Mo., 15.04.2019

Seit dem 25. März wird das Denkmal für die Trümmerfrauen restauriert Brunnen kann sich wieder sehen lassen

Stefanie Kroll, Christian Gierke und Dompropst Joachim Göbel (von links) erörtern die Fortschritte bei der Restaurierung.

Stefanie Kroll, Christian Gierke und Dompropst Joachim Göbel (von links) erörtern die Fortschritte bei der Restaurierung. Foto: Jörn Hannemann

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Immer wieder werden die Mitarbeiter der Firma Nüthen aus Bad Lippspringe von Passanten gefragt, was sie da im Schatten des Paderborner Doms tun. Die Antwort: Sie restaurieren den Brunnen, der an die Wiederaufbauleistung der Trümmerfrauen und natürlich auch der Männer nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert.

Bauzaun soll rechtzeitig zu Ostern entfernt werden

Seit dem 25. März sind sie gut vorangekommen. »Zu Ostern kommt der Bauzaun weg«, kündigte der Bauleiter Christian Gierke am Montag an. Er berichtete: »Wir haben mit Heißdampf alle Flächen gereinigt, die Abdeckplatten abgenommen und neu versetzt, wir haben neu verfugt, Fehlstellen mit Steinersatzmörtel ersetzt und Reinigungskompressen aufgelegt, um den Kalk rauszuziehen.« Als nächstes wird das Bodenbecken beschichtet, zudem wird durch Farbretuschen der Brunnen einheitlich gestaltet.

Wie berichtet, übernimmt die Firma Nüthen die Kosten für die Restaurierung selbst. Chef Ulrich Nüthen sieht darin ein Zeichen der Verbundenheit mit der Stadt Paderborn. Seine Eltern hätten den schlimmen Krieg noch miterlebt und ein verwahrloster Brunnen verkomme schnell unfreiwillig zu einem Mülleimer, hatte er Anfang des Jahres dieser Zeitung gesagt.

Ältere Paderborner wie Heribert Reller (80), die die Erinnerung an die Kriegs- und Nachkriegszeit wachhalten möchten, empfinden den schlechten Zustand des Brunnens als Ärgernis. Reller hatte mit dieser Zeitung die Restaurierung angestoßen.

»Die Arbeiten liegen gut im Kosten- und Zeitrahmen«, sagte gestern Stefanie Kroll vom Bauamt des Erzbistums. Sie lobte die Restauratoren. So wirke das Fugenbild durch den geringeren Körnungsanteil »viel feiner«. Die Kirche ihrerseits wird die Versorgung des Brunnens mit Wasser sicherstellen und übernimmt die Kosten für die Sanierung der Mauer.

Brunnen war verkalkt

Dafür, dass der verkalkte Brunnen endlich wieder Wasser bekommt, wird die Firma Aquat aus Schlangen sorgen. Auf der Rückseite werde in den Schacht im Boden ein 380-Liter-Wassertank eingelassen, erläuterte Kroll. Auch die Stadt Paderborn ist bei dem Denkmal mit im Spiel: Sie wird den Brunnen pflegen und warten.

Fast hätte die Kälte in der vergangenen Woche die Mitarbeiter der Firma Rüthen ausgebremst. »Bei Minustemperaturen hätten wir aufhören müssen«, räumte Gierke ein. So mussten sie nur auf den Wochenmarkt Rücksicht nehmen und stellten mittwochs das Arbeiten ein.

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