Fr., 13.09.2019

Umweltausschuss unterstützt Plan zur CO2-Neutralität Klimapaket wird geschnürt

Modern, hell, aber auch mit sehr wenig Grün präsentieren sich die Königsplätze. Das soll sich ändern.

Modern, hell, aber auch mit sehr wenig Grün präsentieren sich die Königsplätze. Das soll sich ändern. Foto: Hannemann

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Einstimmig hat der Bau- und Umweltausschuss das Thema Klimaschutz am Donnerstag ganz oben auf die städtische Agenda gesetzt. 31.300 Tonnen Kohlendioxid produzieren die Stadtverwaltung, deren Eigenbetriebe und Gesellschaften derzei t. Bis 2035 sollen und wollen sie CO-neutral wirtschaften (wir berichteten am Dienstag).

Uneingeschränkte Unterstützung für das ursprünglich von den Grünen geforderte Update in Sachen Klimaschutz signalisierte SPD-Fraktionschef Franz-Josef Henze. »Plakative, symbolische Beschlüsse reichen in Sachen Klimaschutz nicht aus«. stellte er klar. Früher oder später müsse sich die Stadt auch die Frage stellen, wieviel Wachstum sie sich noch leisten könne.

»Wir sollten auf Motivation statt Repression setzen«

Christoph Quasten (CDU) begrüßte ebenfalls die sachorientierte Diskussion und zollte der Verwaltung Respekt, die es über die Sommerferien geschafft habe, eine Ideenskizze und einen Maßnahmenplan vorzulegen, die einen pragmatischen Weg aufzeigten. Quasten betonte aber auch, dass die Stadt, die nur zwei Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes in Paderborn zu verantworten habe, auf die Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren angewiesen sei. Zudem sei die Akzeptanz der Bürger unerlässlich. »Wir sollten auf Motivation statt Repression setzen.«

Die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke stellte klar, dass das Klimaschutzkonzept zusammen mit anderen Akteuren und Bürgern überarbeitet werden solle. Florian Rittmeier (Grüne) sagte, dass die Stadt auch Anreize schaffen könne.

Folgenden Fahrplan soll der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag, 26. September (17 Uhr, Rathaus) beschließen: Im November definieren Vertreter der Stadt sowie der Eigenbetriebe und Gesellschaften die Systemgrenzen und formulieren ein Top-10-Maßnahmenpaket, mit dem die Stadt als Vorreiter in Sachen Klimaschutz starten will. Die so genannten Systemgrenzen sind erforderlich, um festzulegen, wann CO 2 - Neutralität erreicht ist. Claudia Warnecke nannte als Beispiel ihr Elektroauto: »Schauen wir nur auf das Auto oder gehen wir bis zur Batterieherstellung zurück?«. Der Maßnahmenkatalog soll der Politik Anfang kommenden Jahres vorgestellt und vom Rat beschlossen werden. Über die Umsetzung soll es jährliche Zwischenberichte geben. Außerdem wird ein Klimaschutz-Fonds eingerichtet, der mit 720.000 Euro Sockelbetrag für 2020 ausgestattet wird. Es soll ein zentraler Ansprechpartner eingestellt werden.

Königsplätze sollen grüner werden

Unabhängig davon spielte das Thema Klimaschutz auch in einer Reihe weiterer Anträge eine Rolle. SPD und Grüne forderten beispielsweise eine Begrünung der Dächer von Bushaltestellen, um zusätzliche Lebensräume in der Stadt zu schaffen. Der Hersteller der Wartehäuschen prüfe derzeit, ob und zu welchem Preis eine entsprechende Nachrüstung möglich ist, berichtete Warnecke. Mit dem Ergebnis rechnet sie Anfang kommenden Jahres.

Außerdem soll die Verwaltung auf Antrag der CDU prüfen, inwiefern die Königsplätze ein wenig grüner werden können. Claudia Warnecke führte zwar aus, dass die Möglichkeiten aufgrund der freizuhaltenden Rettungswege, der Wegeführung für Sehbehinderte und Außengastronomie äußerst gering seien, doch Antragsteller Dieter Honervogt (CDU) ermutigte sie mit Unterstützung des Ausschusses: »Wir sehen auch, dass es nicht leicht ist, aber wir wissen zum Glück, dass Sie auch für schwierige Fälle eine Lösung finden können.«

Kommentare

Königs Plätze noch grüner

Wen ich diesen Beitrag lese wird mir Schlecht. War der Klimaschutz nicht schon die letzten 10 Jahre Thema im G7 und G8 aber nein Paderborn baut Messing auf dem Konigsplatz ein und jetzt ein Umdenken. Bitte dann aber auf den Kosten über den Verdienst der Politiker abdecken. Es kann nicht sein das immer nur alles auf den Steuerzahler abgewälzt wird. Ich muss in der Firma auch dafür gerade stehen wenn ich scheiße gebaut habe dann sollen es die Politiker auch. Bitte um Stellungnahme der Politiker die unser Geld im wahrsten Sinne des Wortes verbrennen.

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