Sa., 25.05.2019

Industrie- und Handelskammern legen Studie zum OWL-Flughafen vor Wirtschaft wirbt um Steuergeld

Eine Maschine auf dem Vorfeld des Flughafens Paderborn-Lippstadt. Der Airport ist auf finanzielle Unterstützung der kommunalen Gesellschafter angewiesen. Eine IHK-Studie besagt, dass der regionalwirtschaftliche Vorteil die Zahlungen um ein Vielfaches überwiege.

Eine Maschine auf dem Vorfeld des Flughafens Paderborn-Lippstadt. Der Airport ist auf finanzielle Unterstützung der kommunalen Gesellschafter angewiesen. Eine IHK-Studie besagt, dass der regionalwirtschaftliche Vorteil die Zahlungen um ein Vielfaches überwiege. Foto: Hannemann

Von Ingo Schmitz

Paderborn/Büren (WB). Der Flughafen Paderborn-Lippstadt braucht wegen steigender Verluste mehr Geld von den kommunalen Gesellschaftern. Um den Politikern die Zustimmung zu erleichtern, gibt es nun eine Studie. Das Ergebnis: Der Airport liefere vielfach höhere regionalwirtschaftliche Vorteile, als er an Zahlungen benötige.

Die Studie ist von den drei Industrie- und Handelskammern (IHK) Ostwestfalen , Lippe sowie Arnsberg-Hellweg-Sauerland in Auftrag gegeben und am Freitag vorgestellt worden. »Es ist das erste Mal, dass wir nun harte Fakten haben«, erklärte Harald Grefe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwestfalen. Die Untersuchung solle eine Beratungshilfe für die Politik sein.

Derzeit ist der Verlustausgleich durch die Gesellschafter auf 2,5 Millionen Euro gedeckelt . Seit 2016 übersteigt der Airport diese Verlustzone aber – mit steigender Tendenz. Daher ist eine Verdoppelung auf 5 Millionen Euro vorgesehen, die die Kreise Paderborn, Soest, Gütersloh, Lippe, Höxter, der Hochsauerlandkreis und die Stadt Bielefeld jährlich aufbringen sollen. Schon bei der Verdopplung des Verlustausgleichs 2016 hatte es in manchen Kreistagen Proteste gegeben. Das soll dank der Ergebnisse der Studie diesmal einfacher werden, hofft Grefe. »Wir haben gute Argumente geliefert. Ich bin optimistisch, dass die Gesellschafter zustimmen.«

700 Unternehmen nehmen teil

700 Unternehmen aus der Region mit insgesamt 113.000 Mitarbeitern hatten an einer IHK-Befragung teilgenommen. Dabei bekommt der OWL-Airport durchweg gute Noten. Vor allem wenn es um Erreichbarkeit, Reisezeit- und Reisekostenersparnisse gehe, sei er im Vergleich zu den Flughäfen Hannover und Düsseldorf unschlagbar, heißt es da. Die Besonderheit sei zudem, dass es relativ viele Business-Flüge mit kleinen Maschinen gebe. Mit durchschnittlich 115 Starts und Landungen pro Tag liege der OWL-Airport bei der Zahl der Flugbewegungen an der Spitze der mittleren und kleinen Flughäfen in Deutschland, sagte Gutachter Dr. Olaf Zeike von der HPC Hamburg Port Consulting GmbH. Das zeige, dass die Wirtschaft den Airport fleißig nutze, konstatierte Grefe. Er forderte gleichwohl für die Wirtschaft mehr Flüge und größere Maschinen zu den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie die Anbindung an ein weiteres Drehkreuz. Man müsse künftig deutlich mehr Werbung dafür machen, dass die Gesamtreisezeit ab Paderborn kürzer sei im Vergleich zu anderen Flughäfen, betonte Flughafenchef Dr. Marc Cezanne.

Untersucht wurde zudem die Wertschöpfung und Zahl der Mitarbeiter, die direkt wie indirekt mit dem Airport verbunden sind. Die Studie kommt auf mindestens 1634 Beschäftigte am Flughafen selbst. Deren Gehaltssumme wird auf 57,4 Millionen Euro geschätzt, die Lohnsteuersumme auf rund 9 Millionen. Hinzu kämen weitere 1700 Jobs indirekt. Die regionale Bruttowertschöpfung betrage jährlich 132 Millionen Euro.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6638273?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F