Do., 13.06.2019

Paderborner St. Johannisstift übernimmt zehn Module aus Bad Oeynhausen Intensivstation am Haken

Die neue Intensivstation des St. Johannisstifts wird in Modulbauweise über dem Parkplatz errichtet. Zehn der benötigten elf Module konnten vom Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen übernommen werden. Vorstandssprecher Martin Wolf zeigt, wie die neue Intensivstation sich schon in etwa drei Monaten präsentieren soll.

Die neue Intensivstation des St. Johannisstifts wird in Modulbauweise über dem Parkplatz errichtet. Zehn der benötigten elf Module konnten vom Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen übernommen werden. Vorstandssprecher Martin Wolf zeigt, wie die neue Intensivstation sich schon in etwa drei Monaten präsentieren soll. Foto: Jörn Hannemann

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Präzisionsarbeit ist in einem Krankenhaus Alltag. In den vergangenen beiden Nächten hatte diese jedoch etwas andere Dimensionen. Mit einem 700 Tonnen-Jumbokran wurden die elf Module für die neue Intensivstation des St. Johannisstifts millimetergenau an ihren künftigen Platz gesetzt.

Zehn der bis zu 37 Tonnen schweren Fertigbauteile wurden mit Schwertransporten direkt vom Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen in die Paderstraße geliefert, ein weiteres direkt vom Werk aus Bayern. Millimetergenau mussten sie noch in der Nacht vor Ort wieder zusammengesetzt werden, damit sie verschraubt werden können.

»Es war ein glücklicher Zufall, dass die Module, in denen in Oeynhausen vor neun Jahren eine hochmoderne Intensivstation in Betrieb genommen wurde, dort jetzt nicht mehr gebraucht wurden, und genau in unser Konzept passten«, beschreibt Martin Wolf, Vorstandssprecher des St. Johannisstifts, wie es zu dem ungewöhnlichen Deal zwischen den Kliniken kam. Lediglich die in Oeynhausen genutzte Brücke zwischen dem bestehenden Gebäude und der neuen Intensivstation war für Paderborn einige Zentimeter zu kurz und musste neu gefertigt werden.

»Auch die Medizintechnik werden wir neu anschaffen. Weitere Kosten fallen für die Pfeilerkonstruktion über dem Parkplatz, Dach und Fassade an«, erläutert Martin Wolf. Insgesamt kalkuliert das Johannisstift für die neue Station mit zehn Intensivpflegeplätzen mit Kosten von drei Millionen Euro. Im September soll das Gebäude an sich fertiggestellt sein, dann wird es eingerichtet, und Anfang November soll der Umzug erfolgen. »Das ist nach zwei Jahren Vorbereitung jetzt in der kurzen Zeit möglich, weil bei den Modulen bereits alles dabei ist – vom Schrank bis zur Umkleide«, freut sich Wolf, dass die Einschränkungen für Patienten und Personal durch die Baustelle minimal seien.

Besonderes Augenmerk richten die Planer des Johannisstifts gerade auf die Innengestaltung der Module. »Die Menschen, die dort versorgt werden, schauen die meiste Zeit an die Decke. Deshalb ist die Gestaltung wichtig«, weiß der Vorstandssprecher.

Nötig geworden sei die neue Intensivstation, weil die Zahl der Operationen, vor allem in der Gefäß- und Viszeralchirurgie gestiegen seien, die eine intensivmedizinische Nachbetreuung nötig machten. Über die neue Brücke, die in der Nacht zu diesem Freitag mit der zweiten Fuhre angeliefert wurde, ist eine kurze Anbindung an den Operationstrakt im ersten Obergeschoss möglich. Die frei werdenden Räume, in denen sich jetzt noch acht Intensivpflegebetten befinden, sollen voraussichtlich künftig als Patientenzimmer genutzt werden.

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