Sa., 20.07.2019

Vorfall bei Herbst-Libori-Kirmes: Landgericht verurteilt 20-jährigen Syrer zu Gefängnisstrafe Losverkäufer wegen Teddybär mit Messer bedroht

Zwei Plüsch-Teddybären.

Zwei Plüsch-Teddybären. Foto: dpa

Paderborn (WB/mba). Weil er 2018 einen Losverkäufer auf der Herbst-Libori-Kirmes wegen eines Teddybären mit einem Messer bedroht hat, ist ein 20-Jähriger am Freitag vom Amtsgericht Paderborn zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der Syrer, der zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alt war, legte nach Angaben seines Anwalts Thorsten Fust aus Lichtenau ein Geständnis ab. Die Anklage lautete auf versuchte schwere räuberische Erpressung.

Der Mann hatte offenbar für 80 Euro Lose gekauft, aber nichts gewonnen. Daraufhin habe er den Losverkäufer angesprochen, ob dieser ihm für sein Kind nicht trotzdem einen Teddybären geben könne. Er habe doch so viele Lose gekauft. »Mein Mandant, der am Tattag alkoholisiert war, war schon wegen anderer Straftaten verurteilt worden. Er wusste, dass er ins Gefängnis musste, und wollte seinem Kind noch einen Teddy zum Abschied schenken«, sagt Fust. Als der Losverkäufer sich weigerte, zeigte der Angeklagte ihm offenbar ein Messer und bedrohte den Losverkäufer damit. Dieser ließ sich davon aber nicht beeindrucken und rief die Polizei.

Weil der Angeklagte sich geständig zeigte und auch weitere Vorwürfe wie Widerstand gegen Polizeibeamte sowie in zwei Fällen Bedrohungen einräumte, ließen sich Gericht und Staatsanwaltschaft auf einen Deal ein. Laut Thorsten Fust wurde die bestehende Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten auf drei Jahre und fünf Monate erhöht. Davon hat der 20-jährige Syrer bereits sechs Monate in der Justizvollzugsanstalt Herford abgesessen.

Anwalt Thorsten Fust: »Mein Mandant ist komplett geläutert. Die Straftaten sind aufgearbeitet, und mein Mandant hat sich für alles entschuldigt und zeigt Reue. Er will nun eine Ausbildung machen. Die Gefängnisstrafe ist für ihn sozusagen eine zweite Chance.«

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