Geld für die Digitalisierung – Aufbau einer transparenten Datenplattform in Vorbereitung
Minister Pinkwart bringt Millionen mit

Paderborn (WB). Die »Zentrale Open Data Plattform« ist das Herzstück des Paderborner Digitalisierungsprozesses. Damit dieses Herz endlich beginnen kann zu schlagen, hat NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart dem Projekt die notwendige Finanzspritze versetzt: 2,5 Millionen Euro bekommt die Stadt an Zuschüssen, um die Plattform aufbauen zu können. Insgesamt kostet das Projekt 3,1 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf 20 Prozent.

Freitag, 23.08.2019, 09:58 Uhr aktualisiert: 23.08.2019, 10:00 Uhr
Andreas Pinkwart hat vor Bernhard Hoppe-Biermeyer, Marianne Thomann-Stahl und Michael Dreier gesprochen. Foto: O. Schwabe
Andreas Pinkwart hat vor Bernhard Hoppe-Biermeyer, Marianne Thomann-Stahl und Michael Dreier gesprochen. Foto: O. Schwabe

Wer in Zukunft für Paderborn Daten sucht, soll auf der neuen digitalen Plattform fündig werden. Ob Karten- oder Messdaten, Informationen über Bürgerprojekte, Tourismus, Kultur, Mobilität, Sicherheit oder ganz konkret zum Beispiel über Schulwege: Alle Daten sollen zusammengeführt, transparent gemacht und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden – allerdings völlig anonymisiert, wie Bürgermeister Michael Dreier betonte. Er kündigte an, dass Paderborn auch über das Jahr 2021 hinaus – dem geplanten Ende des Projektzeitraums – die Funktion der digitalen Leitkommune wahrnehmen wolle.

Intelligenter Einsatz von Feuerwehrdrohnen

»Open Data« ist nur eins von mehreren Projekten, das derzeit im Zuge der digitalen Modellregion OWL in Paderborn entwickelt wird. In Planung ist außerdem eine digitale Gesundheitsplattform in Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzten (4,7 Millionen Euro), die intelligente Steuerung der Schloß Kreuzung in Schloß Neuhaus (1,7 Millionen Euro), der intelligente Einsatz von Feuerwehrdrohnen zur frühen Einschätzung der Lage bei Bränden (1,4 Millionen Euro), Energie und Umwelt (960.000 Euro), eine Theaterplattform (650.000 Euro) oder auch eine Plattform zur Ermittlung von Grundstückswerten (560.000 Euro).

Pinkwart lobte die Initiative der Stadt Paderborn und erklärte: »Die gesamte Region ist auf einem guten Weg, für alle Städte und Gemeinden in NRW Musterprojekte zu entwickeln. Sie werden einen konkreten Nutzen für die Bürger bringen und die Digitalisierung der Verwaltung einen großen Schritt voranbringen.«

»Digitalisierung ist nicht das Problem des Beschäftigungsmarktes, sondern die Lösung.«

Minister Andreas Pinkwart

Die Übergabe des Förderbescheids erfolgte in der Paderborner Zukunftsmeile, in der das Technologie-Netzwerk »It’s OWL« als Mieter des Fraunhofer Instituts untergebracht ist. »Eine perfekte Adresse«, wie Geschäftsführer Günter Korder betonte. Denn: It’s OWL sei angetreten, um Unternehmen bei der Digitalisierung und der Erschließung der Zukunft zu helfen.

Minister Pinkwart stellte klar, dass die Digitalisierung nicht das Problem des Beschäftigungsmarktes sei, sondern die Lösung, wenn der Bedarf an Fachkräften künftig nicht mehr gedeckt werden könne. »Die Digitalisierung bietet Chancen, weil dadurch die Wertschöpfung in unseren Regionen trotz Fachkräftemangel erhalten werden kann«, stellte Pinkwart klar. Auch die Behörden hätten enorme Probleme, Personal zu bekommen oder zu halten. Vor allem dann, wenn sie eine Nähe zu den digitalen Themen hätten, seien sie von der privaten Wirtschaft stark umworben. Mitarbeiter müssten daher von Aufgaben befreit werden, die digital gelöst werden könnten. Gleichzeitig müssten sie für neue Herausforderungen geschult werden, forderte der Minister.

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