Mi., 31.07.2019

Sitzelemente auf den Paderborner Königsplätzen werden von Spezialfirma beschichtet Flüssigglas kühlt heiße Bank ab

Die unbehandelte Messing-Oberfläche des Sitzelements auf den Königsplätzen heizte sich am Dienstag in der Mittagssonne bis auf 58 Grad auf.

Die unbehandelte Messing-Oberfläche des Sitzelements auf den Königsplätzen heizte sich am Dienstag in der Mittagssonne bis auf 58 Grad auf. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn (WB/mai). Ein Gutes hatte die große Aufmerksamkeit, die die heiße Bank auf den Königsplätzen im vergangenen Sommer bundesweit erfahren hat, vielleicht doch: »Von einem Bürger kam aufgrund der Berichterstattung über die Messing-Verkleidung, die sich im Sommer zu stark erhitzt, der Hinweis auf die Kölner Spezialfirma, die jetzt die Beschichtung vornimmt« , sagte Stadtsprecher Jens Reinhardt.

Dort, wo bereits die Flüssiglasbeschichtung aufgebracht worden ist, sind es exakt zur gleichen Zeit nur noch 42 Grad. Außerdem soll die Beschichtung die Messingfarbe erhalten. Foto: Jörn Hannemann

Wie mehrfach berichtet, hat sich die Messing-Abdeckung oberhalb der Rückenlehne und an den Seiten der für 178.000 Euro spezial angefertigten Sitzmöbel derart erhitzt, dass die Stadt dort Warnschilder für die Benutzer aufstellen musste.

»Dass die Beschichtung und die dafür erforderliche Sperrung der Bänke jetzt gerade während der Liboriwoche erfolgt, war leider nicht zu vermeiden, weil wir nur diesen Termin bekommen konnten«, bittet Jens Reinhardt um Verständnis. Allerdings scheint die Maßnahme Erfolg zu zeigen. Am Dienstagmittag haben Franz Krolpfeifer vom Straßen- und Brückenbauamt und Yavuz Melek von der Kölner Spezialfirma Eikin nachgemessen. Auf der bereits beschichteten Oberfläche zeigte das Thermometer in der Mittagssonne 42 Grad, auf der unbehandelten Oberfläche 58.

Beschichtung hält bis zu zehn Jahre

Bevor die Spezialbeschichtung, die auch im Flugzeug- und Fahrzeugbau zum Einsatz kommt, aufgebracht wurde, ist auch die bereits angesetzte Patina auf den Messingplatten entfernt worden. Denn eigentlich dient die Beschichtung vor allem dem Korrosionsschutz. Dass sie auch die Aufheizung des Materials reduziert ist ein Nebeneffekt, den die Stadt sich zu Nutze machen möchte. »Wenn sich das bewährt, werden wir auch die Seitenteile noch beschichten«, kündigt Jens Reinhardt an. Veranschlagt sei dafür insgesamt ein niedriger vierstelliger Betrag.

Die Beschichtung hält laut Yavuz Melek mindestens acht bis zehn Jahre. In dieser Zeit behalte auch das gereinigte Messing seine Farbe, so dass die Sitzelemente, in deren Mitte Hochbeete angelegt sind, auch optisch von der Behandlung profitiere. Die in der Vergangenheit ohnehin öfter gestohlenen »Vorsicht! Heiße Oberfläche«-Warnschilder dürften damit erst einmal Geschichte sein.

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