Ein Fall von Paderborn nach Bielefeld übergeben
Vorwürfe gegen Priester: Sechs NRW-Staatsanwaltschaften ermitteln

Paderborn (dpa). Wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen elf Priester des Erzbistums Paderborn ermitteln jetzt sechs Staatsanwaltschaften in Nordrhein-Westfalen. Das sagte Oberstaatsanwalt Christoph Zielke am Montag. Nach einer ersten Prüfung der Personalakten durch seine Behörde seien die Akten an die Staatsanwaltschaft in Bielefeld (1 Fall), Siegen (1), Hagen (2), Bochum (2), Dortmund (2) und Arnsberg (2) übermittelt worden.

Montag, 13.05.2019, 15:56 Uhr aktualisiert: 13.05.2019, 16:02 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Auslöser der Ermittlungen war eine Studie der katholischen Kirche, die im September 2018 veröffentlicht wurde. Demnach sollen zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 katholische Kleriker 3677 Minderjährige missbraucht haben.

Zum Teil seien pro Priester wegen unterschiedlicher Vorwürfe mehrere Akten angelegt worden. Das Gebiet des Erzbistums mit den Einsatzorten der Priester reicht von Teilen des östlichen Ruhrgebiets über das Sauerland bis nach Ostwestfalen-Lippe.

Einer von zwei Fällen, für die die Staatsanwaltschaft Paderborn selbst zuständig ist, wurde in der Zwischenzeit wegen Verjährung eingestellt, eine zweite Akte sei nach Bielefeld übergeben worden, sagte Zielke. Hier gehe es um Taten im europäischen Ausland, die nach deutschem Recht verjährt seien. Die Überprüfung vor Ort stehe noch aus. Ermittelt wird wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs.

Nach Auswertung der entsprechenden Personalakten des Erzbistums waren am Ende elf Fälle von Priestern für weitere Ermittlungen übrig geblieben. In den anderen Fällen waren die Männer bereits tot oder es gab schon Strafverfahren.

Kommentare

Manfred Anderl  schrieb: 16.05.2019 06:06
Die Paderborner Mißbrauchs-Dogmatik
Die vom Erzbistum Paderborn gepflegte "Dogmatik des Mißbrauchs" klammert, wie anderswo auch, bestimmte Dinge gerne aus.
Ich denke da an den Brief des Herrn Erzbischofs an alle Katholiken aus dem Januar.
"Wir haben die MHG-Studie in Auftrag gegeben " und damit sei oder würde nun alles gut.

Die Vorfälle, die unmittelbar vorher stattgefunden haben, z.B. die abbestellte Pfeiffer-Studie, die Art und Weise, wie der als MIssbrauchsbeauftragter fungierende Bischof Ackermann dabei mit Herrn Professor Pfeiffer umsprang, (Versuch der Nötigung nannte es Herr Pfeiffer) die Hasstiraden und juristischen Einschüchterungsversuche des damaligen Regensburger Bischofs auf die Opfer, die Presse und die Journalisten usw. wurden komplett verschwiegen. Und deshalb sollte man mit Presseerklärungen aus Ordinariaten sehr vorsichtig sein. Ehrliche Kommunikation sieht anders aus.
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