Fr., 14.06.2019

Kolpingspielschar Paderborn überzeugt mit Krimikomödie Turbulenter Spaß

Hugh, Giselle, Tracey und Ian (von links) erleben auf dem Flug nach San Francisco Turbulenzen. Turbulent ist die ganze Komödie »Hectors tödliches Vermächtnis«.

Hugh, Giselle, Tracey und Ian (von links) erleben auf dem Flug nach San Francisco Turbulenzen. Turbulent ist die ganze Komödie »Hectors tödliches Vermächtnis«. Foto: Dietmar Kemper

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Die Kolpingspielschar Paderborn macht Spaß. Bei der Premiere des Stücks »Hectors tödliches Vermächtnis« kamen am Donnerstagabend in der Kulturwerkstatt die Freunde turbulenter Komödien auf ihre Kosten.

Theater muss nicht immer schwermütig und voller Botschaften sein – leichte unterhaltsame Kost hat genauso ihren Wert. So eine wohlschmeckende Speise ist die Krimikomödie, die die Kolpingspielschar am Donnerstag und Freitag auftischte und auch noch an diesem Samstag um 20 Uhr im großen Saal serviert.

Vier Millionen Pfund für einen Mord

Der angeblich unheilbar krebskranke Hector hinterlässt seinen Verwandten, die er im Grunde verachtet und in einer Videobotschaft als sexsüchtig, nichtsnutzig, kleptomanisch und hypochondrisch abkanzelt, vier Millionen Pfund. Seine Frau Sharona verachtet er noch mehr – sie soll den Reichtum auf keinen Fall bekommen. Wollen die Verwandten Hugh, Giselle, Tracey und Ian die Millionen kassieren, müssen sie Sharona umbringen und die Tat mit einem Film beweisen.

Mit jeweils 10.000 Pfund als Grundausstattung machen sich die vier nach San Francisco auf und versuchen erst allein und dann zusammen, Sharona zu finden und ins Jenseits zu befördern. Aber irgendwie kommt immer was dazwischen. Mal können sie sich nicht auf die Körperteile einigen, auf die sie schießen wollen, mal sind sie sich über den möglichen Tatort unschlüssig. Wirklich in einer Kirche? Oder besser doch im Opernhaus? »Da haben wir Zeit, die spielen Wagner«, sagt Ian (Stefan Bunte).

Sprach- und Situationskomik ziehen sich durch das Stück

»Hectors tödliches Vermächtnis« nimmt von Beginn an Fahrt auf, Sprach- und Situationskomik ziehen sich durch das ganze Stück und machen es so unterhaltsam. Viele nur wenige Minuten kurze Szenen fesseln die Aufmerksamkeit des Publikums; auf der Bühne lenkt nichts von der Geschichte und den Texten von Thorsten Böhner ab. Lediglich acht weiße Hocker werden verschoben und so zusammengestellt, dass sie zum Beispiel eine Straßenbahn oder Brücke symbolisieren.

Nicht nur Verena Saul als Giselle, Jonathan Verhoeven (Hugh), Doris Witt (Tracey) und Stefan Bunte (Ian) überzeugen. Auch die Nebenfiguren setzen Akzente – so wie der muslimische Taxifahrer, der für jede seiner vier Frauen ein Handy hat, dann aber durcheinanderkommt. Oder der Prediger, der in der Gemeinde die Machtfrage stellt: »Wer ist hier der Boss?« Als die Gläubigen mit »Jesus« antworten, erklärt er trotzig: »Nein, ich!« Wie gesagt: Die Kolpingspielschar Paderborn macht Spaß.

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