Mi., 12.06.2019

280 Weweraner fordern Abbau der Schranke an der Wasserburg »Hier wird mit zweierlei Maß gemessen«

Foto: Oliver Schwabe

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Erst sorgte die Schranke am Stemberg in Wewer für Unmut, nun tut sie es an der Wasserburg. Denn mit dem Weiterwandern der Großbaustelle in der Ortsdurchfahrt ist auch die Schranke umgezogen. Dagegen haben sich jetzt unter anderem 280 Unterzeichner einer Unterschriftenliste stark gemacht.

Initiiert haben die Unterschriftensammlung Anlieger der Wasserburg, denen durch die Schranke, die die Straße in etwa zwei Hälften teilt, ihr direkter Weg auf den Alten Hellweg in Paderborn abgeschnitten ist. »Das ist für uns ärgerlich, viel schwerer wiegt aber, dass die etwa 100 Anlieger auf der anderen Seite der Hauptstraße in den Straßen Lanfert, Triftweg und Im Tigg nun übermäßig belastet sind, weil viele die Baustelle über diese engen und kurvigen Straßen umfahren, wo es regelmäßig zu Chaos und brenzligen Situationen kommt«, sagt Wilhelm Baurichter.

Die Unterzeichner der Unterschriftenliste fordern die Stadt auf, die Schranke unverzüglich zu beseitigen, »um es allen Weweranern, im Besonderen aber allen Anwohnern der Straßen Wasserburg zu ermöglichen, über die Wasserburg direkt zum Alten Hellweg zu fahren«, weil damit eine direkte Verbindung nach Paderborn möglich wäre.

In seinem Antwortschreiben erläutert Bürgermeister Michael Dreier, dass die ausgewiesene innerörtliche Umleitung über den Delbrücker Weg führe, weil aufgrund der besonderen topographischen Situation in Wewer leider nur diese eine Umleitung geeignet sei, den anfallenden Verkehr aufzunehmen. »Gleichwohl wählen Ortskundige natürlich auch ohne wirklich zwingenden Grund Umfahrungen über andere Wohnstraßen, wodurch neue Probleme entstehen«, heißt es in dem Schreiben weiter.

»Ohne die Schranke wäre die Belastung im Ort verteilt«

»Das Problem ist doch, dass die Umleitung über den Delbrücker Weg viel länger ist als die Strecke über Lanfert und im Tigg, und der Delbrücker Weg ist zudem zu den Hauptverkehrszeiten völlig verstopft ist. Da ist doch klar, wo viele Ortskundige herfahren«, ergänzt Brigitta Wagner. Und dafür seien weder die Lanfert noch der Triftweg ausgelegt, an denen es keine richtig ausgebauten Bürgersteige, an einigen Stellen sogar gar keinen, und viele unübersichtliche Kurven gibt. »Die Leute suchen sich ihren Weg. Wenn die Wasserburg geöffnet wird, die im schmaleren oberen Teil immerhin gut ausgebaute Bürgersteige besitzt, würde sich der Verkehr verteilen«, ist Wilhelm Baurichter überzeugt. Jetzt sei es für Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, oder Mütter mit Kinderwaagen unzumutbar durch die Lanfert zu gehen. »Da wird es schon eng, wenn sich zwei Fahrzeuge begegnen.«

Deshalb hätten viele Weweraner den Eindruck, dass in puncto Anliegerschutz mit zweierlei Maß gemessen werde. »Was macht die wenigen Anwohner der Wasserburg zwischen Schranke und Alter Hellweg (9 Häuser) schützenswerter als mehr als 100 Bewohner an den genannten Straßen Lanfert, Triftweg und Im Tigg«, fragen Wilhelm Baurichter und Richard Wagner zusammen mit anderen Anliegern der Wasserburg daher in ihrer schriftlichen Entgegnung auf den Brief des Bürgermeisters. »Wir sollten die Schranke wegnehmen, denn dann wäre die Belastung im Ort verteilt. Mit einer Verkehrszählung könnte man ja nachhalten, was passiert.« Befürchtungen in Hinsicht auf noch mehr Verkehr aus dem Raum Büren, der jetzt weitläufig umgeleitet wird, haben sie nicht. »Die Wasserburg ist verkehrsberuhigt. Es werden sicher nicht mehr, die sich durch den Ort quälen.«

Kommentar

Die Situation in Wewer ist buchstäblich verfahren. Erst gibt es eine kleinere Unterschriftensammlung für die Schranke an der Wasserburg, dann eine deutlich größere dagegen. Die Großbaustelle fordert viel Verständnis von den Anliegern, und von einigen noch viel mehr als von anderen. In Lanfert, Triftweg und Im Tigg gibt es derzeit reichlich chaotische und gefährliche Situationen. Das wird schnell deutlich, wenn man den Verkehr dort eine Weile beobachtet. Das ist vor allem für Fußgänger und Radfahrer in dieser Form unzumutbar. Eine Ideallösung wird es nicht geben, aber vielleicht eine, die die Situation dort ein wenig entschärft. Einen Versuch wäre das doch zumindest wert, schließlich müssen die Anlieger noch lange mit der Bau

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