So., 15.09.2019

Chemotherapie schlägt bei an Blutkrebs erkrankter Alicia Goesmann an Zwei Knochenmarkspender gefunden

Benedikt Goesmann ist erleichtert und blickt positiv in die Zukunft: Der 31-Jährige zeigt Fotos, auf denen seine Frau Alicia vor ihrer Blutkrebsdiagnose zu sehen ist. Die 33-Jährige befindet sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung.

Benedikt Goesmann ist erleichtert und blickt positiv in die Zukunft: Der 31-Jährige zeigt Fotos, auf denen seine Frau Alicia vor ihrer Blutkrebsdiagnose zu sehen ist. Die 33-Jährige befindet sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Foto: Lukas Brekenkamp

Von Sonja Möller

Paderborn/Altenbeken (WB). Das Schicksal der an Blutkrebs erkrankten Alicia Goesmann aus Paderborn hat im Juli viele Menschen bewegt. Bei Typisierungsaktionen haben sich schon mehr als 900 neue Stammzellspender registrieren lassen. Jetzt gibt es gute Neu­igkeiten: Die Chemotherapien ­haben bei der 33-Jährigen angeschlagen und zwei passende Spender sind gefunden.

Benedikt Goesmann ist überglücklich: »Meiner Frau geht es geistig und auch körperlich besser. Sie hat Mut und Zuversicht.« Die 33-Jährige ist mittlerweile das erste Mal seit der Diagnose im April zuhause. Die Ärzte haben grünes Licht gegeben, weil nach mehreren Chemotherapien keine Krebszellen mehr gefunden wurden, wie ihr erleichterter Ehemann auf Anfrage dieser Zeitung berichtet: »Die letzte Analyse hat gezeigt, dass die Therapien gut angeschlagen haben. Die Ärzte sprechen von einer Vollremession.« Das bedeute, dass derzeit keine Stammzellspende notwendig ist.

Wer die möglichen Spender sind, weiß der Paderborner nicht

Doch es gibt noch mehr positive Nachrichten: Mittlerweile hat die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zwei passende Spender für Alicia Goesmann gefunden. »Das ist ein beruhigendes Backup für den Fall, dass doch wieder Krebszellen gefunden werden. Dann müsste direkt transplantiert werden«, erläutert Benedikt Goesmann.

Woher die potenziellen Spender kommen oder wer sie sind, weiß der Paderborner nicht. Ebenso ist nicht bekannt, ob vielleicht durch eine der zahlreichen Typisierungsaktionen das passende Knochenmark für die Ecuadorianerin gefunden wurde.

Nachdem Alicia Goesmanns Schicksal bekannt geworden war, gab es mehrere Typisierungsaktionen . Unter anderem hat die HSG Altenbeken-Buke eine Aktion organisiert, bei der sich 600 Menschen registrieren ließen. Freunde des Paares hatten zuvor bereits beim Viaduktfest 100 »neue Lebensretter« gefunden, wie Goesmann die potenziellen Spender nennt. Weitere Aktionen gab es am Gymnasium St. Kasper in Neuenheerse (70 Typisierungen), beim Ferienfinale im Ahornsportpark (130) und bei Benedikt Goesmanns Arbeitgeber Benteler (100).

12.000 Euro sind bislang auf dem Spendenkonto eingegangen

Auf dem Spendenkonto, das die DKMS für Alicia eingerichtet hat, sind bis jetzt 12.000 Euro eingegangen, die zweckgebunden für die Typisierungen neuer Spender verwendet werden. Auf der Internetseite der HSG Altenbeken-Buke bedankt sich der Verein bei jedem einzelnen, der einen Beitrag geleistet hat. Jede Registrierung kostet 35 Euro. Diese werden aus Spenden finanziert, teilt die DKMS mit.

Benedikt Goesmann sagt auch im Namen seiner Frau Alicia: »Wir sind beide vollkommen überwältigt von der Hilfsbereitschaft und der Welle der Zuneigung. So viele Menschen haben sich gemeldet, fragen, was sie tun können und nehmen Anteil an Alicias Schicksal. Es ist so schön zu sehen, wie viele einem in der Not zur Seite stehen«, ist Benedikt Goesmann von Herzen dankbar. So war Malteser Bruno (1 Jahr) – der Herzenshund von Alicia – immer gut betreut, während sie im Krankenhaus war. »Das war ihr Wunsch. Bruno sollte gut aufgehoben sein. Er war jeden Tag bei jemand anderem«, erzählt der gebürtige Altenbekener.

Alicia bekommt eine fortlaufende Chemotherapie zur Konsolidierung

Vor Alicia liegt immer noch ein weiter Weg: »Aber wir haben einen gewaltigen Schritt gemacht«, ist Benedikt Goesmann voller Zuversicht. Noch bestehe zwar weiter die Gefahr, dass die Krebszellen zurückkehrten. Um das zu verhindern, bekommt Alicia eine fortlaufende Chemotherapie zur Konsolidierung, erzählt ihr Mann: »Zudem werden ihre Blutwerte regelmäßig kontrolliert.« Nach etwa einem Jahr würde sich dann eine Erhaltungstherapie anschließen.

Der Paderborner und die Ecuadorianerin sind seit zwei Jahren standesamtlich verheiratet. Sie blicken jetzt positiv in die Zukunft. »Alicia nimmt ihr Schicksal an und hat einen unbändigen Lebenswillen«, erzählt Benedikt Goesmann. Die beiden schmieden Pläne für die Zukunft.

Die beiden haben sich in einer Kapelle in Altenbeken das Ja-Wort gegeben

»Wir sind seit kurzem auch kirchlich verheiratet«, verrät der 31-Jährige. Die beiden haben sich in der kleinen Kapelle in Altenbeken das Ja-Wort gegeben, als Alicia noch im Krankenhaus war. »Es ging ihr an dem Tag gut und wir durften ein paar Stunden das Krankenhaus verlassen. Pfarrer Benedikt Fischer hat uns getraut«, erzählt ein überglücklicher Ehemann. Enge Freunde des Paares und Familienmitglieder waren an dem Tag dabei.

Benedikt Goesmann wirbt weiter dafür, dass sich möglichst viele Menschen bei der DKMS typisieren lassen. »Jeder kann zum Lebensretter werden. Und das geht ganz einfach. Ein Typisierungsset kann man sich sogar zuschicken lassen.« Alle Informationen dazu gibt es auf der Internetseite der DKMS. Goesmann: »Das Spendenkonto für Alicia bleibt bestehen. Wer die DKMS unterstützen will kann dies unter dem Verwendungszweck »VIL 263 Alicia« direkt bei dem Verein tun (IBAN: DE21 7004 0060 8987 0000 98).

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