Mi., 12.06.2019

Porzellan Brockmann ist der älteste Einzelhandelsladen der Stadt Ein Traditionsgeschäft wird 150 Jahre alt

Caroline Brockmann führt das Porzellangeschäft in der fünften Generation. Sie ist die erste offizielle Geschäftsführerin des traditionsreichen Unternehmens. Seit 150 Jahren bietet die Familie Brockmann Porzellan in Paderborn an.

Caroline Brockmann führt das Porzellangeschäft in der fünften Generation. Sie ist die erste offizielle Geschäftsführerin des traditionsreichen Unternehmens. Seit 150 Jahren bietet die Familie Brockmann Porzellan in Paderborn an. Foto: Oliver Schwabe

Von Lukas Brekenkamp

Paderborn (WB). Im Jahre 1869 wurde der Vorgänger der SPD, die Sozialdemokratische Arbeiterpartei geboren, Ulysses S. Grant wurde zum 18. Präsidenten der USA gewählt – und in Paderborn wurde das Porzellangeschäft Brockmann gegründet. 150 Jahre und mehrere Generationen später feiert das Geschäft in diesem Jahr nun großes Jubiläum.

»Wir wissen nicht, dass es ein älteres Einzelhandelsgeschäft hier in Paderborn gibt«, sagt Caroline Brockmann. Sie führt das Geschäft, das mittlerweile in der Rathauspassage beheimatet ist, bereits in der fünften Generation. Dabei erklärt sie: »Bisher wurde das Geschäft immer an den jeweiligen Sohn weiter gegeben.« Sie sei nun die erste offizielle Geschäftsführerin in der Brockmann-Dynastie.

Gegründet wurde das Unternehmen von Georg Brockmann in der Königstraße. Dieser übergab das Unternehmen an Franz Brockmann – den Ur-Großvater von Caroline Brockmann. Es folgten ihr Großvater Georg Brockmann, später ihre Eltern Paul und Helga Brockmann. Seit etwa 2017 trägt sie nun die Verantwortung des Traditionsgeschäfts.

Vater hilft noch immer mit

Ihr Vater helfe aber noch immer mit. »Das ist eben seine Herzensangelegenheit«, sagt Caroline Brockmann. Noch immer erinnern viele historische Bilder an die ehemaligen Geschäftsführer und den ehemaligen Standort an der Königsstraße – und auch die erste Zeitungsanzeige aus der Gründungszeit findet an der Wand Platz.

Seit Ende der 1990er Jahre hat Porzellan Brockmann nun schon den Standort in der Rathauspassage. 2006 wurde das ehemalige Geschäft an der Königsstraße geschlossen. Mittlerweile ist ein Friseur in den ehemaligen Räumlichkeiten.

Um die 1920er Jahre entstanden: Das linke Schaufenster gehört zum Porzellangeschäft in der Königstraße.

Dass sie irgendwann den Laden übernimmt, sei für sie schon immer irgendwie klar gewesen. Denn schon in jungen Jahren habe sie immer im Geschäft geholfen. »Ich war immer mit dazwischen«, sagt Caroline Brockmann. Trotzdem hat es sie zum BWL-Studium nach Bergisch Gladbach gezogen, später hat sie in Köln gearbeitet.

»2010 kam ich zurück nach Paderborn und hab wieder im Laden mitgeholfen«, berichtet Caroline Brockmann. »Und es hat Spaß gemacht!« Ob sie den Laden später auch an ihre Kinder weitergeben möchte? »Mein Sohn ist erst vier«, sagt sie lachend. »Also bin ich da noch ganz entspannt.«

Internetshop gibt es nicht

Dabei hat sie dem Geschäft mittlerweile ihren eigenen Stempel aufgesetzt. »Ich habe es zu meinem gemacht«, sagt sie. Auch die Räumlichkeiten wurden beispielsweise im vergangenen Jahr vergrößert. In Kundengesprächen merkt man: Caroline Brockmann verkauft nicht nur – sie kennt auch die Geschichte hinter den Produkten.

»Porzellan ist einfach meine Leidenschaft – da konnte ich mich tatsächlich schon immer für begeistern«, sagt sie. Bereits als Elfjährige habe sie sich ihr Porzellangeschirr ausgesucht. »Und das liebe ich noch immer.« Dabei setzt sie vor allem auf Beratung. Einen Internetshop hat sie nicht. »Das ist das, was uns auszeichnet«, sagt sie.

Am Samstag, 15. Juni, steht die Jubiläumsfeier gemeinsam mit dem Bauhaus an – dieses feiert nämlich 100-jähriges Jubiläum. Passend: Caroline Brockmann bietet in ihrem Geschäft Artikel an, die im Bauhaus entworfen wurden. Für die Feier haben die Fünftklässler des Gymnasiums Theodorianum eigene Neuinterpretationen des Bauhauses im Kunstunterricht geschaffen. Der Beginn der Veranstaltung ist um 11 Uhr.

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