Fr., 12.07.2019

Stadt Paderborn beruhigt Bürger – Bahnhof und Kasernenzaun sind Problemzonen Swingerclubs ausgeschlossen

Doris Kohrs, Renate Ahrens und Lars-Christian Lange informieren in der Sennelager Schützenhalle über Inhalt und Auswirkungen von zwei Bebauungsplänen.

Doris Kohrs, Renate Ahrens und Lars-Christian Lange informieren in der Sennelager Schützenhalle über Inhalt und Auswirkungen von zwei Bebauungsplänen. Foto: Dietmar Kemper

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Neue Striptease- und Swingerclubs wird es im Ortskern von Paderborn-Sennelager nicht geben. Das hat die Stadtverwaltung am Donnerstagabend in einer Bürgerinformationsveranstaltung nochmals versprochen.

»Die Festsetzungen sind so eindeutig, dass diese Nutzungen nicht vorgenommen werden können«, sagte Renate Ahrens vom Stadtplanungsamt in der Schützenhalle vor etwa 100 Bürgern. Konkret ging es um den Bebauungsplan SN 335 »Ortskern Sennelager«. Hier wolle man Vergnügungsstätten im Erotikbereich wie Nachtlokale, Varietés und Swingerclubs genauso ausschließen wie solche, die den Spieltrieb kommerziell ausnutzen (Wettbüros, Spiel- und Automatenhallen).

»Wenn Vergnügungsstätten gehäuft auftreten, wird das Umfeld abgewertet«, betonte Ahrens und ergänzte: »Der Bebauungsplan sichert, dass keine Vergnügungsstätten zusätzlich kommen.« Bordelle fielen aber nicht unter die Rubrik Vergnügungsstätten.

Bahnhofsumfeld bereitet Sorgen

Die Bürger werden die Absage an Betriebe, die das vermeintliche Schmuddelimage des Stadtteils noch verstärken würden, erfreut zur Kenntnis genommen haben. Sie sehen in Sennelager aber noch mehr Problemzonen. Der Bahnhof sei eine »Schuttkuhle«, bemängelte ein Bürger, ein anderer rieb sich an dem Zaum der Normandy-Kaserne, eine Frau beklagte sich über die Platanen entlang der Bielefelder Straße. Die stünden mittlerweile mitten auf dem Bürgersteig, behinderten Mütter mit Kinderwagen und erhöhten die Gefahr von Unfällen, hieß es.

Einflussmöglichkeiten der Stadt sind begrenzt

Lars-Christian Lange vom Stadtplanungsamt machte deutlich, dass die Einflussmöglichkeiten gering sind. Die Normandy-Kaserne werde von Briten und anderen Einheiten weiter genutzt, der Truppenübungsplatz reiche direkt bis an die Bielefelder Straße und die Panzerverladestation gehöre zur Bundeswehr in Augustdorf und würde auch ohne Abzug der Engländer bestehen bleiben. Eine Verlegung auf Kosten der Stadt würde eine Summe im »mittleren zweistelligen Millionenbereich« verursachen.

»Am Erscheinungsbild der Bielefelder Straße wird sich kurzfristig nichts ändern«, vermutet Lange. Allerdings konnte er einen Bürger beruhigen, der befürchtet, dass Sennelager im Bereich Lahrkampstraße/Heilandsfrieden zu einer Art Duisburg-Marxloh verkommen könnte, wenn die Briten ihre Wohnblocks verlassen haben. Der Eigentümer belege die Wohnungen neu und biete sie »zu angemessenen Mietpreisen« an, berichtete Lange. Um Sennelagers Erscheinungsbild zu verbessern, seien »optische kleine Schritte« sinnvoll, sagte der Vorsitzende der Senner Runde, Günter Kleiner. So könne etwa der braune Klotz der Feuerwehr durch einen neuen Farbanstrich ansehnlicher werden.

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