Do., 12.09.2019

Theater Paderborn präsentiert Liederabend »Mondsüchtig« Sehnsucht nach oben

Der große mysteriöse Sehnsuchtsort, auf den vor 50 Jahren die Astronauten Buzz Aldrin und Neil Armstrong das erste Mal einen Fuß setzten, ist auch Thema beim neuesten Liederabend des Paderborner Theaters.

Der große mysteriöse Sehnsuchtsort, auf den vor 50 Jahren die Astronauten Buzz Aldrin und Neil Armstrong das erste Mal einen Fuß setzten, ist auch Thema beim neuesten Liederabend des Paderborner Theaters. Foto: Tobias Kreft

Von Timo Gemmeke

Paderborn (WB). Van Morrison wollte die Nächte mit der Liebsten unter ihm durchtanzen, David Bowie ihn in einem Raumschiff umfliegen, und Sting, der war auch ohne Beinbruch schon ganz oben: Der Mond hat den Songschreibern der Popkultur reichlich Motive geliefert. Dem außerirdischen Sehnsuchtsort widmet sich jetzt auch das Paderborner Theater mit einem Liederabend.

Ein karger, weißer Boden mit kleinen Hügeln, darin ein Stab mit der Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika: Das Bild der ersten Mondlandung, das vor genau 50 Jahren um die Welt ging, ist schon bald im Studio des Paderborner Theaters zu sehen. Statt nur eines Buzz Aldrins wird es dann aber gleich drei Astronauten auf der Bildfläche geben – und die führen keine Forschungen durch, sondern singen. Und spielen eine Aufführung in der Aufführung.

Mondlandungs-Jubiläum als Anstoß

Was sich erst mal wirr anhören mag, stammt aus der Feder von Katharina Kreuzhage, seit 2013 Intendantin des Paderborner Theaters. Gemeinsam mit Peter Stolle (Musik) hat sie mit »Mondsüchtig« den sechsten Liederabend unter ihrer Intendanz geplant. »Der Anlass war eigentlich das 50-Jährige Jubiläum der Mondlandung«, erklärt sie. »Andererseits wollten wir auch mal wieder einen Liederabend, der mit einer kleinen Story verbunden ist.«

Die hat mit Science-Fiction oder historischen Exkursen in die Raumfahrt ziemlich wenig zu tun. Die Schauspieler (Ogün Derendeli, Barbara Fressner und Carsten Faseler) spielen quasi sich selbst – eine Gruppe Theatermacher, die ein Stück über den Mond aufführen will. Weil von den beiden Männern am liebsten jeder die Regie übernehmen würde und die Dame erst neu im Ensemble ist, gerät das Vorhaben ins Wanken. Singen – egal ob mit oder ohne Moonboots an den Füßen – tun sie aber trotzdem.

Akustisches statt Elektronik

Begleitet werden die drei von einem akustischen Trio, bestehend aus Piano (Markus Maurer/Philipp Spalting), Schlagzeug (Elmar Lappe/Dieter Nowak) und Bass (Daniel Le-Van-Vo/Adrian Müller). Auf Synthesizer und andere Elektronik hat Peter Stolle als musikalischer Leiter bei »Mondsüchtig« bewusst verzichtet. »Ich wollte einen Bruch mit dem Klischee, dass das Weltraumthema nur zu elektronischen Klängen passt«, sagt er. Songs wie Van Morrisons »Moondance« oder Elton Johns »Rocketman« erklingen somit in akustischen Versionen, die, »wo es passt«, auch mal mit Choreinlagen ergänzt werden.

Den Mond auch visuell ins Studio geholt hat Bühnenbildner Tobias Kreft. Im klassischen Diorama-Stil singen und spazieren Schauspieler und Musiker über den Mond – wie einst schon Sting in »Walking on The Moon«.

Humor im Mittelpunkt

Thematisch drehen sich alle der gesungenen Lieder um den Mond als Sehnsuchtsort, aber auch als Mysterium, erklärt Katharina Kreuzhage. Gesellschaftspolitische Diskurse erwarte die Besucher aber nicht, versichert die Intendantin: »Es wird ein Abend, der sich selbst nicht zu ernst nimmt!«

Die Premiere von »Mondsüchtig« ist am Sonntag, 15. September im Studio. Weitere Informationen zu Folgeterminen und Tickets sind hier.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6920374?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F