Sa., 11.05.2019

Altenbekener Fanclub traut dem SCP für Sonntag mehr zu Eggedinos zittern mit dem HSV

Die Eggedinos aus Altenbeken machen mit ihrem HSV gerade schwere Zeiten durch. Auch für Sonntag im Aufstiegskampf gegen den SC Paderborn ist die Hoffnung deutlich größer als der Optimismus. Doch echte Liebe hält alles aus, wissen (von links) Jürgen Moritz, Jörg Tegethoff, Oliver Jockel, Celina Jansen, Harald Jansen und (oben) Alice Tegethoff.

Die Eggedinos aus Altenbeken machen mit ihrem HSV gerade schwere Zeiten durch. Auch für Sonntag im Aufstiegskampf gegen den SC Paderborn ist die Hoffnung deutlich größer als der Optimismus. Doch echte Liebe hält alles aus, wissen (von links) Jürgen Moritz, Jörg Tegethoff, Oliver Jockel, Celina Jansen, Harald Jansen und (oben) Alice Tegethoff. Foto: Jörn Hannemann

Von Maike Stahl

Paderborn/Altenbeken (WB). Unterschiedlicher könnte die Ausgangssituation nicht sein: Während der SC Paderborn einer großartigen Saison am Sonntag die Krone aufsetzen könnte, droht dem HSV ein Fiasko im Aufstiegsrennen. Entsprechend verhalten ist die Vorfreude auf die Partie (15.30 Uhr, Benteler-Arena) in Altenbeken bei den Eggedinos, dem größten HSV-Fanclub im Kreis.

»Gefühlt ist das ein Endspiel für den HSV: Wenn wir das verlieren wird es mit dem direkten Wiederaufstieg vermutlich nichts«, fürchtet deren Vorsitzender Jürgen Moritz. Auch die beiden Erfolge des HSV gegen Paderborn im Hinspiel und zuletzt im DFB-Pokal stimmen ihn mit Blick auf Sonntag nicht wesentlich optimistischer. »Seitdem lief aber gar nichts mehr bei uns. Das kann eine so junge Mannschaft nicht so leicht wegstecken.«

Der Fanclub hat 70 Mitglieder zwischen 7 und 84 Jahren

Vereinskollege Harald Jansen, der seine Gartenhütte mit Wimpeln, Fotos und verschiedenen Fanartikeln in eine kleine HSV-Welt verwandelt hat, sieht ebenfalls die besseren Chancen auf Seiten der Gastgeber. »Ich war letzten Samstag in Hamburg im Stadion und musste das 0:3 gegen Ingolstadt mit ansehen. Es war eine Stimmung wie auf einer Beerdigung. In der Nordkurve hätte man eine Stecknadel fallen hören können«, erzählt er.

Dabei haben die Mitglieder des Fanclubs, der sich 2008 gegründet und inzwischen 70 Mitglieder hat, schon so schöne Zeiten mit ihrem HSV erlebt. »Deshalb sind wir ja auch zu Fans geworden. Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre war der HSV eine Macht in Europa. Wir waren alle zwischen 10 und 16 Jahre alt, und es war um uns geschehen«, erzählt Jürgen Moritz, wie die große Liebe zum Bundesliga-Dino von der Elbe in das Beketal schwappte. Später seien dann auch die Familien HSV-Fans geworden und schließlich reifte die Idee zum eigenen Fanclub für Jung und Alt. »Am 17. Februar 2008 haben wir dann zu Fünft in der Kneipe verfolgt, wie der HSV 3:0 gegen VfL Bochum gewann, und haben Nägel mit Köpfen gemacht«, erzählt Kassierer Jörg Tegethoff. Innerhalb weniger Wochen zählten die Eggedinos bereits mehr als 30 Mitglieder. »Die Zahl hat sich bis heute mehr als verdoppelt. Besonders freut uns, dass wir die gesamte Altersspanne von 7 bis 84 Jahren abdecken.«

Wunsch nach ein etwas Langeweile mit gesichertem Mittelfeldplatz reift

Gemeinsame Ausflüge, Fußballgucken in Hamburg oder im kleinen Kreis mit Gleichgesinnten und Feiern stehen regelmäßig auf dem Programm der Eggedinos. »Wir haben bei Nichtabstieg nach der Relegation auch schon einen Autokorso durch Altenbeken gemacht«, erzählt Schriftführer Oliver Jockel. »Nur die Zahl der Auswärtsfahrten hat ganz stark abgenommen, weil die Freitags- und Montagsspiele in der zweiten Liga für uns kaum in Frage kommen und es viele kleine Stadien gibt, für die es sehr schwierig ist, an Karten zu kommen«, weiß Jürgen Moritz. Deshalb freut er sich, dass er zu seinem 50. Geburtstag für Sonntag VIP-Karten geschenkt bekommen hat. »Außerdem sind auch einige HSV-Sympathisanten auf der Nordtribüne neben dem Gästeblock«, weiß Harald Jansen.

Wenn die Eggedinos sich etwas wünschen könnten, wäre das natürlich ein deutlicher Sieg für ihren HSV. »Ein bisschen Liverpool-Mentalität wäre gut«, meint Jürgen Moritz. Am liebsten wäre ihm, wenn der HSV am Ende auf Platz zwei steht und der SCP auf dem Relegationsrang. »Denen traue ich im Moment ehrlich gesagt eher zu, den Aufstieg dann trotzdem zu schaffen. Und ich fände es gut, wenn beide aufsteigen.« Und dann, falls es klappen sollte, wünschen sich die Eggedinos nichts sehnlicher »als ein paar Jahre Langeweile mit einem gesicherten Mittelfeldplatz«. Das Wechselbad der Gefühle sei in den vergangenen Jahren doch recht anstrengend gewesen. Davor gilt es aber noch weiter, mit dem Lieblingsklub zu bangen. »Wenn wir jetzt nicht aufsteigen, wäre das fatal«, sind sie überzeugt.

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