Di., 28.05.2019

Woodstock-Lichtdesigner Chip Monck stellt im HNF seine Arbeit vor Das Licht macht die Musik

Heute – und vor 50 Jahren: Der amerikanische Lichtdesigner Chip Monck erinnert sich im HNF an das Woodstock-Festival – nicht nur aufgrund des großen Fotos von ihm, das bei den »Open Days« dort aufgestellt wurde.

Heute – und vor 50 Jahren: Der amerikanische Lichtdesigner Chip Monck erinnert sich im HNF an das Woodstock-Festival – nicht nur aufgrund des großen Fotos von ihm, das bei den »Open Days« dort aufgestellt wurde. Foto: Lukas Brekenkamp

Von Lukas Brekenkamp

Paderborn (WB). Oberkörperfrei, zottelige Haare und ein längerer Bart: Vor ziemlich genau 50 Jahren ist das Foto von Chip Monck entstanden – während des Woodstock-Festivals. Dabei war der heute 80-jährige US-Amerikaner nicht nur für die Lichttechnik der Bühne verantwortlich.

Edward Herbert Beresford Monck – so sein voller Name – war im Rahmen der »Open Days« im Heinz-Nixdorf-Museumsforum (HNF) zu Gast – ein Trend- und Weiterbildungsforum der Lichtbranche, an dem 500 Gäste aus 39 Ländern teilnehmen.

»Technisch gesehen war Woodstock ein großer Misserfolg«

Darunter auch der US-Amerikaner Monck, dessen Spitzname Chip ist. Akribisch plante er 1969 die Beleuchtung für das Festival. Doch die Planung musste zu großen Teilen verworfen werden: Weil es nicht möglich war, das Festival am eigentlichen Veranstaltungsort in Wallkill durchzuführen, mussten die Planer kurzfristig umziehen. Das Problem: Das Bühnendach konnte die Beleuchtung nicht tragen, die daraufhin unter der Bühne Platz fand. Beleuchtet wurde die Bühne daher nur durch einige Scheinwerfer. Und so ist klar, woran Chip Monck beim Stichwort Woodstock als erstes denkt: »Die Lichter mit 650.000 Watt, die unter der Bühne im Regen rosteten.« Und: »Immer sicher sein, dass ich Notfallpläne habe – für alles, was ich tue. Denn technisch gesehen war Woodstock für uns leider ein großer Misserfolg.«

Später wurde Chip Monck auch zum Ansager auf der Bühne. Kurios: Von ihm stammt die bekannte Warnung vor der »braunen Säure« – gemeint war die Droge LSD. Dadurch wurde Chip Monck letztendlich berühmt – auch, wenn womöglich die Künstler eher im Rampenlicht stehen als die Techniker im Hintergrund. »Ich habe all die Auszeichnungen und Aufmerksamkeit bekommen, die ich brauche«, sagt er. Später arbeitete er mit Künstlern wie Neil Diamond, Jimi Hendrix oder den ­Rolling Stones zusammen. Aktiv, sagt Monck, sei er noch immer.

»Es war ­wunderbar, mit Bette Midler zusammenzuarbeiten«

Besonders an die Zeit mit der US-Sängerin Bette Midler erinnert sich der Lichtdesigner gerne zurück. »Wir haben mit einer Club-Tour in Amerika begonnen. Kleine Clubs mit vielleicht 150 Gästen. Von dort ging es später erst auf US-, dann auf Welttour«, berichtet er. »Ihre Shows waren für mich eine tolle Mischung. Auch wenn wir manchmal nicht einer Meinung waren – aber es war ­wunderbar, mit Midler zusammenzuarbeiten.«

Die Veranstaltung im HNF läuft auch noch heute. Organisiert ­werden die »Open Days« bereits zum achten mal von dem Paderborner Unternehmen Lightpower. »Wir wollen die Techniker und die Kreativen, die eine Lichtshow konzipieren, miteinander verbinden«, sagt dazu Geschäftsführer Ralph-Jörg ­Wezorke. Gegründet wurde Lightpower 1978 in Paderborn. Das Unternehmen mit Hauptsitz an der Pader beschäftigt insgesamt 120 Mitarbeiter.

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