Do., 12.09.2019

Debatte über Sicherheit und Toilettenärger an den Paderwiesen Ein Problem, das drückt

An der Unterführung Maspernplatz ist die Toilettenanlage seit geraumer Zeit geschlossen – aus technischen Gründen. Eine dauerhafte Lösung, die sowohl den Besuchern der Stadt als auch der Paderwiesen nutzen würde, gibt es bislang nicht.

An der Unterführung Maspernplatz ist die Toilettenanlage seit geraumer Zeit geschlossen – aus technischen Gründen. Eine dauerhafte Lösung, die sowohl den Besuchern der Stadt als auch der Paderwiesen nutzen würde, gibt es bislang nicht. Foto: Jörn Hannemann

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Hat die Stadt Paderborn ein Sicherheits- und Müllproblem im Paderquellgebiet und den Paderwiesen? Das meint jedenfalls die FDP im Stadtrat. Ihr Antrag, die Präsenzzeiten der gemeinsamen BOSS-Streife von Polizei und Ordnungsamt auszuweiten, soll nun geprüft werden. Und noch ein Thema drückt: Es geht um das leidige Toilettenthema.

Die Ratsfraktionen sind sich einig: Das Paderquellgebiet ist ein Juwel für die Stadt. Das sehen auch viele Bürger so. Doch angeblicher Alkoholkonsum, Müll und Wildpinkeln bereiten der FDP Sorgen. Fraktionschef Alexander Senn möchte diese Entwicklung mit zwei Maßnahmen eindämmen. Nach Meinung der Liberalen könnte die Ordnungspartnerschaft mit der Polizei und damit auch die abendlichen Streifen ausgeweitet werden. Das sieht aber der Erste Beigeordnete Carsten Venherm kritisch. Die letzte personelle Aufstockung auf sechs Mitarbeiter sei erst 2018 erfolgt. Ob die Polizei bereit sei, noch einen weiteren Mitarbeiter abzustellen, sei fraglich.

Venherm: »Paderquellgebiet ist unauffällig«

Nach Angaben von Carsten Venherm sei das Paderquellgebiet unauffällig. Bei den Einsatzberichten der BOSS-Mitarbeiter, die vor allem allein durch ihre Präsenz Straftaten verhindern sollen, gehe es lediglich um Kleinigkeiten. Geahndet würden Verstöße gegen den Jugendschutz, nicht angeleinte Hunde oder zu laute Radio­musik. Es komme höchstens noch »unvernünftiges Radfahren« hinzu. »Das Gebiet hat eine hohe Aufenthaltsqualität. Die Mitarbeiter haben es behutsam im Auge«, stellt der Beigeordnete klar.

Die Grünen haben Zweifel, dass die BOSS-Präsenz helfen könne, das Müllproblem zu lösen. Außerdem seien überhaupt keine Vorkommnisse bekannt, die die Erhöhung der Präsenz rechtfertigten. »Es gibt kein Sicherheitsproblem«, betont Sabine Kramm. Johannes Knaup von der LKR sieht das anders: »Der Bereich bereitet Kummer. Das Problem muss therapiert werden«, verweist er auf angebliche Alkoholexzesse und zurückgelassene Grills. Die Kritik weisen die Grünen zurück: Der Eindruck des LKR-Vertreters sei rein subjektiv. »Die Menschen, die sich dort aufhalten, fühlen sich wohl.«

Mobiler Toilettenwagen als Zwischenlösung

Bei dem anderen großen Themenkomplex, den fehlenden Toiletten, wollen die Fraktionen aber nicht locker lassen. Die FDP hält es für dringend erforderlich, im Bereich Maspernplatz/Pader­wiesen wieder eine öffentliche Toilette einzurichten – und das schnellst möglich.

Wie mehrfach berichtet, war die öffentliche Toilette an der Unterführung aus technischen Gründen vor geraumer Zeit geschlossen worden. Die Stadt hatte zwischenzeitlich überlegt, Toiletten im Sportgebäude an der Kampfbahn einzurichten. Doch diese Variante scheide inzwischen aus: Das Gebäude sei nicht mehr in dem Zustand, dass es reaktiviert werden könne, heißt es von der Stadt.

Der Vorschlag Reinhard Borgmeiers (Linksfraktion), für die Sommermonate einen Toilettenwagen aufzustellen, sehen die übrigen Fraktionen übrigens positiv – auch die FDP.

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