Mi., 20.03.2019

DRK-Aktion in der Paderborner Benteler-Arena Blutspende in der Spielerkabine

Da spenden, wo sich sonst die SCP-Spieler umziehen: Zwei DRK-Mitarbeiter nehmen Wolfgang Stitz (links) und Richard Heumüller Blut ab. Beide sind schon lange Spender. Für sie eine Selbstverständlichkeit.

Da spenden, wo sich sonst die SCP-Spieler umziehen: Zwei DRK-Mitarbeiter nehmen Wolfgang Stitz (links) und Richard Heumüller Blut ab. Beide sind schon lange Spender. Für sie eine Selbstverständlichkeit. Foto: Jörn Hannemann

Von Lukas Brekenkamp

Paderborn (WB). Dort, wo sich die Profis des SC Paderborn vor ihren Zweitligaspielen die letzte Motivation holen, ging es am Mittwoch um das Leben: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat zur Blutspendeaktion in die Benteler-Arena geladen – und dabei einen besonderen Blick hinter die Kulissen gewährt.

Statt Massagebänken zieren nun etwas andere Liegen die Kabine des Zweitligisten. Im Presseraum herrscht kein Blitzlichtgewitter, sondern Menschen füllen emsig ihren Personalbogen aus. Ihr Ziel: Sie wollen Blut spenden und Leben retten. Einer von ihnen: Wolfgang Stitz aus Borchen. Seit mehreren Jahren spendet er bereits Blut.

Tickets für HSV-Spiel zu gewinnen

»Die Aktion ist etwas interessantes«, sagt der SCP-Fan. Immerhin bietet sein Lieblingsverein während der Blutspendeaktion mehrere Stadionführungen an. Grund genug für ihn zu kommen. »Außerdem habe ich die letzte Chance, Karten für das Pokalspiel zu kriegen«, sagt er lachend. Denn es werden vier der begehrten Tickets für die Partie gegen den HSV verlost.

Platz genommen hat er auf der Liege vor den Kabinenplätzen von Sebastian Vasiliadis, Sven Michel und Philipp Klement. Passend: »Klement ist mein Lieblingsspieler«, sagt Wolfgang Stitz.

Frank Goersmeier vom DRK-Blutspendedienst West hofft zu Beginn der Veranstaltung auf 200 Spender. »Genau kann man das nie vorab sagen. Aber eine solche Größenordnung wäre für uns schon was!«, sagt er. Ansprechen will das DRK mit der Aktion mögliche Erstspender – »oder Leute, die lange nichts mehr mit Blutspende zu tun hatten«, so Goersmeier. Zur »Halbzeit« zählte er etwa 120 Spender.

Mehr als 30 Mitarbeiter im Einsatz

Statt Bier nach dem Spiel gibt es derweil im VIP-Bereich Brötchen nach der Spende. Insgesamt etwa 20 Ehrenamtliche versorgen die Besucher auch mit der passenden Stärkung. Darüber hinaus sind 14 Hauptamtliche im Einsatz. Dazu zählen beispielsweise die Ärzte, mit denen die Spender vorab ein Gespräch führen.

Nur etwa drei Prozent der Deutschen spenden Blut. »Manche wollen auch nur zum Gucken in die Arena kommen«, sagt Frank Goersmeier. Stören scheint ihn das nicht. »Blut zu spenden ist für mich eine Selbstverständlichkeit – eine Ehrensache«, betont hingegen Wolfgang Stitz. Nur fünf bis acht Minuten dauert es, bis 500 Milliliter abgezapft sind. Auch Freunde und Bekannte versucht er davon zu überzeugen und zum »Pieks« zu bewegen. »Man kann doch mittlerweile in jedem Ort spenden«, sagt er.

Blick hinter die Kulissen

Ähnlicher Meinung ist auch Christian Frickenstein, der extra aus Verl gekommen ist. »Ich wollte mal wissen, wie es hinter den Kulissen aussieht«, erklärt der SCP-Fan, der aufgrund der Aktion gekommen ist. Auch für ihn sei die Spende eine Selbstverständlichkeit. »Einfacher kann man anderen Menschen nicht helfen.« Er selbst spendet in der Benteler-Arena schon zum 33. Mal.

»Wir müssen dahin kommen, dass die Menschen sich bei der Blutspende nicht auf den anderen verlassen«, warnt Frank Goersmeier. »Menschen müssen sich bewusst sein, dass sie dabei gefordert sind.« Immerhin geht es um das wichtigste: das Leben.

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