Stadttauben-Initiative findet angeschossenen Vogel
Anzeigen gegen Tierquäler

Paderborn (WB). Die Initiative Paderborner Stadttauben hat bei der Staatsanwaltschaft Paderborn mehrere Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Der jüngste Fall – eine Taube, die offenbar im Innenstadtbereich mit einem Luftgewehr abgeschossen wurde – stimmt Kerstin Beele und Simon Diekneite besonders nachdenklich.

Freitag, 26.04.2019, 10:38 Uhr
Diese verletzte Taube hat Kerstin Beele nahe der Herz-Jesu-Kirche gefunden. Anhand der Verletzungen und eines beim Röntgen in der Hüfte entdeckten Diabolo-Projektils, geht die Tierärztin davon aus, dass auf das Tier geschossen wurde und es daraufhin aus der Luft abgestürzt ist. Foto:
Diese verletzte Taube hat Kerstin Beele nahe der Herz-Jesu-Kirche gefunden. Anhand der Verletzungen und eines beim Röntgen in der Hüfte entdeckten Diabolo-Projektils, geht die Tierärztin davon aus, dass auf das Tier geschossen wurde und es daraufhin aus der Luft abgestürzt ist.

»Da geht es schließlich nicht nur um die Tierquälerei, sondern auch um Gefährdung der Allgemeinheit«, sagt Diekneite. Was die beiden und die weiteren Mitglieder der Initiative ärgert: »Es gäbe ja eine Lösung für das Taubenproblem, indem man an Brennpunkten betreute Taubenhäuser aufstellt oder Taubenschläge schafft«, sagt Diekneite. Ein entsprechendes Konzept, das in anderen Städten bereits erfolgreich umgesetzt werde, hat die Initiative der Stadt bereits unterbreitet. Gespräche stehen in Kürze an, informiert der Paderborner. Das sei im Sinne des Tierschutzes auch dringend nötig.

»Die Stadttauben sind zutiefst missverstanden und müssen deshalb viel Leid erdulden«, sagt Kerstin Beele. Sie würden von Menschen verfolgt, obwohl allein diese dafür verantwortlich seien, dass es überhaupt Stadttauben gibt. »Die Probleme, die die Tiere dort verursachen, gehen auf Eigenschaften zurück, die einst begehrt waren und im Rahmen der Zucht entsprechend gefördert wurden. Die hohen Fortpflanzungsraten und das Absetzen beachtlicher Kotmengen dienten dem Gewinn von Fleisch, Eiern, Dünger«, erläutert sie. Abgesehen davon, dass das Töten von Stadttauben nicht mit dem Tierschutzgesetz im Einklang stehe, könne die Problematik aufgrund der hohen Fortpflanzungsrate ohnehin nicht durch das Töten der Tiere gelöst werden. Vielversprechender sei das Stadttaubenmanagement, weil die Eier der Tiere in den betreuten Schlängen durch Attrappen ausgetauscht werden können.

Neben der Werbung für die Einführung eines solchen Managements, betreut die Initiative Paderborner Stadttauben, die auch der CDU-Ratsherr Karsten Grabenstroer privat unterstützt, verletzte Tiere. Leider seien neben Tauben, die sich selbst verletzt hätten, auch immer wieder mutwillig misshandelte Vögel darunter. »Allein in diesem Jahr haben wir bereits drei Strafanzeigen formulieren müssen«, berichtet Beele. Die beiden ersten erstattete sie im Fall einer in der Westernstraße mutwillig totgetretenen Taube sowie mutmaßlich gezielt vergifteter Tauben in der Alten Torgasse. »Diese Fälle illustrieren, wie nötig Paderborn die Einführung eines Taubenmanagements hat«, sagt Beele.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6566637?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Bewohner verschanzt sich: Großeinsatz der Polizei in Halle nach vier Stunden beendet
Am Ort des Einsatzes. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen
Nachrichten-Ticker