Fr., 26.04.2019

Bianca Lumpp (57) nutzt Ferien, um Menschen in Tansania zu helfen Urlaub im afrikanischen OP

Bianca Lumpp (vorne links) ist bereits zum 16. Mal nach Tansania gereist, um dort als OP-Schwester zu helfen.

Bianca Lumpp (vorne links) ist bereits zum 16. Mal nach Tansania gereist, um dort als OP-Schwester zu helfen.

Von Florian Weyand

Paderborn (WB). Erholt und ausgeruht kommen Osterurlauber derzeit aus den Ferien zurück. Für Bianca Lumpp aus Paderborn ist Urlaub in der Regel mit Arbeit verbunden. Sie nutzt ihre freie Zeit, um kranken Menschen im afrikanischen Tansania zu helfen. »Die Menschen sterben dort an Banalitäten, weil es keine Ärzte gibt«, sagt die OP-Schwester.

Zwei Tage dauert Lumpps Reise in die 100.000 Einwohner große Stadt Sumbawanga im Süden Tansanias. Dort verbringt sie mindestens einmal im Jahr ihren Urlaub. Urlaub – das heißt für die 57-Jährige aber nicht entspannen, sondern helfen. In Afrika steht die erfahrene OP-Schwester täglich von 8 bis 22 Uhr im Operationssaal.

Teilweise warten 400 Patienten

Schon Wochen bevor sie mit ihren Kollegen des Vereins Interplast Germany Sektion Dresden anreist, wissen die Menschen rund um Sumbawanga über das Eintreffen der Medizinergruppe bescheid. »Teilweise warten 400 Patienten auf uns«, berichtet Lumpp. Um diese Anzahl zu bewältigen, wird in der Krankenstation fast 14 Stunden am Tag an drei Tischen parallel gearbeitet. »Wir versuchen immer, so vielen Patienten wie möglich zu helfen.«

Ein Bauchchirurg kümmert sich um die inneren Organe der Patienten, ein plastischer Chirurg behandelt besonders Verbrennungsopfer, unter denen häufig Kinder sind. »Ohne uns werden die Kinder nicht behandelt und sterben gelassen«, erzählt Lumpp. Ein Traumachirurg operiert Knochenbrüche. Die schwierigsten Fälle werden zuvor unter den Wartenden herausgefiltert. »Das muss organisiert sein, ansonsten kann man nicht helfen«, sagt die OP-Schwester.

Mediziner bringen kistenweise Hilfsgüter mit

Weil in Tansania neben Ärzten auch OP-Besteck und Verbandsmaterial fehlen, bringt die Medizinergruppe viele Kisten mit Hilfsgütern mit. Das Material bezahlen die Helfer selbst oder aus Spenden. Als Künstlerin verkauft Bianca Lumpp Bilder, die Einnahmen investiert sie in Pflaster und Verbände. Bei ihrem letzten Besuch in Tansania hatte sie 21 Kisten mit Hilfsmaterial dabei.

Auch Lebensmittel werden benötigt, um die Patienten zu versorgen. Eine Rundumversorgung mit drei Mahlzeiten am Tag wie in deutschen Krankenhäusern gibt es in afrikanischen Krankenstationen nicht. »Oft kümmern sich Angehörige um die Pflege und sorgen auch für das Essen. Die Schwestern wechseln dort nur den Tropf«, berichtet Lumpp.

Mittlerweile hat die Paderbornerin ihren 16. Einsatz in Tansania hinter sich. Der nächste ist für Oktober geplant. Wenn es zeitlich passt, will die 57-Jährige wieder nach Sumbawanga reisen. »Ich bin sehr dankbar, dass ich den Menschen dort helfen kann.«

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