Mi., 24.04.2019

Radfahren in Paderborn: Polizei kontrolliert den Verkehr Für die eigene Sicherheit

Alles richtig gemacht: Die Radfahrerin nutzt den Schutzstreifen auf der Straße, die Polizei muss nicht eingreifen. Wäre sie auf dem Bürgersteig unterwegs gewesen, wäre ein Verwarngeld in Höhe von zehn Euro fällig gewesen.

Alles richtig gemacht: Die Radfahrerin nutzt den Schutzstreifen auf der Straße, die Polizei muss nicht eingreifen. Wäre sie auf dem Bürgersteig unterwegs gewesen, wäre ein Verwarngeld in Höhe von zehn Euro fällig gewesen. Foto: Lukas Brekenkamp

Von Lukas Brekenkamp

Paderborn (WB). Es ist Ferienzeit. Die Straßen werden leerer, der Verkehr ruhiger. Das merkt auch die Polizei. Trotzdem kontrolliert sie Radfahrer – denn es geht um deren Sicherheit.

»Die Bekämpfung von Fahrradunfällen ist zu einem Behördenschwerpunkt geworden«, erklärt Michael Biermann, Sprecher der Paderborner Polizei. Er betont: »Die Kontrollen richten sich nicht gegen Radfahrer.« Vielmehr gehe es um die Sicherheit der Zweiradfahrer.

Bei Radkontrollen auch die Autofahrer im Blick

Dafür hat die Polizei auch die Autofahrer im Blick, die sich den Radfahrern gegenüber falsch verhalten. Dazu zählt etwa das Parken auf Radwegen oder Autofahrer, die beim Abbiegen nicht ausreichend auf Radler achten.

Eine junge Dame fährt auf dem Bürgersteig an der Neuhäuser Straße. In ihrer Hand das Smartphone. Die Polizisten greifen ein, winken das Mädchen vom Fahrrad und erklären ihr, dass für das Vergehen ein Verwarngeld fällig ist. Einsichtig zeigt sich das junge Mädchen nicht, diskutiert mit den Beamten.

So was komme ab und an vor, sagen die Polizisten später. Zahlen muss das Mädchen trotzdem. 55 Euro kostet das Handy in der Hand beim Fahren auf dem Rad. Die zehn Euro für Fahren auf dem Bürgersteig lassen die Polizisten heute weg. Sie darf weiterfahren – jetzt aber auf dem Schutzstreifen.

Immer mehr Unfälle mit schweren Folgen

Warum die Polizei wöchentliche Schwerpunktkontrollen durchführt, in denen es auch um die Sicherheit für Fahrradfahrer durch Kontrollen geht, zeigen die Zahlen: Im vergangenen Jahr sind 405 Radfahrer in Paderborn verunglückt, wie die Polizei mitteilte. Die alarmierende Bilanz: Drei Tote, 100 Schwerverletzte und 302 Leichtverletzte.

»Die Unfallzahlen mit schweren Folgen sind gestiegen«, sagt Biermann. Tatsächlich: In den Jahren zuvor war kein toter Radfahrer in Paderborn zu verzeichnen.

Zwar sei die Zahl der verunglückten Radfahrer insgesamt etwas gesunken, besonders zu Denken geben Michael Biermann aber die Unfallzahlen der Pedelec-Fahrer . Diese hätten sich im vergangenen Jahr verdoppelt. »Wer schon auf dem Fahrrad unsicher ist, der wird auf dem E-Bike nicht sicherer«, mahnt der Sprecher.

Wieder eine Radfahrerin – wieder auf dem Bürgersteig unterwegs. Wieder greifen die Polizisten ein. Zehn Euro werden von der Frau fällig. Es sei aber gefährlich, auf der Straße zu fahren, argumentiert sie.

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»Fahrradfahrer sind auf der Straße sicherer als auf Bürgersteig oder Gehweg.«

Michael Biermann

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Michael Biermann weiß es besser: »Fahrradfahrer sind auf der Straße sicherer als auf Bürgersteig oder Gehweg. Denn sie werden von Autofahrern wahrgenommen. Richtiges Verhalten fördert die Sicherheit.« Gerade wenn Autos aus Seitenstraßen kommen, würden Fahrradfahrer auf den Bürgersteigen oder Gehwegen gerne übersehen. Ein Gefahrenschwerpunkt.

Was auffällt: Viele Radfahrer sind ohne Helm unterwegs. Eine allgemeine Helmpflicht gibt es nicht. Wie sieht das die Polizei? »Wir brauchen keine Helmpflicht«, sagt Biermann. »Ein Fahrradhelm verhindert keinen Unfall. Aber er kann vor sehr schlimmen Folgen schützen!«

Auch die Fahrtauglichkeit des Rades im Auge

Zwei Männer fahren mit ihren Fahrrädern über den Bürgersteig. Das sind wieder zehn Euro pro Person. Bei der Kontrolle werfen die Polizisten aber auch einen Blick auf die Fahrtauglichkeit des Rades, wie Michael Biermann erklärt. Ein besonderes Auge darauf wirft die Polizei auch bei Kontrollen vor Schulen. »Dabei gibt es aber auch das ein oder andere Lob für Schüler, die zum Beispiel eine Leuchtweste tragen«, so der Sprecher. Die Devise: »Sich sichtbar machen.«

Insgesamt verzeichneten die Beamten an diesem Tag an fünf Standorten 29 Verstöße von Radfahrern. Die meisten seien laut Michael Biermann auf Gehwegen gefahren. Darüber hinaus mussten je drei Radfahrer zahlen, weil sie ihr Handy in der Hand hatten, oder eine rote Ampel überfuhren (60 Euro). Fünf Autofahrer sind mit falschem Verhalten gegenüber Radfahrern aufgefallen. Der Polizeisprecher spricht von einem ruhigen Tag. Ferienzeit eben.

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