Do., 12.09.2019

18-Millionen-Investition: Wissenschaftler forschen zum 3D-Druck und zu Hybridsystemen Uni Paderborn weiht neues Gebäude ein

Der ILH-Vorstand sowie (vorne, von links) die Landtagsabgeordnete Sigrid Beer (Grüne), Uni-Vizepräsidentin Simone Probst , Uni-Präsidentin Birgitt Riegraf und Bürgermeister Michael Dreier. Werkstattleiter Henrik Lenzmeier (links) stellt eine CNC-Dreh- und Fräsmaschine vor.

Der ILH-Vorstand sowie (vorne, von links) die Landtagsabgeordnete Sigrid Beer (Grüne), Uni-Vizepräsidentin Simone Probst , Uni-Präsidentin Birgitt Riegraf und Bürgermeister Michael Dreier. Werkstattleiter Henrik Lenzmeier (links) stellt eine CNC-Dreh- und Fräsmaschine vor. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Band

Paderborn (WB). 18 Millionen Euro hat es gekostet: das neue Forschungsgebäude Y an der Universität. Dort soll künftig Grundlagenforschung zu hybridem Leichtbau und der sogenannten additiven Fertigung, also 3D-Druckverfahren, betrieben werden. Am Donnerstag ist das Gebäude mit einem Festakt eingeweiht worden. Hier geht’s zur Fotostrecke .

Uni-Präsidentin Prof. Dr. Birgitt Riegraf lobte die Fertigstellung des neuen Gebäudes des Instituts für Leichtbau und Hybridsysteme (ILH) und die Arbeit der Einrichtung. Hier zeige sich die wachsende Bedeutung interdisziplinärer Forschung an der Uni Paderborn. »Das Gebäude und die Forschung hier werden in die Region ausstrahlen und uns national und international sichtbarer machen«, sagte Riegraf. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Sigrid Beer, die als Beiratsmitglied sprach, betonte die Alltagstauglichkeit der Forschung in Paderborn. »Wir müssen auf die Förderung solcher Technologien setzen«, sagte Beer.

Technikhalle, Labore, Büros und Besprechungsräume im Gebäude

Auch Bürgermeister Michael Dreier (CDU) lobte den Forschungsbau. »Damit wurde ein deutliches Zeichen gesetzt, dass es hier an der Universität weitergeht«, sagte Dreier. Paderborn sei eine prosperierende Stadt. Und es müsse alles dafür getan werden, dass sich die Uni weiterentwickeln könne. Dreier: »Eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wird immer wichtiger.«

Das Gebäude Y befindet sich auf dem Gelände zwischen Südring und Mersinweg. In dem Forschungsbau sind auf einer Fläche von mehr als 5700 Quadratmetern eine Technikhalle, Labore, Büros und Besprechungsräume entstanden.  Das Gebäude war Anfang dieses Jahres nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt worden.

Hybridsysteme sollen Energie und Herstellungskosten sparen

Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen wie Werkstoffwissenschaften, Produktions- und Fügetechnik, Chemie und Physik, aber auch der Kulturwissenschaften forschen dort unter anderem zu hybridem Leichtbau. Solche Hybridsysteme sollen Energie und Herstellungskosten sparen – und zum Beispiel im Automobilbau für mehr Sicherheit sorgen. Sie entstehen aus der Kombination von Materialien wie Metallen und faserverstärkten Kunststoffen innerhalb eines Bauteils. Das ermöglicht nach Angaben des ILH extrem leichte Komponenten. Außer der dadurch bewirkten hohen Ressourcen­effizienz könnten auch zusätz­liche Eigenschaften wie eine hohe Korrosionsbeständigkeit gewährleistet werden.

Zukunftsfeld für die industrielle Anwendung

Auch zu 3D-Druckverfahren soll im ­Gebäude Y künftig geforscht werden. Ralf Göttel, Vorstandsvorsitzender der Benteler AG, die wie der Bielefelder Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori mit dem ILH kooperiert, unterstrich, dass der Leichtbau für den Paderborner Automobilzulieferer ein zentrales Thema sei. Im ILH werde relevante Forschung für die Gesellschaft betrieben. »Die Zusammenarbeit ist für uns von essenzieller Bedeutung«, sagte Göttel. Prof. Dr. Thomas Tröster, Vorstandsvorsitzender des ILH, unterstrich: »Leichtbau stellt ein herausragendes Zukunftsfeld für die industrielle Anwendung dar.« Daher sei es wichtig, einen Überblick über Möglichkeiten und Herausforderungen zu geben, besonders für kleine und mittlere Unternehmen.

Dazu bestand gleich am Donnerstag Gelegenheit. Vor dem Festakt am Abend gab es Vorträge sowie eine Podiumsdiskussion und eine Ausstellung, bei der sich Unternehmen mit Maschinen, ­Karosserie- und Hybridbauteilen sowie innovativen Werkstoffen präsentierten. In einer sogenannten Start-up-Area stellten junge Unternehmer darüber hinaus Gründungsideen vor.

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