Mo., 02.09.2019

Künstler zeigen in Paderborn ihre Werke unter freiem Himmel Wenn das Gemälde im Gartenteich landet

Natalie Schwarz aus Schlangen zeigt 25 ihrer Gemälde unter freiem Himmel im Rahmen der Aktion »Kunst trifft Garten«.

Natalie Schwarz aus Schlangen zeigt 25 ihrer Gemälde unter freiem Himmel im Rahmen der Aktion »Kunst trifft Garten«. Foto: Oliver Schwabe

Von Meike Oblau

Paderborn (WB). Und zack – da liegt das Gemälde im Teich. Kann schon mal passieren, wenn man wie Natalie Schwarz im Rahmen der Aktion »Kunst trifft Garten« unter freiem Himmel ausstellt. Ein Windstoß, und das Werk mit dem passenden Namen »An den Quellen« wird nass.

Ob daher der Begriff »Wasserfarbe« kommt? Man weiß es nicht. Natalie Schwarz hat ihr Kunstwerk jedenfalls gerettet und lässt es in der Sonne trocknen. 25 Bilder hat die Schlängerin im Garten von Franz-Josef Otto ausgestellt und am Samstagmorgen hier ihren Künstlerkollegen Otto Dongauser von der Steinbildhauerei Brechmann kennengelernt, der parallel auf dem Gelände am Ottenhauser Weg seine Skulpturen zeigt. Unter anderem hat er sein Gesellenstück mitgebracht: zwei niedliche Koalas, in Stein gemeißelt.

Zerbrechlicher scheint die Kunst, die Besucher im Garten Güntermann am Greitelerweg anschauen können. Sie wirkt aber nur so, denn die Glaskunst besteht aus Sicherheitsglas. Wilhelm und Dorothea Peters haben gemeinsam mit heimischen Künstlern deren Werke auf Glas aufgebracht und zeigen, was man damit dann machen kann: gläserne Wind- und Sichtschutzelemente zum Beispiel. Sechs Künstler haben mit Peters für das Aktionswochenende »Kunst trifft Garten« zusammengearbeitet.

Glaselemente bis nach Hongkong geliefert

»Die Glaselemente werden bei 1200 Grad gebrannt. Das ist Kunst, die nicht vergeht«, sagt Wilhelm Peters. Und es ist Kunst, die weltweit gefragt ist. Geliefert hat er solche Glaselemente zum Beispiel schon bis nach Hongkong, wo sie am Flughafen verbaut wurden. In Paderborn stehen die Werke am Wochenende zwischen Apfel- und Pflaumenbäumen frei auf einer Rasenfläche.

Richtig idyllisch ist es an der Driburger Straße in der Gärtnerei Harth. Während im mehr als 100 Jahre alten Gewächshaus Tomaten reifen und Koikarpfen schwimmen, zeigt Christa Fuhrmann ihre filigrane Papierkunst nebenan unter Weinreben. Draußen präsentiert Henrike Dominicus nicht nur Gemälde – der Renner sind ihre XXL-Äpfel. »Ich habe schon etliche verkauft«, freut sich die Künstlerin, das die mit Acrylfarbe und Klarlack verzierten Betonrohlinge so gefragt sind.

Für Besucher gibt es zahlreiche lauschige Schattenplätze zum Verschnaufen: einen Strandkorb, eine Hollywoodschaukel, Bänke. Sie dürfen bei Butterkuchen, Kaffee und gekühlten Getränken gerne zugreifen und machen es sich bequem im »fremden« Garten, um mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Dass für das Aktionswochenende erstmals Eintritt erhoben wurde, stört die Besucher nicht. Dafür bekäme man schließlich auch etwas nicht Alltägliches geboten, ist die einhellige Meinung unter den Befragten.

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