Paderborner Heinz-Nixdorf-Museumsforum zeigt 50 Fotografien rund um die Mondlandung
Wagemutig ins Weltall

Paderborn (WB). Der Schimpanse »Ham« flog in der Mercury-Redstone-Rakete drei Mal um die Erde, landete im Januar 1961 im Atlantik und wurde gerettet. Ihn kennt kaum jemand, aber auch »Ham« gehört zur Vorgeschichte der Mondlandung vor 50 Jahren.

Freitag, 05.04.2019, 16:50 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 18:48 Uhr
Jochen Viehoff ist von der Raumfahrt begeistert. Hier zeigt er auf das Foto, auf dem Edwin Aldrin auf dem Mond spazierengeht. Foto: Jörn Hannemann
Jochen Viehoff ist von der Raumfahrt begeistert. Hier zeigt er auf das Foto, auf dem Edwin Aldrin auf dem Mond spazierengeht. Foto: Jörn Hannemann

Programm der Navigationssoftware füllt hunderte Seiten

Unter dem Titel »Ein kleiner Schritt« erzählt das Heinz-Nixdorf-Museumsforum anhand von 50 Fotografien das epochale Ereignis. Zu sehen sind nicht nur die altbekannten Fotografien, die zum Beispiel zeigen, wie Edwin Aldrin am 21. Juli 1969 auf dem Mond umherspaziert oder wie die Erde über dem Erdtrabanten aufgeht. Gezeigt wird auch die NASA-Expertin Margaret Hamilton, die die Navigationssoftware für die Apollo-Missionen entwickelte. Ausgedruckt auf Papier reichte das Programm ihr fast bis über den Kopf. Hamilton war eine von etwa 400.000 Personen, die an den Mondlandemissionen zwischen 1961 und 1972 mitwirkten.

»Die Bilder haben Geschichten, und die wollen wir erzählen«, sagte der Geschäftsführer des HNF, Jochen Viehoff, bei der Eröffnung der Ausstellung am Donnerstagabend. Die hohe Zahl von 120 Besuchern bewies einmal mehr, dass Raumfahrt die Menschen fasziniert.

Die Fotoschau ist der Appetithappen für die große Sonderausstellung »Aufbruch ins All«, die am 5. Juli beginnt und bis zum 5. Januar dauern wird. Sie wird viele interaktive Stationen beinhalten und soll die Gäste mit AR (Augmented Reality) und VR (Virtual Reality) buchstäblich in andere Welten versetzen.

Der Mondlandung widmen sich viele Museen in diesem Jahr, aber das in Paderborn kann mit einem original Gemini-2-Bordcomputer glänzen. Die Raumfahrtprogramme Mercury und Gemini schufen die Voraussetzungen für die Mondlandung.

Die Technik war oft noch analog

Vor der großen Schau und parallel dazu lohnt sich der Blick auf die 50 Fotos aus dem NASA-Archiv. Das HNF hat Wert darauf gelegt, das technische Umfeld von damals zu zeigen. Das Raumschiff sei nur eine »Blechbüchse« gewesen, die Technik oft noch analog, sagte Viehoff. Aber im Zuge der Mondlandung habe die Computerentwicklung »einen unglaublichen Boost erlebt«. Viehoff betonte: »Die Mondmissionen waren der Katalysator dafür, dass Computer kleiner, zuverlässiger und leistungsstärker wurden.«

Aber auch, wer sich nicht ausschließlich für technische Aspekte begeistert, sieht und erfährt Interessantes. Zum Beispiel, dass die Astronauten auf dem Weg zum Raumschiff eine »Snoopy«- Plüschfigur tätschelten. Der Hund aus der TV-Serie »Peanuts« galt als Glücksbringer, weil sein Aussehen an die weißen Schutzkappen mit den schwarzen Ohrteilen erinnert.

17 Tage lang in Quarantäne auf dem Flugzeugträger

Ein weiteres Foto erzählt eine Geschichte, die vermutlich ebenfalls nur Insider kennen. Zu sehen ist die Apollo-11-Crew auf dem Flugzeugträger »USS Hornet«. Dort verbrachte sie nach der Mondlandung 17 lange Tage unter ärztlicher Beobachtung in Quarantäne. Im All auf engstem Raum zusammengehockt hatten sie eigentlich schon lange genug...

In die Dauerausstellung eingebettet

Die Fotoausstellung »Ein kleiner Schritt« ist ebenfalls bis zum 5. Januar 2020 zu sehen und in die Dauerausstellung eingebettet, für die der Eintritt acht Euro (fünf für Kinder und Jugendliche) beträgt. Wer bis zum 4. Juli die Fotoschau besucht, kann mit der Eintrittskarte die Sonderausstellung »Aufbruch ins All« gratis anschauen.

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