Mi., 22.05.2019

Studenten liefern sich Wettstreit in Fitness und Geschicklichkeit Paderborn gegen Bielefeld

Mit gelben Dreheumeln (rechts) und dem Kugel-Labyrinth-Ball animierten Cornelia Raetze und Philip Erckmann Studenten zu Bewegungsauszeiten.

Mit gelben Dreheumeln (rechts) und dem Kugel-Labyrinth-Ball animierten Cornelia Raetze und Philip Erckmann Studenten zu Bewegungsauszeiten. Foto: Lukas Brekenkamp

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Wer hat die fitteren Studenten – Paderborn oder Bielefeld? Die Antwort sollte ein Wettbewerb liefern, der am Mittwoch Premiere feierte und zeitgleich von 13 bis 15 Uhr an beiden Universitäten ausgetragen wurde.

Am Ende stand ein schiedlich-friedliches 3:3. Wie ist das bei sieben Aufgaben möglich? In drei Disziplinen setzten sich Paderborner Studenten durch, in drei anderen Kommilitonen aus der Nachbarstadt. »Beim Kubb-Master hatten wir in Paderborn und Bielefeld exakt das gleiche Ergebnis, es wurden jeweils vier Holzklötze getroffen«, erläuterte Cornelia Rae­tze vom Hochschulsport der heimischen Uni.

Bei diesem Teil des Wettbewerbs zielten Studentinnen und Studenten auf der Wiese vor dem Audimax sechs Mal mit einem Wurfholz aus acht Meter Entfernung auf die zehn Holzklötze. Wer die meisten umwarf, gewann.

Projekt der Techniker-Krankenkasse und des Hochschulsportverbandes

Wer jetzt einwendet, die Teilnehmer hätten in der Zeit besser in der Bibliothek lernen sollen, kennt den ernsten Hintergrund des Wettbewerbs nicht. Studieren spielt sich im Sitzen ab. Weil Sitzen aber das neue Rauchen ist, kommt regelmäßiger Bewegung eine große Bedeutung zu. Darauf will das von der Techniker-Krankenkasse und dem ADH (Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband) entwickelte Projekt »Bewegt studieren – Studieren bewegt!« aufmerksam machen.

»Es geht nicht darum, unbedingt Sport zu treiben, sondern darum, Bewegung in den Alltag zu bringen, zum Beispiel durch lustige Aufgaben«, sagte Cornelia Raetze. An den Universitäten gebe es immer mehr Gesundheitsprojekte: »Studierende fühlen sich sehr belastet und teilweise überlastet.« Vor allem der psychische Druck sei gewachsen, die jungen Menschen wollten ihr Studium möglichst schnell und gut absolvieren.

Bewegung und Konzentrationsübungen können ein Ventil sein, um Druck rauszulassen. Es passt ins Bild, dass Yoga der Renner unter den gut 110 Kursen im Paderborner Hochschulsport ist. Rae­tze: »Die Warteliste ist utopisch lang« Die Universitäten Paderborn und Bielefeld schafften Lastenfahrräder samt Sport- und Spielutensilien wie zum Beispiel Bällen an, mit deren Hilfe man schnell in Bewegung kommt. Sie heißen »Recharge Station« (Paderborn) und »Houbi« (Bielefeld). Unter dem Titel »Recharge versus Houbi« wurde der Wettbewerb gestern ausgetragen.

Dreheumel-Zielwurf

Bei den Aufgaben kam es auf Geschicklichkeit an – etwa beim Dreheumel-Zielwurf. Die gelben Minifrisbeescheiben mussten in einen sechs Meter entfernten Reifen, in einen Eimer (acht Meter) und auf einen Teller in zehn Meter Abstand geworfen werden. Außerdem galt es, einen Fußball mit den Füßen möglichst ganze drei Minuten lang in der Luft zu halten und sich in einem Kugel-Labyrinth zurechtzufinden. Am einfachsten war die Übung »Can’t touch this«: Hier sollten möglichst viele Personen gleichzeitig das Lastenfahrrad berühren. In Paderborn fanden sich 32 zusammen. Ein junger Mann ließ sich nicht lange bitten: »Wenn es gegen Bielefeld geht...«

»Zuhause bewege ich mich nur zum Kühlschrank«, gab Laura Nikolov (23) aus Rheda-Wiedenbrück zu, die Spanisch und Religion auf Lehramt studiert. Der vollgepackte Lehrplan an der Uni mache es schwer, Pausen einzulegen. Mehr als kurz nach draußen zu gehen, sei nicht drin. Am Mittwoch ließ sie sich überreden, beim Wettbewerb mitzumachen. Der Fußball-Freestyler Mike Niidas (28) aus Stuttgart beteiligte sich ebenfalls und hielt den Ball mit seinen Füßen lange in der Luft. Dass Bewegung das Denken fördert, davon ist er überzeugt. »Wenn ich mal nicht mehr weiterkomme, nehme ich mir die Jonglierbälle«, erzählte der künftige Sport- und Chemielehrer.

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