Mi., 26.06.2019

Bezirksausschuss votiert einstimmig gegen Bebauungsplan – Krieger-Gruppe lenkt ein Werbepylon schrumpft nach Ablehnung

In der ursprünglichen Planung der Krieger-Gruppe soll der Werbepylon für das Höffner-Möbelhaus an der Oberkante 54 Meter hoch sein. Das ist nun deutlich reduziert.

In der ursprünglichen Planung der Krieger-Gruppe soll der Werbepylon für das Höffner-Möbelhaus an der Oberkante 54 Meter hoch sein. Das ist nun deutlich reduziert.

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Ein klares »So nicht!« hatte der Bezirksausschuss Schloß Neuhaus der Krieger-Gruppe in Bezug auf den geplanten, 54 Meter hohen Werbepylon einstimmig mit auf den Weg gegeben. Das hat gewirkt: Gestern meldete die Stadt, dass man sich auf einen 29 Meter hohen Werbeturm für das Höffner-Möbelhaus verständigt habe.

Bürgermeister Michael Dreier habe nach der einstimmigen Ablehnung der Pläne für den Neubau des Möbelhauses am Dienstagabend direkt am Mittwochmorgen Kontakt zu Krieger aufgenommen, um eine Lösung herbeizuführen, teilte die Stadt mit. Am Mittwochabend zitierte Alois Lienen (CDU), Vorsitzender des Bezirksausschusses Elsen aus einer Mail von Kurt Krieger an Michael Dreier: »Wir akzeptieren die Einwände und sind mit einer Höhe von 29 Metern einverstanden.« Das gelte auch für eine Verlagerung des Pylonen an den Kreisverkehr der Stadionallee. »Auf dieses Ergebnis kann die Politik stolz sein«, stellte Lienen fest und freute sich über eine einstimmige Beschlussempfehlung für den Bauausschuss.

Bezirksausschuss Schloss Neuhaus setzt Ultimatum mit Erfolg

Stadtplaner Carsten Lang vom Coesfelder Büro Wolters und Partner hatte im Bezirksausschuss Schloß Neuhaus am Dienstag noch ausgeführt, dass es in der Frage der maximalen Höhe des Pylonen zwar noch keine endgültige Einigung zwischen der Stadt und dem Unternehmen gebe, das Verfahren an dieser Frage aber nicht vorzeitig scheitern solle. Deshalb warb er für einen Beschluss der Offenlage des Bebauungsplanentwurfs auch ohne endgültige Lösung in der Pylonfrage. Das neue Möbelhaus soll, wenn alles glatt läuft, im Herbst 2020 eröffnet werden.

»Dann kann ich nur den Rat geben, die Zeit zu nutzen. In 48 Stunden kann viel passieren«, setzte CDU-Fraktionschef Markus Mertens dem Planer am Dienstagabend ein Ultimatum bis zur entscheidenden Sitzung des Bauausschusses an diesem Donnerstag (17 Uhr, Technisches Rathaus). »In der derzeit geplanten Höhe ist der Pylon für uns inakzeptabel. Deshalb müssen wir jetzt ein Zeichen setzen, damit Bewegung in die Sache kommt.« Dann sei eine Zustimmung im Bauausschuss nicht ausgeschlossen, schließlich werde das Vorhaben an sich von der CDU durchaus begrüßt.

Bezirksausschuss Elsen begrüßt die geänderte Planung

Ähnlich argumentierte auch SPD-Fraktionschef Franz-Josef Henze. »Diese neue Form eines Krieger-Denkmals ist hier nicht gewollt, und das müssen wir anscheinend noch einmal unmissverständlich deutlich machen«, bedauerte er, dass die auch im Vorfeld schon deutlich geäußerte Meinung der Politik offenbar nicht gehört worden sei, sondern die Krieger-Gruppe nach wie vor auf einer Maximalhöhe um die 50 Meter bestehe. In einer benachbarten Stadt habe das klare, unmissverständliche Signal der Politik Wirkung gezeigt. »Warum nicht auch hier?«, formulierte auch Henze die, wie sich am Mittwoch zeigte, durchaus berechtigte Hoffnung, dass so noch einmal Bewegung in die Angelegenheit kam. Dann werde auch die SPD ihre Position bis Donnerstagabend noch einmal überdenken. Nach dem eindeutigen Votum im Bezirksausschuss Elsen gestern stehen die Zeichen dafür nun gut.

Kommentar

Die Paderborner Kommunalpolitiker haben mit ihrer ablehnenden Beschlussempfehlung ein wichtiges und richtiges Signal gesetzt. Sie haben mehrfach unmissverständlich klar gemacht, dass ein Werbepylon in dieser Höhe nicht erwünscht ist. Doch offenbar hatte die Unternehmensgruppe darauf spekuliert, dass die Aussicht auf 350 Arbeitsplätze die eindeutige Haltung der Politik in dieser Frage noch aufweichen werde. Die ist ihrer Linie aber treu geblieben und hatte damit den gewünschten Erfolg. 29 Meter Maximalhöhe für den Werbepylon dürften ein Kompromiss sein, mit dem alle gut leben können. Die verständlicherweise gewollte Sichtbarkeit des neuen Möbelhauses ist gewährleistet, und die Stadtsilhouette wird nicht mehr als nötig beeinträchtigt. Maike Stahl

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