Di., 10.09.2019

Ausschuss berät Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts für Paderborn Ziel: bis 2035 CO2-neutral

Um den Ausstoß von CO2 zu reduzieren, will die Stadt auch die Pader zum Beispiel für die Gebäudetechnik nutzen. Bürgermeister Michael Dreier hat am Montag das Ziel der Stadt formuliert. Sie soll bis zum Jahr 2035 CO2-neutral sein.

Um den Ausstoß von CO2 zu reduzieren, will die Stadt auch die Pader zum Beispiel für die Gebäudetechnik nutzen. Bürgermeister Michael Dreier hat am Montag das Ziel der Stadt formuliert. Sie soll bis zum Jahr 2035 CO2-neutral sein. Foto: Jörn Hannemann

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Bis zum Jahr 2035 will die Stadt Paderborn CO-neutral sein. Bürgermeister Michael Dreier schlägt jedoch vor, sich nicht »frei zu kaufen«, sondern jährlich einen Sockelbetrag von 720.000 Euro in den Haushalt einzustellen, um CO-reduzierende Maßnahmen zu finanzieren.

Der Vorschlag geht zurück auf einen Antrag der Grünen-Fraktion vor der Sommerpause. Inzwischen hat die Verwaltung die Fortschreibung des Klimakonzepts auf den Weg gebracht und will dieses nun in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Donnerstag, 12. September, 17 Uhr, den Parteien zur Diskussion vorlegen.

Bürgermeister Michael Dreier geht davon aus, dass es – wie schon in der Ratssitzung am 11. Juli – eine intensive Debatte geben wird, rechnet aber mit der Zustimmung der Fraktionen. Denn grundsätzlich sei man sich ja einig, dass der Klimaschutz eine große Herausforderung sei, die angegangen werden müsse. Paderborn werde damit seiner Vorbildfunktion gerecht.

Kommentar

Die Stadt will beim CO2- Ausstoß die Vorreiterrolle einnehmen und ihre Bürger motivieren, selbst tätig zu werden. Das ist auch dringend notwendig. Denn: Die von der Stadt errechneten 31.314 Tonnen CO2 für alle städtischen Liegenschaften und Betriebe machen nur zwei Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes aller Paderborner Bürger und Betriebe aus. Wenn es um Klimaschutz geht, hilft nur eins: Jeder muss bei sich selbst anfangen.                  Ingo Schmitz

Ob städtische Gebäude, Bäder, der Fuhrpark, der Padersprinter, die Straßenbeleuchtung, der Schlosspark und Lippesee, der Abfallentsorgungsbetrieb, das Theater, die Feuerwehr oder auch die Stadtentwässerung: Alle zusammen stoßen durch Strom, Treibstoffe und Wärme pro Jahr 31.314 Tonnen CO 2 aus. Alle Gesellschaften hätten signalisiert, an der CO 2 -Reduzierung mitwirken zu wollen. Als nächster Schritt ist nach einem Grundsatzbeschluss die Beratung über Maßnahmen und Grenzen der Möglichkeiten vorgesehen. Konkrete Beratungen über Maßnahmen sollen dann im Januar 2020 beginnen. Um das ganze Projekt zu managen, plant die Stadt die Einrichtung einer Stelle für einen Umweltingenieur.

Aus Sicht von Bürgermeister Michael Dreier sei es nicht der richtige Weg, den CO 2 -Ausstoß der Stadt Paderborn über Zahlungen an Unternehmen wie zum Beispiel »Atmosfair« auszugleichen, die dann stellvertretend Kompensationsmaßnahmen »irgendwo in der Welt« vornehmen. Der Wandel müsse hier vor Ort vollzogen werden, sagte er.

Die Stadt Paderborn befasse sich schon jetzt ausführlich mit Fragen des Klimaschutzes. So werde das neue Verwaltungsgebäude künftig an das Kaltwassernetz der Pader angeschlossen, um damit die Gebäude zu kühlen und zu heizen. Auch die Investitionen in Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden hob Dreier hervor.

Zur Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes soll es einen umfangreichen Beteiligungsprozess zur Gewinnung weiterer Akteure geben. Diese erhofft man sich in den Bereichen Gewerbe, Handwerk, Handel, Vereine, Schulen und Hochschulen, Land- und Forstwirtschaft sowie Wohnungswirtschaft, Bürgerinitiativen ­sowie Parteien.

Klimaziele und Aktionstag

Wie am 13. Juli berichtet, hatte der Rat sich nach zähem Ringen für ein »Update für mehr Klimaschutz« ausgesprochen. Wie tiefgreifend die Aktualisierung ausfallen wird, soll nun festgelegt werden. Die Grünen hatten den Rat mit ihrem ursprünglichen Antrag auf die Klimaschutzziele von Paris verpflichten wollen. Die beinhalten unter anderem, den Anstieg der Klimaerwärmung auf nicht mehr als 1,5 Grad zu begrenzen. Die Grünen fordern eine CO 2 -Neutralität bis 2035. Die Debatte im Stadtrat hatten eine ganze Reihe der Paderborner L-for-Future Aktivisten interessiert verfolgt. Diese planen für den weltweiten Klima­aktionstag am Freitag, 20. September, auch in Paderborn eine Demonstration, die um 14 Uhr startet. Anschließend soll es ein kleines Klimakonzert geben.  

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