Neuer Citymanager stellt Uni-Projekt vor: Handy informiert über Angebote in der City
Heiko Appelbaum hat die App

Paderborn (WB). Mit dem Handy in der Hand auf Schnäppchensuche: Das funktioniert nicht nur bei den einschlägigen Internethändlern, sondern auch in der Paderborner Innenstadt. Ob Textilhäuser, Gastronomie oder Fahrgeschäft auf Libori: Das Smartmarket²-Programm zeigt beim Stadtbummel auf dem Telefondisplay an, wo es Aktionen und Rabatte gibt.

Mittwoch, 24.07.2019, 07:00 Uhr
Citymanager Heiko Appelbaum hat sie bereits auf dem Handy: Die Smartmarket²-App informiert Besucher der Paderborner Innenstadt über Aktionen und Rabatte bei Einzelhändlern, der Gastronomie und den Libori-Schaustellern. Foto: Jörn Hannemann
Citymanager Heiko Appelbaum hat sie bereits auf dem Handy: Die Smartmarket²-App informiert Besucher der Paderborner Innenstadt über Aktionen und Rabatte bei Einzelhändlern, der Gastronomie und den Libori-Schaustellern. Foto: Jörn Hannemann

Für Heiko Appelbaum, den neuen Paderborner Citymanager, ist die jetzt gestartete Testphase der pfiffigen Handy-App ein Glücksfall: Paderborn sorgt bundesweit für Aufsehen mit dem Programm, das digitale und analoge Welt verschmelzen lässt. Überregionale Fernsehsender waren am Dienstag hier unterwegs, um über das Gemeinschaftsprojekt der Uni zu berichten. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.

»Die Testphase läuft bis Ende des Jahres.«

Uwe Seibel

»Die Testphase läuft bis Ende des Jahres«, berichtet Uwe Seibel, ehemaliger Citymanager und amtierender Vorsitzender der Werbegemeinschaft. Fast 70 Geschäfte, Cafés und Bistros beteiligen sich bereits an der Testphase. Hinzu kommen nun die Schausteller. Zu Libori wird es auf der App mehr als 100 Anbieter geben, kündigt Seibel an, der das Projekt betreut. Bislang haben bereits mehr als 500 Besucher das für die Nutzer kostenlose Programm auf ihr Mobiltelefon her­untergeladen, ist Heiko Appelbaum stolz. Und es sollen noch viele dazu kommen.

Seit fast 100 Tagen ist Appelbaum nun im Amt und arbeitet eng mit Uwe Seibel, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, an Ideen zur Entwicklung des Standorts. Mobilität und Parken, einheitliche Öffnungszeiten in der City und Digitalisierung sind die Themen, die auf der Prioritätenliste ganz oben stehen.

»Paderborner klagen auf hohem Niveau«

Da Heiko Appelbaum seit Jahren unter anderem auch als Gästeführer auswärtigen Besuchern die Stadt, ihre Besonderheiten und ihre Geschichte nahe bringt, steht er mit vielen Touristen im Kontakt. »Die meisten sind absolut begeistert von der Atmosphäre der Stadt, dem Paderquellgebiet, der Gastronomie und der Vielfalt des Einzelhandels. Das muss auch den Paderbornern immer wieder mal gesagt werden«, meint Appelbaum, dass manche Einheimische »auf hohem Niveau klagen«, wenn sie über ihre Heimatstadt sprechen. Uneingeschränkte Anerkennung finde zumindest das mittlere Paderquellgebiet. »Das ist eine Perle geworden. Und das sagen auch viele Paderborner«, sagt der 45-Jährige.

Appelbaum hat in den vergangenen Jahren die Unternehmenskommunikation im MZG geleitet und sein eigenes Pressebüro betrieben. »Dadurch sind viele Kontakte entstanden, von denen ich nun profitiere«, sagt er. Daher sei es für ihn auch nur konsequent, diese Kontakte als Citymanager zu nutzen. Er möchte Verbindungen herstellen zwischen Handel, Sport, Kultur und Uni. »Es gibt schon einige gute Beispiele für gelungene Kooperationen«, berichtet Seibel. Es sollen aber noch mehr werden.

Kritik am Thema Mobilität

Ein berechtigter Kritikpunkt der Paderborner sei das Thema Mobilität. »Das größte Ärgernis sind die Baustellen. Ich kenne aber keine Großstadt ohne Baustellen«, gibt der neue Citymanager zu bedenken, der auch das Thema Citylogistik voran treiben möchte. In Oldenburg und Osnabrück sind für August Besuchstermine geplant, um dort von der Organisation des Lieferverkehrs zu lernen.

Den Fahrradverkehr habe die Stadt Paderborn bereits auf der Agenda. Und auch die Parkplatzsituation müsse wieder verbessert werden, meint Seibel. Zumindest zu Spitzenzeiten – wie jetzt zu Libori – sei das Angebot knapp.

Mehr als ein Auge wollen Seibel und Appelbaum auch auf das Thema Leerstandsmanagement werfen. Geplant ist eine groß angelegte Aussendung von Werbeflyern an Filialisten aller Art, die man für Paderborn begeistern möchte. »Uns fehlt noch etwas für die Jugend«, sagt Seibel mit Blick auf den Einzelhandelsmix.

Zur Person

Heiko Appelbaum ist gebürtiger Paderborner und in Elsen aufgewachsen. Nach dem Abitur am Gymnasium Schloß Neuhaus und dem Zivildienst studierte er in Paderborn Geographie, Medienwissenschaften und Germanistische Sprachwissenschaften. Als Magister schloss er das Studium im Jahr 2000 ab. Nach einer freien Mitarbeit beim WESTFALEN-BLATT eröffnete er 2003 sein Pressebüro und war unter anderem für das Medizinische Zentrum in Bad Lippspringe (MZG) zuständig, wo er anschließend zwölf Jahre fest angestellt war. Die neue Herausforderung als Citymanager habe er gern angenommen. Dem MZG bleibt er als Berater erhalten.

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