Do., 16.05.2019

Höffner-Möbelhaus: Ratsmitglieder fühlen sich von Krieger unter Druck gesetzt Scheitert es am Werbeturm?

Der Eingang des Möbelhauses soll zum Kreisverkehr verlegt werden, um es zum geplanten Baumarkt hin zu öffnen. Neben dem Möbelhaus ist ein 10.000 Quadratmeter großes Lager geplant. Der Werbeturm soll an der Kreuzung Paderborner Straße/Almeaue gebaut werden. Die Höhe von Möbelhaus und Lager soll 20 Meter betragen, das jetzige Finke-Möbelhaus ist etwa 15 Meter hoch.

Der Eingang des Möbelhauses soll zum Kreisverkehr verlegt werden, um es zum geplanten Baumarkt hin zu öffnen. Neben dem Möbelhaus ist ein 10.000 Quadratmeter großes Lager geplant. Der Werbeturm soll an der Kreuzung Paderborner Straße/Almeaue gebaut werden. Die Höhe von Möbelhaus und Lager soll 20 Meter betragen, das jetzige Finke-Möbelhaus ist etwa 15 Meter hoch.

Von Matthias Band und Ingo Schmitz

Paderborn (WV). Der von der Unternehmensgruppe Krieger geplante 52 Meter hohe Werbeturm am künftigen Höffner-Möbelhaus zwischen Paderborner Straße und Stadionallee könnte zum Knackpunkt in den Verhandlungen zwischen Stadt und Investor werden.

Bei einem Treffen der Fraktionschefs des Paderborner Rates mit Krieger-Geschäftsführerin ­Edda Metz fühlten sich nach Informationen dieser Zeitung einige Ratsmitglieder offenbar von Krieger unter Druck gesetzt. Von dem Unternehmen soll der Eindruck vermittelt worden sein, dass es ohne den Turm in der gewünschten Höhe kein neues Möbelhaus gebe. Die Ratsvertreter, die einen 52 Meter hohen Werbepylon ablehnen, sollen hingegen darauf beharrt haben, dass sie mit dieser Größe nicht leben könnten und keinen Präzedenzfall schaffen wollten. Die Ratsmitglieder hoffen nun, dass bei dem Investor ein Umdenken erfolgt.

Krieger will keinen Druck ausgeübt haben

Krieger-Geschäftsführerin Edda Metz will hingegen nach eigener Aussage keinen Druck ausgeübt haben. »Für uns ist der Pylon immens wichtig. Wir wünschen uns, dass dessen Wichtigkeit auch erkannt wird«, sagte sie dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT. Gegenüber dieser Zeitung sicherte sie zu, die Höhe und den Standort noch einmal prüfen lassen zu ­wollen.

Der Werbeturm war am Dienstag auch Thema bei einer Bürgerinformationsveranstaltung zu dem Bauvorhaben. Einige der 40 Anwohner kritisierten ebenfalls die Höhe des Pylonen. Eine ehemalige Finke-Mitarbeiterin, die an der Veranstaltung teilnahm, betonte hingegen, dass sich früher zahlreiche Finke-Kunden verfahren hätten. »Ich finde den Pylonen klasse. Dann wird das Möbelhaus endlich gesehen«, sagte die Frau.

65 Millionen Euro will Krieger investieren

Wie berichtet, plant die Unternehmensgruppe Krieger im Sommer den Abriss des alten Finke-Möbelhauses. Im westlichen Teil des Areals ist der Bau eines neuen Möbelhauses mit einer Gesamtverkaufsfläche von 39.576 Qua­dratmetern geplant – also gut 3400 Quadratmeter weniger als bislang. Neben dem Möbelhaus soll ein gut 10.000 Quadratmeter großes Lager entstehen. 65 Millionen Euro will Krieger in Paderborn investieren. Bis zu 350 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Nicht nur der Werbeturm stößt auf Kritik. Die Anwohner der Straße Im Quinhagen befürchten vor allem mehr Verkehr. Denn die Erschließung des Geländes ist künftig über den Kreisverkehr an der Stadionallee und nicht mehr von der Paderborner Straße aus vorgesehen. Der Markt soll »gedreht werden«, erläuterte Carsten Lang vom Planungsbüro Wolters Partner aus Coesfeld. Das hat mit dem Hornbach-Baumarkt zu tun, der auf der Grün­fläche östlich des Kreisverkehrs entstehen soll. Das Möbelhaus soll also zum Baumarkt hin geöffnet werden.

150 bis 170 Fahrzeuge pro Stunde erwarten die Planer

Ganz unbegründet scheint die Sorge nicht zu sein. Bereits eine Untersuchung der Stadt vor mehr als einem Jahr zu Finke-Zeiten ergab, dass 82 Prozent der Fahrzeuge, die auf der Straße Im Quinhagen fuhren, nicht aus Paderborn kamen. 150 bis 170 Fahrzeuge pro Stunde, die das Möbelhaus ansteuern, erwarten die Planer zu Spitzenzeiten. Die Anwohner forderten weitere Untersuchungen, einige sogar die Abbindung der Straße, weil sie jetzt schon am ­Limit sei und als Schleichweg genutzt werde. Die Stadt verwies hingegen auf verkehrsberuhigende Maßnahmen, die bereits umgesetzt wurden. Angeregt wurden von den Anwohnern zudem ein Radweg und eine bessere Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr.

Läuft alles glatt und stimmen alle politischen Gremien den Plänen zu, könnte das gesamte Verfahren Anfang 2020 abgeschlossen sein. Krieger rechnet mit einer Bauzeit von etwa neun Monaten, so dass das neue Möbelhaus Ende 2020 eröffnet werden könnte.

Der Bebauungsplan liegt noch bis zum 24. Mai öffentlich im Technischen Rathaus aus und kann auch auf der Internetseite der Stadt Paderborn unter www.paderborn.de eingesehen werden. Im Zuge der Auslegung haben die Bürger die Möglichkeit, Anregungen zu geben.

Kommentar von Matthias Band

Zugegeben, ein 52 Meter hoher Turm ist nicht gerade klein. Für Krieger scheint er aber extrem wichtig zu sein. Anders lässt sich die Beharrlichkeit, die das Unternehmen in dieser Frage zeigt, nicht erklären. Krieger betont, dass die Marke Höffner und der Standort des Möbelhauses schon von der A33 aus sichtbar sein sollen.

Einerseits kann man diesen Wunsch aus unternehmerischer Sicht nachvollziehen, andererseits darf sich eine Stadt nicht unter Druck setzen lassen. Insofern ist es gut, dass Krieger nun Standort und Höhe erneut prüfen lassen will. Denn am Ende darf ein solches Projekt, das bis zu 350 Arbeitsplätze schafft und Kaufkraft bringt, nicht an der Höhe eines Werbeturms scheitern. Deswegen sollten sich Stadt, Politik und Investor auf einen Kompromiss einigen.

 

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