Mi., 14.08.2019

Vereine sollen selbst über die Verwendung entscheiden 4,9 Millionen Euro für den Sport

Viele Vereine, die eigene Anlagen betreiben, geraten in finanzielle Not, wenn sie investieren müssen. Jetzt hilft das Land mit Fördergeldern. Um diese wird sich auch der TC Grün-Weiß Paderborn (Foto) bewerben.

Viele Vereine, die eigene Anlagen betreiben, geraten in finanzielle Not, wenn sie investieren müssen. Jetzt hilft das Land mit Fördergeldern. Um diese wird sich auch der TC Grün-Weiß Paderborn (Foto) bewerben. Foto: Oliver Schwabe

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Fast 4,9 Millionen Euro fließen bis Ende 2022 vom Land NRW in den Kreis Paderborn. Damit sollen Vereine unterstützt werden, die ihre Sportstätten auf Vordermann bringen wollen. Das Besondere: Die Vereine sollen sich untereinander über die Verteilung der Gelder einigen – Politik und Verwaltung sind diesmal außen vor.

Das Dach ist undicht, die sanitären Anlagen und Umkleideräume für die Spieler haben die besten Jahre hinter sich: Der Tennisclub Grün-Weiß Paderborn muss dringend sanieren. Da kommt das Programm des Landes »Moderne Sportstätte 2022« gerade Recht.

Mit den Fördermitteln sollen ausschließlich Sportstätten saniert werden, die sich im Vereinsbesitz befinden oder langfristig vom Verein gepachtet sind. Kommunale Hallen und Sportplätze sowie Schwimmbäder – auch für den Schulsport – sind ausgeschlossen. Doch nicht nur das ist ein neuer Ansatz der Landesregierung. Auch die Verteilung des Geldes ist für alle Vereine im Land ein Novum, betont Landtagsabgeordneter Bernhard Hoppe-Biermeyer (CDU), Vorsitzender des Sportausschusses des Landes NRW. »Jetzt muss der Sport beweisen, dass er sich selbst organisieren kann. Hier ist Professionalität gefordert«, weiß Diethelm Krause, Präsident des Kreissportbundes Paderborn. Mit Blick auf die möglicherweise konkurrierenden Interessen einzelner Vereine werde es sicher auch Mediatoren geben müssen, die die Interessen bündeln.

Über Kooperationen nachdenken

Ehrenamtliche bekämen also nicht nur die Aufgabe, die Bedarfe in den Vereinen zu ermitteln, sondern auch zunächst auf kommunaler Ebene zu klären, wie man sich mit den übrigen Vereinen einigt. »Die Gemeinde- und Stadtsportverbände wissen genau, wo in den Kommunen die Stärken und Schwächen sind«, sagt Ralf Pahlsmeier, Vizepräsident des Kreissportbundes. Die Auseinandersetzung mit dem Fördergeld fordere die Vereine auch dazu auf, über mögliche Kooperationen und Zusammenlegungen nachzudenken – zumindest da, wo zum Beispiel der Nachwuchs fehle.

Informationsveranstaltung im Oktober

Um die Vereine auf die Herausforderung vorzubereiten findet am Montag, 21. Oktober, in Paderborn im Beisein der Staatskanzlei eine Informationsveranstaltung statt. Dabei wird geklärt, welche Baumaßnahmen gefördert werden und wie das Antragsverfahren abläuft. »Die meisten Vereine interessieren sich für Kunstrasenplätze. Theoretisch sind die mit drin«, sagt Diethelm Krause. Um zu vermeiden, dass das Geld mit der Gießkanne verteilt wird, sollen nur Projekte ab 10.000 Euro unterstützt werden. Und noch etwas ist Voraussetzung: Die Vereine müssen für die Co-Finanzierung sorgen. Entweder durch eigenes Geld oder Eigenleistungen. Auch die Kommunen können unterstützen.

Anteil nach Kommunen

Altenbeken, Bad Lippspringe, Borchen, Büren, Hövelhof, Lichtenau und Bad Wünnenberg jeweils 300.000 Euro. Salzkotten erhält 341.000 und Delbrück 433.000 Euro. In der Stadt Paderborn sollen 2,01 Millionen Euro bei den Vereinen ankommen.

Kommentar

Das ungewöhnliche Verfahren, das das Land bei der Verteilung des Geldes gewählt hat, hat viele Vorteile: Nicht die Politik entscheidet, wo die Mittel hinfließen, sondern die Vereine selbst. Das entlastet Verwaltungen und Räte und stärkt die Autonomie der Vereine. Die schwierigste Aufgabe besteht aber darin, dass die Vereine sich auf kommunaler Ebene einig werden. Daher ist es richtig, schon jetzt den Kreissportbund als Mediator zu positionieren, der in strittigen Fällen vermittelt. Der Ansatz ist gut, die Erfolgsbilanz bleibt aber abzuwarten. Ingo Schmitz

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