Fr., 17.05.2019

Hochkarätig besetztes Gitarrenfestival im September in der Kaiserpfalz Faszinierend fingerfertig

Peter Finger (links) und Tony Kaltenberg (rechts) werden im September in der Kaiserpfalz ihr Können demonstrieren. Veranstalter Carsten Hormes mag den Ort.

Peter Finger (links) und Tony Kaltenberg (rechts) werden im September in der Kaiserpfalz ihr Können demonstrieren. Veranstalter Carsten Hormes mag den Ort. Foto: Dietmar Kemper

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Im Mittelalter gab es noch keine Gitarren, nur Lauten. »Es ist Zeit, dass die Gitarrenmusik hier in der Kaiserpfalz Einzug hält«, sagte der Künstlerische Leiter des Kulturbüros OWL, Carsten Hormes, am Freitag.

Aus der Idee wird im Herbst Realität. Dann findet vom 13. bis 15. September das »Festival der Gitarrenmeister« in den altehrwürdigen Räumen statt, die das auf Kabarett spezialisierte Kulturbüro zuvor noch nie bespielt hat. Hormes dankte dem Erzbistum für die Erlaubnis, dort gastieren zu dürfen.

Zuhörer sollen Gänsehaut bekommen

Hormes selbst bekommt in der Kaiserpfalz Gänsehaut, und die sollen auch die Zuhörer im September spüren, wenn sie den Saitenvirtuosen aus den USA, Schottland, Weißrussland und Deutschland lauschen. Der Veranstalter verspricht dem Publikum einige der besten Gitarristen, »die es derzeit zu hören gibt«. Hormes lernte sie auf Tourneen mit seinem musikalischen Wegbegleiter, dem US-Gitarristen Tony Kaltenberg, kennen.

Kaltenberg spielt in der Band The Acoustic Groove Experience, und die macht am Freitag, 13. September, um 19 Uhr zusammen mit Sönke Meinen den Auftakt des Festivals. Meinen ist mit seinen 27 Jahren noch blutjung, aber trotzdem längst ein Meister an der Akustikgitarre. Er stammt aus Aurich und verbindet klassische Konzertmusik mit Jazz und Weltmusik. 2016 gewann er den European Guitar Award. Gitarrenlegende Tommy Emmanuel bezeichnete ihn als »einen der kreativsten Gitarristen der aktuellen Gitarrenszene«.

The Acoustic Groove Experience tritt mit dem hochgelobten Bassisten Michael Manring und dem geschätzten Perkussionisten Jarrod Kaplan auf, lebt also nicht ausschließlich vom virtuosen Gitarrenspiel Kaltenbergs und dessen Kompositionen, die Bekanntes mit völlig Neuem verbinden.

Auch am Samstag, 14. September, wird es ab 19 Uhr ein Doppelkonzert geben. Zu hören ist dann Peter Finger, der den inoffiziellen Titel des »Fingerpicking-Weltmeisters« trägt. Finger spielt nicht nur beeindruckend gut Gitarre, sondern gibt auch ein Fachmagazin heraus. Seine bislang 16 Plattenproduktionen bezeugen die Fähigkeit, Virtuosität, Musikalität und hohes Kompositionsniveau harmonisch zu vereinen. Jazz und Traditional beherrscht er, Debussy, Ravel und Strawinsky nimmt er auf, auch vor Rock schreckt er nicht zurück. »Saitensprünge« vollführt Finger in alle musikalischen Richtungen.

Technik allein reicht nicht

»Seine eigene Tonsprache lässt jemanden aus der Masse herausstechen«, sagte Peter Finger, der am Freitag aus Osnabrück nach Paderborn gekommen war. Eine technische Grundlage zu haben und erstklassig spielen zu können, das allein reiche nicht. Die Gitarre sei eines der vielseitigsten Instrumente. Verglichen mit dem Klavier könne man ihr mehr unterschiedliche Klänge entlocken, schwärmte der Meister und kündigte einen weiteren Virtuosen an, der am 14. September in die Saiten greifen wird: »Ian Melrose ist ein ganz alter Kollege und Freund, er spielt, was man heute Keltische Musik nennt.«

Melrose stammt aus Schottland und verfügt über eine »atemberaubende Fingerfertigkeit«, wie ihm die »Berliner Morgenpost« attestierte. Kollegen wie Reinhard Mey und Bands wie Clannad schätzen seine Mitarbeit im Tonstudio. In Paderborn stellt er Stücke aus seinen Soloalben vor. Das Gitarrenfestival wird am Sonntag, 15. September, um 12 Uhr mit einer Matinee ausklingen. Der Meister der Gypsygitarre Lulo Reinhardt teilt sich die Bühne mit Yuliya Lonskaya aus Weißrussland. Sie setzt bei ihrem Gitarrenspiel auf einen Stil zwischen Klassik, Jazz und Folk.

325 Sitzplätze bietet die Kaiserpfalz. Der Vorverkauf hat begonnen, die Karten kosten 28,80 Euro.

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