Sa., 20.04.2019

Alexander Ostermann ließ sich für seine Idee in Berlin inspirieren Der Paderborner Ampelhase

Alexander Ostermann »brennt für Paderborn«. Er schlägt vor, dass dort ein grüner Ampelhase die Fußgänger dazu auffordert, die Straße zu überqueren.

Alexander Ostermann »brennt für Paderborn«. Er schlägt vor, dass dort ein grüner Ampelhase die Fußgänger dazu auffordert, die Straße zu überqueren. Foto: Jörn Hannemann

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Der Hase wird auch Meister Lampe genannt. Stellt man die Buchstaben in »Lampe« um, ergibt sich »Ampel«. Alexander Ostermann schlägt vor, dass das Tier zum Paderborner Ampelhäschen wird.

»Der Hase muss seinen Platz auf einer Ampel haben«, meint Ostermann und begründet das schlüssig: Das Tier sei durchweg positiv besetzt, gelte als schön und flink. Außerdem habe der Hase für Paderborn eine besondere Bedeutung, wenn man nur an das berühmte Drei-Hasen-Fenster im Dom denke.

Mit dem Hasen zügig über die Straße

Greift man Ostermanns Idee auf, könnte der Hase also folglich die Fußgänger bildlich dazu auffordern, zügig die Straße zu überqueren, und außerdem zu einem weiteren Alleinstellungsmerkmal der Stadt werden. »Die Fußgängerampeln am inneren Ring sollten mit dem Hasen ausgestattet werden«, schlägt Ostermann vor.

Zu Paderborn hat der 45-jährige Innenarchitekt und Tischler eine ganz besondere Beziehung. Seine Diplomarbeit nannte er »Heimweh nach Paderborn«. In einem Zelt platzierte er unter anderem einen Bischofsstab, er bot Paderborner Luft zum Inhalieren und Paderwasser zum Trinken an. Ostermann gestaltete T-Shirts, zeichnete die Skyline Paderborns und eben den einohrigen Hasen.

Auf Aufklebern und Postkarten

Den gibt es heute auf Postkarten oder als kleines Buch zum Ausmalen. »Die von mir gestalteten Möbel markiere ich an nicht sofort sichtbarer Stelle mit dem Hasen, zum Beispiel im Schrank oder unter der Tischplatte«, erzählt er. Schon sein Großvater August Ostermann habe als Parkettleger einen Hasen in den Estrich gezeichnet.

Der verheiratete Vater zweier Söhne ist zur Zeit öfter in Berlin. Dort arbeiten seine beiden Partner Chrisitan Rakautz und Raimung Schucht, die mit ihm die Schau »Aufbruch ins All« gestalten. Im Heinz-Nixdorf-Museumsforum wird sie vom 5. Juli 2019 bis zum 5. Januar 2020 zu sehen sein. Wenn Ostermann durch Berlin streift und auf die Ampeln schaut, sieht er das Ost-Ampelmännchen mit dem Hut und denkt, dass der Einohrhase das Pendant in Paderborn werden könnte.

Ostdeutsches Ampelmännchen hat überlebt

Von dem Ostdeutschen Karl Peglau erfunden, wurde das ostdeutsche Ampelmännchen erst vom westdeutschen verdrängt. Proteste der Menschen in der Ex-DDR sorgten dafür, dass das Fußgängersignal erhalten blieb und sich sogar in ganz Berlin ausbreitetete. Es gilt als Symbol für die Ostalgie und erlangte auch bei den Touristen große Beliebtheit.

Augsburg hat den Kasper

Die Idee des Paderborner Ampelhasen ist nur auf den ersten Blick abwegig. In Mainz gibt es die Mainzelmännchen als Ampelfiguren, in Duisburg Bergmänner mit Helm, in Trier Karl Marx und in Worms Martin Luther (»Hier stehe ich«). In Augsburg wiederum zeigt die Ampel an der Kreuzung Milchberg/Spitalgasse nahe der »Puppenkiste« bei grün für Fußgänger einen Kasper und bei rot das Standardampelmännchen. Eine ähnliche Lösung schwebt Ostermann für Paderborn vor. Den Hasen in Rot solle es auf der Ampel nicht geben: »Stillstand ist doof.«

Meistens hat Alexander Ostermann Heimweh nach Paderborn, nur einmal dagegen Fernweh und das ausgerechnet zu Ostern: »Seit 20 Jahren fahren wir dann nach Südfrankreich.« Sieht er dort ein Auto mit PB-Kennzeichen, steckt er eine kleine Tüte Paderborn an den Scheibenwischer – mit Aufkleber, Button und Postkarte.

Den Hasenpfau gibt es schon

Der 45-Jährige ist ein Botschafter der Stadt und der Ampelhase könnte das auch werden, glaubt er. An Paderborn liebt er, »dass man sich hier kennt und grüßt«. Wenn seine Berliner Kollegen durch die Hauptstadt laufen, »kennen die keinen«. Der Ampelhase könnte sich übrigens zum Hasenpfau hinzugesellen. Wie berichtet, hatte sich der Rentner Josef Timmer das Fabelwesen ausgedacht und Egon Hüls hatte es gezeichnet. Auf Postkarten hat es der Hasenpfau schon geschafft.

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