Do., 13.06.2019

Angelo Kelly spricht vor dem Konzert im Schlosspark über Paderborn und neue Songs »Irische Songs gehen voll ans Herz«

Angelo Kelly kommt am 12. Juli mit seiner Familie nach Paderborn. Sie präsentieren dann im Marstall-Innenhof im Schlosspark ihr neu überarbeitetes Irish-Summer-Konzert und wollen dabei das irische Lebensgefühl an die Pader bringen.

Angelo Kelly kommt am 12. Juli mit seiner Familie nach Paderborn. Sie präsentieren dann im Marstall-Innenhof im Schlosspark ihr neu überarbeitetes Irish-Summer-Konzert und wollen dabei das irische Lebensgefühl an die Pader bringen. Foto: Chris Bucanac

Paderborn (WB). Angelo Kelly ist in den Neunzigern mit der Kelly-Family berühmt geworden. Heute lebt der 37-Jährige mit seiner Frau Kira und seinen fünf Kindern Gabriel, Helen, Emma, Joseph und William in Irland. Am Freitag, 12. Juli, tritt er im Schlosspark Paderborn auf. Mit Redakteurin Sonja Möller sprach der 37-Jährige am Telefon über seine Wahlheimat, neue Songs und was er mit Paderborn verbindet.

Herr Kelly, wo erreiche ich Sie gerade?

Angelo Kelly: Ich bin zuhause in Irland. Unser Haus liegt drei bis vier Stunden von Dublin entfernt. Wir sind 2013 hierher gezogen, haben eine Weile renoviert und das Haus über die Jahre erweitert. Es gibt ein Dorf in der Nähe, aber bei uns ist sehr viel Platz. Nachbarn stehen sich hier nicht auf den ­Füßen herum. Das mag ich sehr.

 

Nachdem Sie 2018 in Bad Lippspringe aufgetreten sind, kommen Sie am 12. Juli nach Paderborn. Was verbinden Sie mit der Region?

Kelly: Ich bin nicht so oft in Paderborn gewesen, wie ich es gerne gehabt hätte. Gefühlt war ich alle paar Jahre hier und ich freue mich jedes Mal. Ich habe hier viele schöne Erlebnisse gehabt. Ich erinnere mich noch an ein Drum-Festival. Ich habe früher ja viel Schlagzeug gespielt. In Paderborn gab es das alle zwei Jahre. Das war viele Jahre ein Highlight für mich. Da gehen Weltstars hin.

 

Worauf dürfen sich die Fans beim Schloss-Sommer freuen?

Kelly: Es wird ein irischer Sommerabend. Wir spielen viele unserer eigenen Songs, haben aber auch irische Klassiker dabei, die wir auf unsere Art darbieten. Wenn Joseph als Achtjähriger den Folk-Song ›Danny Boy‹ singt, geht das voll ans Herz. Das Konzert dauert etwa zwei Stunden. Es ist sehr familienfreundlich. Das Schöne am irischen Folk ist ja, dass er sehr stimmungsvoll ist und man mittanzen und mitsingen kann. Es gibt eine Videoleinwand mit Bildern aus Irland und Videos. Wir spielen ein neues Programm: Es gibt viele Songs, die vergangenes Jahr noch nicht dabei waren. Und wir haben renommierte schottische Musiker dabei. Die irische Musik ist sehr von der Geschichte der Iren geprägt. Sie waren nie ein reiches Volk und lange unterdrückt. Die Musik hat eine Traurigkeit und Tiefe.

 

Was macht das irische Lebensgefühl aus?

Kelly: Einfach die Menschen. Am wichtigsten ist die Menschlichkeit. Hier habe ich das Gefühl, ich kann mehr atmen. Hier achtet man nicht darauf, ob man seinen Rasen gemäht hat oder nicht. Es ist mehr ein Miteinander, ein leben und leben lassen.

 

Was können Paderborner von den Iren lernen?

Kelly: Ein irischer Taxifahrer hat mir mal gesagt: Der Hauptunterschied zwischen Deutschen und Iren ist, die Deutschen bauen ihr Leben um die Arbeit herum und die Iren bauen ihre Arbeit um ihr Leben herum. Ich glaube, da ist ein bisschen Wahrheit dran. Davon könnte man sich inspirieren lassen. Ich habe auch viele Jahre mein Leben um die Arbeit herum organisiert. Man muss sich dazu zwingen zu sagen: ›Nein, ich mache das jetzt etwas anders.‹« Es ist ein Privileg, wenn man seine Arbeit mag. Aber viele haben dieses Privileg nicht. Wenn man schon die Arbeit als Arbeit sieht, sollte es einen Nutzen haben. Man sollte sein Leben so gestalten, dass es einen glücklich macht. Gerade die Kinder werden so vollgepackt und man gibt ihnen überhaupt nicht die Chance zu atmen und zu schauen, was ihr Talent ist.

 

Sie suchen nach Konzerten gerne den direkten Kontakt zu den Fans. Wird das auch in Paderborn so sein?

Kelly: Ja, das mache ich immer so. Seit 15 Jahren. Manchmal dauert das drei, vier, fünf Stunden, aber ich versuche jedem, der es möchte, die Möglichkeit für ein Foto, ein Gespräch oder ein Autogramm zu geben. Es sind viele Begegnungen dabei, die mir sehr viel geben. Sei es ernste Kritik oder etwas Herzerwärmendes. Meine Kinder dürfen, bis sie 16 sind, keine Interviews und Autogramme geben. Einfach, damit sie damit nichts am Hut haben. Danach können sie das selbst entscheiden.

 

Haben Sie schon Ideen für ein neues Album?

Kelly: Es gibt schon Ideen. Wir arbeiten gerade daran. Ich verrate aber noch nicht, wann wir damit rauskommen. Dieses Jahr jedenfalls noch nicht. Wir werden uns Zeit nehmen. Aber höchstwahrscheinlich werden wir den Sommer über schon neue Songs in unsere Show einfließen lassen.

 

Gibt es eigentlich noch Familientreffen mit ihren Geschwistern?

Kelly: Mit Joey hatte ich schon immer viel Kontakt, zu Jimmy meistens auch. Es passiert aber selten, dass wir alle gleichzeitig an einem Ort sind. Wir leben in verschiedenen Ländern. Alle haben eigene Pläne, die sich überschneiden. Das macht es schwierig. Durch das Comeback in den vergangenen drei Jahren haben sich sieben von uns sehr häufig gesehen, was eine tolle Frucht des Projekts ist. Zusammen Ziele erreichen, zusammen für eine Sache kämpfen, das verbindet und schafft neue Erinnerungen. Bei einigen Konzerten von uns hatten wir alle unsere Kinder dabei. Da war es schon allein durch die Familie sehr voll.

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