Do., 23.05.2019

Ausschuss ändert Satzung – Kunsthandwerker dürfen aber abends früher schließen – mit Kommentar Weihnachtsmarkt öffnet stets vor Totensonntag

Der Weihnachtsmarkt soll in Paderborn am 22. November eröffnet werden.

Der Weihnachtsmarkt soll in Paderborn am 22. November eröffnet werden. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn (WB/itz). Dass der Paderborner Weihnachtsmarkt am Freitag vor Totensonntag öffnet, soll nun immer so sein. Das hat der Märkte-Ausschuss am Mittwochabend beschlossen. Das neue Datum für die Eröffnung – in diesem Jahr ist es der 22. November – wird in die neue Satzung aufgenommen.

Der Wunsch der Schausteller, den Eröffnungstermin von Montag auf Freitag vorzuziehen, war in den vergangenen Jahren bei den Stadtvätern auf taube Ohren gestoßen. Einen ersten Probelauf hatte es dann im vergangenen Jahr gegeben. Mit großem Erfolg. Die Eröffnung des Weihnachtsmarktes am Freitag vor Totensonntag löste eine große Resonanz aus, stellte Marktmeister Matthias Amediek erneut fest. Auch der Handel hatte davon profitiert, hieß es.

Am Totensonntag soll der Markt nicht geöffnet werden

Daher forderten die Schausteller die Verwaltung nun mit ihrem aktuellen Antrag dazu auf, daraus einen Grundsatzbeschluss zu formulieren und zu beschließen.

Dies geschah in der Sitzung mit großer Mehrheit der Fraktionen. Selbstverständlich soll es aber dabei bleiben, dass der Weihnachtsmarkt am Totensonntag selbst nicht geöffnet wird. Das war auch eine Forderung der Kirchen gewesen.

Aus Sicht von Dietrich Honervogt (CDU) sei der Freitag der deutlich bessere Eröffnungstermin im Vergleich zum bislang recht mauen Montag. Die Besucher könnten ganz anders ins Wochenende starten. Auch FDP-Sprecher Sascha Pöppe machte sich für die Freitags-Öffnung stark.

Diskussion um Öffnungszeiten

Intensiver wurde eine andere Frage diskutiert. Dabei ging es um die täglichen Öffnungszeiten der Weihnachtsmarktbuden. Marktmeister Matthias Amediek berichtete, dass es immer schwerer werde, für den gut vierwöchigen Weihnachtsmarkt Kunsthandwerker zu finden, die dort ihre Waren anbieten wollen. Das liege vor allem an den Öffnungszeiten von 11 bis 21 Uhr bzw. bis 22 Uhr (freitags und samstags).

Amediek trug daher die Bitte vor, dass die Kunsthandwerker die Möglichkeit bekommen sollen, bereits um 20 Uhr den Verkauf einzustellen – dann nämlich, wenn bei den meisten Besuchern der Fokus nur noch auf Getränke- und Imbissangebote liege. Es sei schwierig, so die Kunsthandwerker, Personal für die langen Öffnungszeiten zu bekommen und auch eine Kostenfrage. Ob die Aussteller die Möglichkeit der vorgezogenen Schließung tatsächlich wahrnehmen werden, soll beim Weihnachtsmarkt 2019 zunächst beobachtet und ausgewertet werden.

Grüne lehnten Verlegung des Eröffnungstermins ab

Mit diesem Antrag taten sich FDP-Sprecher Sascha Pöppe und Für Paderborn-Fraktionschef Stephan Hoppe schwer. Eine Ausdifferenzierung der Öffnungszeiten könne dem Bild des Marktes nachhaltig schaden, lautete ihre Befürchtung. Bauchschmerzen äußerte auch Bernhard Schaefer (CDU). Ausschussvorsitzende Ulrike Heinemann (SPD) plädierte dafür, es auf einen Versuch ankommen zu lassen. Dem stimmte Johannes Knaup (LKR) zu. Bei der Abstimmung votierten die Grünen gegen den Vorschlag der Verwaltung: Sie lehnten die Verlegung des Eröffnungstermins ab. Begründung: »Vier Wochen Weihnachtsmark sind genug.«

Kommentar von Ingo Schmitz

Kunsthandwerk und Weihnachtsdekoration gehören zu jedem Weihnachtsmarkt dazu. Sie sind es, die dem Paderborner Weihnachtsmarkt zwischen Glühwein-, Bier- und Würstchenständen sein unverwechselbares Gesicht verleihen. Viele Händler kommen schon seit Jahren und sind beim Publikum gefragt. Doch wie in vielen anderen Bereichen auch vollzieht sich in der Branche ein Wandel. Arbeitszeitgesetze, Mindestlohn und der Internethandel erschweren zusehends das Geschäft der Spezialitätenverkäufer. Daher ist es richtig, einen Versuch zu unternehmen, deren Rahmenbedingungen anzupassen. Besser geschlossene Buden in der Stunde vor Feierabend, als ganztägig Lücken.

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