Do., 11.07.2019

Für 2020 ist ein Konzert mit Chören aus allen Partnerstädten geplant Paderborn feiert Beethoven

Das Beethoven-Denkmal in Bonn. Im kommenden Jahr wird sich alles um den Komponisten, der von 1770 bis 1827 lebte, drehen.

Das Beethoven-Denkmal in Bonn. Im kommenden Jahr wird sich alles um den Komponisten, der von 1770 bis 1827 lebte, drehen. Foto: dpa

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Ludwig van Beethoven ist ein Sohn der Stadt Bonn. Im nächsten Jahr wird sein 250. Geburtstag gefeiert. Auch Paderborn will mitfeiern. Aber soll die Stadt dafür Geld ausgeben, obwohl Projekte wie der Stadthausneubau enorme Summen verschlingen?

Beethoven stehe auf einer Stufe mit Luther, 2020 werde es ein »Riesenjubiläum« geben, sagte Kulturamtsleiter Christoph Gockel-Böhner am Mittwoch im Kulturausschuss. Er stellte drei konkrete Projekte vor, von denen zwei von außen an die Stadt herangetragen wurden und eines eine eigene Idee darstellt.

Elf Konzerte an verschiedenen Orten

So möchte der Landesmusikrat NRW 2020 in Paderborn ein Beethoven-Projekt mit allen Landesjugendensembles aufziehen. »B20« lautet der Titel der Veranstaltung. »Da kommen elf Konzerte an besonderen Orten auf uns zu«, kündigte Gockel-Böhner an. Mit dabei seien das Kinderorchester NRW, die Junge Bläserphilharmonie, das Landesakkordeonorchester, aber auch das Studio Musikfabrik und das Percussionensemble Splash aus Köln, das eine Performance auf zerstörten Klavieren vorhabe.

Außerdem prallen 2020 zwei Musikwelten aufein­ander. Das Westliche Kammerorchester und das Arabische Kammerensemble widmen sich Beethovens 9. Sinfonie und spielen sie jeweils auf ihre Weise. Als Vermittler zwischen den Kulturen tritt der in Bagdad geborene Komponist, Sänger und Percussionist Saad Thamir auf, den die Paderborner Kulturfreunde vom »Musica-Sacra«-Festival her kennen.

»Diesen Kuss der ganzen Welt«

Das Kulturamt möchte das Ganze durch ein eigenes Projekt, das den Namen »Diesen Kuss der ganzen Welt« trägt, ergänzen. Konkret sollen Chöre aus allen Partnerstädten den Text zu Beethovens neunter Sinfonie (»Ode an die Freude«) singen, begleitet von der Nordwestdeutschen Philharmonie. Die »Neunte« ist die Europahymne, und so soll die Veranstaltung die Völkerverständigung fördern. Weil der Komponist ein Naturfreund war, sind zudem eine Konzertwanderung und ein Beethovenabend unter dem Titel »Hymne an die Nacht« angedacht.

Das alles kostet Geld, der Erste Beigeordnete Carsten Venherm geht von einer »mittleren fünfstelligen Summe« aus. Um planen zu können, brauche die Verwaltung eine »wohlwollende Kenntnisnahme«, sagte er und zog einen Vergleich: »Ob eine Straße 2020 oder 2021 gebaut wird, ist nachrangig. Das Beethovenjubiläum würden wir 2021 allein feiern.« Der Kulturausschuss signalisierte Zustimmung. Manfred Krugmann (SPD) zum Beispiel hält das Projekt mit den Partnerstädten für einen »ganz wichtigen Beitrag«, um besonders in Debrecen für ein geeintes Europa zu werben.

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