Sa., 17.08.2019

Finke- und Briten-Kündigungen beschäftigen das Arbeitsgericht Mitarbeiter klagen gegen Entlassungen

Holger Kuhlmey, Direktor des Arbeitsgerichts, rechnet kurz vor Weihnachten mit den Finke-Verfahren.

Holger Kuhlmey, Direktor des Arbeitsgerichts, rechnet kurz vor Weihnachten mit den Finke-Verfahren. Foto: Jörn Hannemann

Von Ingo Schmitz

Paderborn  (WB). Der weitestgehende Abzug der britischen Soldaten bleibt ein Fall für die Gerichte. Es geht um die Kündigungen der zivilen Mitarbeiter in Paderborn und Sennelager.

Im Frühjahr 2018 haben 658 Zivilbeschäftigte der britischen Streitkräfte die Kündigungen zum Stichtag 31. Dezember 2019 erhalten. 89 Betroffene haben gegen ihre Kündigung geklagt – und in erster Instanz verloren, berichtet Holger Kuhlmey, Direktor des Paderborner Arbeitsgerichts. Auch die eingereichten Berufungen seien zurückgewiesen worden, sagt der Richter. Hintergrund sei der betriebliche Grund – der Wegfall des Arbeitsplatzes durch den Truppenabzug.

Rund 30 Zivilbeschäftigte pochen auf Wiedereinstellung

Trotzdem wird es nun gerichtlich weiter gehen. Rund 30 Zivilbeschäftigte pochen demnach auf ihre Wiedereinstellung. zum 1. Januar 2020. Sie argumentieren, dass ein Teil der Briten verbleibt und einige Aufgaben fortgesetzt werden müssen. »Auch diese Klagen sind vom Arbeitsgericht abgewiesen worden, weil der Umfang der anfallenden Arbeiten bislang nicht feststeht«, sagt Holger Kuhlmey. Die Berufung liege nun beim Landesarbeitsgericht in Hamm.

Und noch eine weitere Kündigungswelle betrifft auch das Paderborner Arbeitsgericht: Am Mittwoch, 21. August, findet dort einer der so genannten »Finke-Prozesse« statt. In mehr als 30 Fällen, so Holger Kuhlmey, seien Beschäftigte des Paderborner Möbelhauses gegen ihre Entlassungen juristisch vorgegangen. »Die Gütetermine haben schon alle stattgefunden«, berichtete der Direktor. Kurz vor Weihnachten werde es eine Reihe von Gerichtsverfahren geben, die sich mit dem Ende des Möbelhauses und den damit verbundenen Arbeitsplatz-Verlusten beschäftigen werden.

Schwester soll Nutznießerin von hohen Nachlässen gewesen sein

In dem aktuellen Finke-Fall, der am Mittwoch verhandelt wird, geht es um die fristlose Kündigung einer Mitarbeiterin, der vorgeworfen wird, während des Räumungsverkaufs in 60 Fällen Kunden überhöhte Rabatte gewährt zu haben. Die Mitarbeiterin, die seit mehr als zehn Jahren für Finke gearbeitet hat, habe unter anderem einen Teppich für 100 statt für 1008 Euro verkauft, wirft ihr der ehemalige Arbeitgeber vor. Das Pikante daran: In einigen Fällen soll ihre eigene Schwester Nutznießerin von außergewöhnlich hohen Nachlässen gewesen sein. Der Schaden soll in die Tausende gehen. Vor diesem Hintergrund sei das Unternehmen nicht bereit, sich mit der langjährigen Angestellten zu einigen, die selbst von Fehlern spricht. Zum Prozesstermin am Mittwoch wird Geschäftsführer Franz-Josef Golüke erwartet.

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