Di., 25.06.2019

Nationalpark-Ausweisung soll Ziel der Landesentwicklung bleiben Grüne fordern Bekenntnis zur Senne

Radfahrer in der Senne.

Radfahrer in der Senne. Foto: Jörn Hannemann/Archiv

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Ein Bekenntnis zum Natur- und Artenschutz in der Senne fordern die NRW-Grünen im Landtag. Der Landesvorstand tagte am Montag in Paderborn, besuchte den Truppenübungsplatz Senne und formulierte einen Antrag, mit dem er die geplante Streichung des Ziels, die Senne nach Aufgabe der militärischen Nutzung als Nationalpark auszuweisen, doch noch verhindern will. Der Landesentwicklungsplan steht im Juli auf der Agenda des Landtags.

»Das Bewusstsein für Klima und Umweltschutz ist sehr groß. Nicht zuletzt die Europawahl hat gezeigt, wie wichtig den Menschen das Thema ist«, sagt die Landesvorsitzende Mona Neubaur. In der Region biete es sich an, für die Senne ein ökologisches Signal zu setzen. »Die Region soll sich darauf verlassen können, dass hier die schönen Worte, die von allen gerne in den Mund genommen werden, auch in Taten umgesetzt werden.« Allerdings haben die Briten gerade die Vereinbarung zur Nutzung der Truppenübungsplatzes Senne verlängert, den sie unter ihrer Verwaltung von 2020 an verstärkt anderen Nato-Truppen für Manöver zur Verfügung stellen wollen. »Nach unseren Erkenntnissen soll er bereits für 50 Wochen ausgebucht sein, allein zehn Wochen durch die Bundeswehr«, ergänzt Norika Creuzmann, Paderborner Kreisvorsitzende der Grünen und fürchtet gleichzeitig, dass der Natur- und Artenschutz auf dem Truppenübungsplatz, den das britische Militär bisher sehr ernst genommen habe, unter verstärkten Aktivitäten wechselnder Nutzer leide.

Deshalb müsse jetzt auch die Landesregierung ein Signal setzen und der Senne einen unangreifbaren Schutzstatus in Aussicht stellen. »Das wäre für uns nach der Bundestagswahl auch ein wesentlicher Punkt möglicher Koalitionsverhandlungen«, erinnert die Paderborner Landtagsabgeordnete Sigrid Beer an das möglicherweise neue Gewicht der Grünen, das sich mit den derzeit hohen Umfragewerten andeute.

Letztlich müsse das Ziel die Aufgabe der militärischen Nutzung sein, mit Ausnahme des Übungsplatzes Stapel bei Augustdorf, der derzeit von der Bundeswehr genutzt wird. »Wir müssen jetzt ernst machen und dieses Kleinod für die Menschen, die seit 100 Jahren im wesentlichen ausgesperrt sind, wieder erlebbar machen«, fordert Beer. »Was hier jetzt angedacht ist, hat für uns keine Zukunft.«

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