Di., 14.05.2019

Open Library kommt, aber Paderborner Adam-und-Eva-Haus behält seinen Namen Mehr als ein offenes Angebot

Im Zweiten Weltkrieg sind Adam-und-Eva- sowie Erzengel-Haus unversehrt geblieben. Sie gehören zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Bei Stadtführungen – hier mit Heiko Appelbaum – sind sie ein fester Bestandteil.

Im Zweiten Weltkrieg sind Adam-und-Eva- sowie Erzengel-Haus unversehrt geblieben. Sie gehören zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Bei Stadtführungen – hier mit Heiko Appelbaum – sind sie ein fester Bestandteil. Foto: Ingo Schmitz

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Es gibt Begriffe in anderen Sprachen, die sich nicht ins Deutsche übersetzen lassen. Dazu gehört nach Aussage der Paderborner Bibliotheksleiterin Katrin Stroth auch der Name »Open Library«. Doch keine Sorge: Dies soll nur ein Arbeitstitel sein. Das Adam- und-Eva-Haus wird seinen Namen behalten, versichert sie.

Drei Millionen Euro will die Stadt Paderborn in den kommenden Jahren in die Hand nehmen, um das historische Ensemble aus Adam-und-Eva- sowie Erzengelhaus auf Vordermann zu bringen. Neben der Sanierung ist auch eine komplett neue Nutzung vorgesehen. Am Tag der Städtebauförderung hatten die Besucher die Möglichkeit, sich das Projekt erläutern zu lassen. Doch nicht nur das: Katrin Stroth hofft auch auf Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung.

Konzept und Zugang

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff »Open Li­brary«? Eines wird schnell klar: Es soll mehr sein als eine »offene Bibliothek«, die deutlich länger geöffnet hat als die Zentralbibliothek.. »Es soll eine Wohnstube für jedermann sein«, sagt Katrin Stroth.

Auf allen Ebenen gibt es im Adam-und-Eva-Haus viel zu tun. Hier ist die Galerie für die Open Library zu sehen. Foto: Ingo Schmitz

Das Gebäude soll künftig von 8 bis 20 Uhr für alle Nutzer offenstehen – wobei die Tür nur per Zugangscode geöffnet werden kann. Alles geschieht sozusagen in Selbstverwaltung. Das gilt zum Beispiel für die Nutzung von Tablets und Laptops. Jeder soll hier arbeiten können: ob Hausaufgaben für die Schule, eine Bewerbung für den nächsten Job oder die Hausarbeit für die Uni. Den Nutzern stehen nicht nur die Datenbanken zur Verfügung, sondern auch die Top 20 der Bestsellerliste. »Man soll sich hier hinsetzen und lesen können«, lautet das Ziel. Im Gebäude wird eine Videoüberwachung eingerichtet – zur Sicherheit aller Besucher.

Sanierung und Umbau

Um das Adam-und-Eva- sowie das angrenzende Erzengel-Haus fit für die Zukunft zu machen, steht nun eine groß angelegte Sanierung an. Die wichtigste Aufgabe wird die barrierefreie Erreichbarkeit der einzelnen Geschosse sein. Dies soll mit einem Aufzug gewährleistet werden, berichtet der stellvertretende Betriebsleiter des GMP, Jörg Münster. Erdgeschoss und erstes Obergeschoss sind für die »Open Library« vorgesehen. Alle weiteren Bereiche werden Büros für die Verwaltung (insgesamt 28 Stellen, 40 Mitarbeiter). Im Erdgeschoss des Erzengelhauses soll wieder Gastronomie einziehen. Auch die Küche soll dorthin umgesiedelt werden. Baustart soll voraussichtlich im Frühjahr 2020 sein. Möglichst lange soll der »Meinkrüger« dort betrieben werden können.

Ideen und Fertigstellung

Die Fertigstellung des gesamten Komplexes ist für Herbst 2021 geplant, so Münster. Eine Idee ist, die Historie der Gebäude vor Ort darzustellen. Außerdem gibt es Ideen für die Nutzung des Gewölbekellers. »Der ist für kleine Gruppen geeignet – zum Beispiel für Erzählkreise«, berichtet Katrin Stroth. Bürger sind aufgerufen, ihre Ideen in der Zentralbibliothek einzureichen.

Baugeschichte

Das Adam-und-Eva-Haus ist 1568 errichtet worden und wurde 1778 in Teilen umgebaut. Den Zweiten Weltkrieg hat es unbeschadet überstanden. 1972 kam es zu einem Dachstuhlbrand. Danach wurde im hinteren Bereich ein Massivbau errichtet. Der historische Gewölbekeller konnte erhalten werden. Seit 1984 steht es unter Denkmalschutz. Zuletzt war es Museum für Stadtgeschichte.

Das Erzengel-Haus entstand 1599 als Fachwerkhaus. Der Gewölbekeller stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ende der 70er Jahre folgte eine aufwändige Sanierung und das Haus wurde von 1979 bis 2015 als Museum für Stadtgeschichte genutzt. Im Erdgeschoss befand sich die Gastronomie »Weinkrüger«. Seit 2018 ist es eine Musikkneipe ohne Küche und trägt den Namen »Meinkrüger«.

 

Kommentare

Open Libary

Wenn ach so klug ist, kann man das natürlich nicht übersetzen.
Offene Bibliothek, das verstehen auch Deutsche und wissen sicher was das ist.

1 Kommentare

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