Mi., 31.07.2019

Am Paderborner Marienplatz gibt es einen außergewöhnlichen Ausstellungsraum Kunst im Untergrund

Volker Heisener neben einem seiner Frauenporträts. Der Gewinner der Kulturnadel genießt die Atmosphäre einer Kunstpräsentation in einem Gewölbekeller.

Volker Heisener neben einem seiner Frauenporträts. Der Gewinner der Kulturnadel genießt die Atmosphäre einer Kunstpräsentation in einem Gewölbekeller. Foto: Dietmar Kemper

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Der coolste Ausstellungsraum in der Libori-Woche befindet sich am Marienplatz unter einer Luke. Dort steigen Besucher in den Untergrund, genießen Kunst und haben es auch noch kühl.

»Deeper Underground« heißt die Ausstellung, die Volker Heisener zusammengestellt hat und etwa sieben Meter unter der Erde zeigt. »Der Raum ist einfach zu schön, um dort nur Möbel zu lagern«, sagte Heisener am Dienstagabend. Normalerweise verstaut das benachbarte Burgerrestaurant Hans im Glück dort die Stühle für die Außengastronomie. Das Gebäude selbst gehört Andreas Nolte, der beim Umbau auf den Gewölbekeller stieß.

Offene Luke macht die Passanten neugierig

Die kleine Ausstellung ist nachmittags und abends bis einschließlich Sonntag kostenlos zu sehen. Aber allein schon der ungewöhnliche Standort sorgt für Aufmerksamkeit. »Die Paderborner werden neugierig, wenn die Luke auf ist«, hat Heisener beobachtet. Der Street-Art- und Graffiti-Künstler wurde im vergangenen Jahr von der Stadt Paderborn mit der Kulturnadel ausgezeichnet. Er ist in der deutschen Kunstszene vernetzt, und so schaffte er es, namhafte Vertreter wie Johannes Mundinger (Berlin), Ulves Müller (Dortmund) oder Henning Feil (Brilon) für seine Ausstellung zu gewinnen.

Der Titel greift den gleichnamigen Song der britischen Band Jamiroquai auf, in dem es heißt: »I’m going deeper underground, there’s too much panic in this town«. Der 37-jährige Heisener will in Paderborn keine Panik verbreiten, sondern Neugierde für den ungewöhnlichen Ausstellungsraum wecken.

»Ich male die Bilder nur zu 80 Prozent selbst«

Er selbst stellt hier vor allem Frauenporträts aus. Dafür hat er Pappe auf einen Keilrahmen gespannt und die Gesichter mit Sprühdose, Pinsel und Stift gestaltet. Zudem ließ er einfach Farbe auf den Untergrund tropfen und für sich arbeiten. »Ich male die Bilder nur zu 80 Prozent selbst«, erzählte er. Dass sich die Graffiti-Kunst in Paderborn im Aufwind befindet, freut ihn sehr. »Paderborn hat Lust auf Graffiti«, meint Heisener und verweist auf die Brücke am Lippesee und die Jugend- und Drogenberatungsstelle Drobs nahe der Paderhalle.

Neben ihm ist bei »Deeper Underground« ein weiterer Paderborner vertreten. Max Gierse zeigt eine Lichtinstallation. Von wem welches Werk stammt, ist daneben auf die nackten Wände gekritzelt. Heisener würde sich wünschen, dass der Raum über Libori hinaus für Kunst und Musik zur Verfügung steht, aber darüber müssen andere entscheiden. Bei elektronischer Musik schauten sich am Dienstag immer wieder vor allem junge Leute im coolsten Ausstellungsraum der Stadt um.

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