inzwischen so weit, dass Daten leicht digital übermittelt werden könnten, aber das scheitere daran, dass die Verwaltung noch alles schriftlich haben wolle.

Behlke beklagte die »Überakademisierung«, also den Run auf die Universitäten. Wer eine Ausbildung mache und danach schon gutes Geld verdiene, während Gleichaltrige noch studierten, stehe letztlich besser da. Von der Wahl am 26. Mai erhofft er sich ein Bekenntnis zu Europa. Behlke: »Europa tut den Unternehmen im Kreis Paderborn richtig gut.«

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