Fr., 30.08.2019

Bundeswirtschaftsminister informiert sich an der Zukunftsmeile Ganz nach Altmaiers Geschmack

Daniel Röltgen (Gruppenleiter am Fraunhofer-Institut in Paderborn) erläutert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier an der Zukunftsmeile ein Digitalisierungsprojekt, von dem nicht zuletzt der Hersteller von Chicken-Nuggets profitiert.

Daniel Röltgen (Gruppenleiter am Fraunhofer-Institut in Paderborn) erläutert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier an der Zukunftsmeile ein Digitalisierungsprojekt, von dem nicht zuletzt der Hersteller von Chicken-Nuggets profitiert. Foto: Oliver Schwabe

Von Maike Stahl

Die in Oelde ansässige Firma Gea, die sich auf die Herstellung von Separatoren für die Lebensmittelindustrie spezialisiert hat, hat über das Netzwerk zusammen mit dem Fraunhofer Institut an der Zukunftsmeile einen intelligenten Separator entwickelt. Benötigt werden diese Geräte zum Beispiel in Molkereien, um Rohmilch in Sahne und Magermilch zu trennen. Aber eben auch bei der Produktion von Chicken-Nuggets. »Wir haben über unsere Separatoren mit jedem dritten Liter Milch und jedem dritten Chicken-Nugget weltweit zu tun«, erläuterte Gea-Vorstand Steffen Bersch dem Minister.

Da die Qualität der Rohstoffe unterschiedlich sei, basiere die Einstellung der Separatoren in der Produktion bisher vornehmlich auf Erfahrung und geschultem Gehör des Maschinenbedieners. Fraunhofer hat nun ein intelligentes Expertensystem für die Betriebsüberwachung entwickelt, das den Mitarbeitern über ein Tablet Handlungsempfehlungen gibt. »Damit haben wir eine Optimierung erreicht, die rein mechanisch nicht mehr möglich gewesen wäre«, freut sich Bersch über die gelungene Kooperation.

Mehr als 200 Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben sich im Spitzencluster »it’s OWL – Intelligente technische Systeme« zusammengeschlossen, das damit laut Geschäftsführer Roman Dumitrescu als eine der größten Initiativen für Industrie 4.0. in Deutschland gilt. Neben den im Netzwerk vertretenen Weltmarktführern, die in der Industrieelektronik einen Weltmarktanteil von 75 Prozent haben, profitiere vor allem auch der Mittelstand, der keine eigenen Forschungsabteilungen unterhalten kann, vom Technologietransfer. Fast 200 Projekte wurden in den vergangenen vier Jahren umgesetzt. Bis 2023 sollen laut Dumitrescu Projekte im Umfang von 200 Millionen Euro folgen. Das Land stellt dafür 50 Millionen Fördermittel zur Verfügung. Die gleiche Summe kommt aus der Wirtschaft.

»Es ist tröstlich zu sehen, wie der Mittelstand hier eingebunden wird. Denn es ist es eine Frage des Überlebens von Unternehmen, ob das Innovationspotential erkannt und umgesetzt wird«, sagte Altmaier. »Ich habe mich gefragt, inwiefern der Mittelstand das leisten kann, aber Projekte wie dieses beruhigen mich diesbezüglich.«

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