Do., 22.08.2019

Maskierter Mann schießt mit Pistole in die Decke – Polizei nimmt Trio fest Zeuge stellt bewaffnete Tankstellenräuber

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Jörn Hanneman

Paderborn-Sennelager (WB). Eine Bande von drei mutmaßlichen Tankstellen-Räubern (20/23/27) konnte in der Nacht zu Donnerstag von der Paderborner Polizei festgenommen werden. Couragiert: Ein Zeuge (37) des Überfalls an der Bielefelder Straße, der selbst mit einer Pistole bedroht wurde, folgte dem Fluchtwagen des Trios und stellte das Fahrzeug.

Während Autofahrer ihre Fahrzeuge an den Zapfsäulen betankten, stürmte gegen 22.20 Uhr ein maskierter Mann in die Tankstelle an der Autobahnauffahrt Sennelager. Er schoss mit einer Pistole in Richtung Decke und bedrohte den Tankwart mit seiner Waffe. Der Täter forderte Bargeld und ging hinter den Tresen. Er steckte Münzen und Euroscheine ein.

Als eine Person von draußen etwas rief, flüchtete der Täter. Sein ebenfalls maskierter Komplize hatte ihn gewarnt, weil ein Auto vor die Tankstelle fuhr. Vor der Tür zielte der bewaffnete Täter auf den Fahrer des Autos, dann liefen beide weg. Der 37-jährige Autofahrer folgte den Maskierten. Sie rannten in Richtung eines VW Golf, der in einer Seitenstraße neben dem Tankstellengelände stand. Im Fluchtwagen wartete offensichtlich noch ein dritter Komplize.

Flucht in die Sackgasse

Einer der Täter erreichte den Golf, der sofort anfuhr und Fahrt aufnahm. Der dritte Täter verschwand in einem Gebüsch. Sofort nahm der Zeuge die Verfolgung des Fluchtwagens auf und alarmierte die Polizei. Auch der Tankwart hatte zwischenzeitlich den Notruf gewählt, sodass die Polizei mehrere Streifen zur Fahndung einsetzte.

In Sande fuhr der flüchtende Golf in eine Sackgasse. Couragiert stellte der Zeuge sein Auto mitten auf die Straße und blockierte so die Ausfahrt. Er schaltete das Fernlicht ein und blendete die Räuber. Der Beifahrer sprang aus dem Wagen und flüchtete zu Fuß am Auto des Zeugen vorbei. Dieser stieg nun selbst aus und ging auf den Fluchtwagen zu. Als der Fahrer des Golfs ausstieg, stellte sich ihm der Zeuge mutig in den Weg und ließ sich nicht einschüchtern.

Er redete auf den Tatverdächtigen solange ein, bis ihm dieser den Autoschlüssel aushändigte und am Golf stehen blieb. Einen Anwohner bat der Zeuge, die Polizei zu verständigen und den Standort anzugeben. Er selbst bewachte weiter den Tatverdächtigen. Wenig später erreichte eine Polizeistreife die Sackgasse und nahm den 27-jährigen Fluchtwagenfahrer fest.

Täter schon früher wegen Raubes in Haft

Im Golf fanden die Beamten neben einem Messer und weiteren Beweismitteln den Ausweis eines 20-jährigen Paderborners. Das Auto und sämtliche Beweismittel stellte die Polizei sicher.

Um 23.55 Uhr fiel einer Polizeistreife in Schloß Neuhaus nahe des Schlossparks ein verdächtiger Mann auf. Der 23-Jährige wurde kontrolliert und festgenommen. Er hatte die mutmaßliche Tatwaffe sowie die Beute dabei.

Die Festnahme des dritten Tatverdächtigen (20) gelang der Polizei etwas später an der im sichergestellten Ausweis vermerkten Anschrift. Alle drei Tatverdächtigen waren bereits polizeilich aufgefallen. Der 23-Jährige hatte wegen Raubes in Haft gesessen. In ihren Vernehmungen gestanden zwei der mutmaßlichen Räuber ihre Tatbeteiligung.

Das Trio wurde am Donnerstagnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter am Paderborner Amtsgericht vorgeführt.

Kommentare

Leichtsinn

Der Zeuge wusste wahrscheinlich was er macht und es war nicht grundlos das er die Täter gestellt hatt einfach weiter denken bevor man sein Senft aus der Tube drückt (Hermann)

Mutig oder leichtsinnig? Sich selbst (grundlos) zu gefährden und sich bewaffneten Räubern in den Weg zu stellen ist die eine Sache. Grundlos deshalb, weil der Zeuge (sofern er nicht privat agierender Polizeibeamter war) nicht für die Strafverfolgung zuständig ist, njiemand verletzt wurde und es letztlich zwar um einen Verbrechenstatbestand, jedoch auch nur um geldwerte Beute ging...naja, wie gesagt: mutig oder leichtsinnig?!

Der Zeuge hat jedoch offensichtlich nicht bedacht, dass bewaffnete Täter auch Anwohner in der Sackgasse (bspw. den um Absetzen des Notrufes gebetenen Anwohner) gefährden oder gar verletzen oder als Geisel nehmen könnten. Also mein Fazit, bei allem Respekt vor dem gleichzeitigen Mut, letztlich: verantwortungsloser und völlig unbedachter Leichtsinn!

2 Kommentare

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