Mo., 26.08.2019

Warum Paderborn trotz der zweiten Niederlage in Folge weiter hinter dem SCP steht »Kein Weltuntergang«

Blau-weiß-schwarzes Meer: Auf der Wilfried-Finke-Tribüne kocht die Stimmung – erst positiv, dann negativ.

Blau-weiß-schwarzes Meer: Auf der Wilfried-Finke-Tribüne kocht die Stimmung – erst positiv, dann negativ. Foto: Timo Gemmeke

Von Timo Gemmeke

Paderborn (WB). Als feststand, dass der SCP zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in die Erste Liga aufsteigt, war die Freude nicht nur im Team von Trainer Steffen Baumgart riesig – die ganze Stadt freute sich für »ihre Elf«. Trotz der Niederlage beim ersten Heimspiel der Saison gegen den SC Freiburg scheint diese Euphorie zu bleiben.

Ein Zeichen dieser Euphorie sind auch die Schlangen vor den SCP-Vorverkaufsstellen am Samstagvormittag. Wer kann, sichert sich ein Ticket für die Heimspielpremiere – wer schon eins hat, steht am Nachmittag ein paar Minuten früher als sonst im Rang. Erste Liga im Hochstift: Das ist ein Highlight, auch für die, die sonst nicht jedes Wochenende in blau-weiß-schwarzer Kluft ihrer Elf in der Benteler-Arena zujubeln.

Sind trotz der Niederlage nicht enttäuscht: CDU-Ratsfraktions vorsitzender Markus Mertens (links) mit Paderborns Bürgermeister Michael Dreier. Die SCP-Spiele schauen sich die beiden Politiker »eigentlich immer zusammen an«, wie sie sagen. Fotos: Timo Gemmeke Foto: Timo Gemmeke

Zumindest blau-schwarz trägt an diesem Samstag auch Jabril Jamal; eine blaue Kappe, ein schwarzes Shirt. Der 25-Jährige Göttinger, der ursprünglich aus Texas stammt, will nicht nur das Spiel sehen. Er hat etwas Besonderes vor – er möchte einen alten Schulfreund besuchen. »Ich bin mit Khiry Shelton zur Schule gegangen, wir waren damals Kumpels«, erzählt er. Jetzt, wo sich beide »jahrelang nicht gesehen haben«, will Jabril den SCP-Stürmer überraschen. »Weil meine Freundin krank geworden ist, wollte ich meine Tickets erst verschenken. Jetzt will ich mir das Spiel aber trotzdem anschauen«, sagt er. »Hier in Paderborn ist das ja schon etwas Besonderes.«

Für einen, der sonst häufiger in der Benteler-Arena sitzt, ist die Partie gegen Freiburg auch etwas Besonderes: Bürgermeister Michael Dreier. Gemeinsam mit CDU-Fraktionschef Markus Mertens drückt er dem Team die Daumen – was sich nach dem Treffer durch Streli Mamba Minuten bezahlt macht. Das erste Tor in den ersten Minuten beim ersten Heimspiel in der Ersten Liga. Das ganze Stadion bebt, nicht nur die Wilfried-Finke-Tribüne jubelt mal so richtig ausgelassen.

Mit dem Jubeln war’s das dann aber vorerst. Drei Gegentore lassen die Mundwinkel der Fans mit den schwindenden Chancen auf einen Heimsieg sinken. Spätestens in der zweiten Halbzeit wird die Stimmung wegen mehrer Schiedsrichter-Entscheidungen dann rauer; ein SCP-Fan wird von der Polizei aus dem Rang geführt, weil er einen vollen Bierbecher in Richtung der Freiburger Trainerbank geworfen hat. Man merkt: Die Fans stehen mit allen Emotionen hinter ihrem SCP.

Nach dem Abpfiff muss auch das Stadtoberhaupt seufzen. » Die Jungs haben alles gegeben , manche Chancen hätten trotzdem drin sein müssen«, sagt Dreier. »Aber das ist kein Weltuntergang. Trotz der zwei Niederlagen konnte man sehen: Der SCP ist in der Ersten Liga genau richtig.«

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